Würzburg

Kommentar: Die öffentliche Verwaltung muss funktionieren

So viele Pannen bei einer Kommunalwahl gab es selten. Das wirft kein gutes Bild auf die öffentliche Verwaltung, vor allem nicht im Katastrophenfall.
Wähler verlassen sich darauf, dass bei einer Wahl alles gut vorbereitet ist und richtig abläuft. Bei der Kommunalwahl 2020 in Bayern ging aber einiges schief. 
Wähler verlassen sich darauf, dass bei einer Wahl alles gut vorbereitet ist und richtig abläuft. Bei der Kommunalwahl 2020 in Bayern ging aber einiges schief.  Foto: Marius Becker, DPA

Gerade im Katastrophenfall muss die öffentliche Verwaltung funktionieren – und zwar in allen Bereichen. Die Bürgerinnen und Bürger verlassen sich und vertrauen darauf. Durch die Fehler und Pannen bei dieser Kommunalwahl gerät aber dieses Grundvertrauen ins Wanken. Nach der Wahl 2014 hatten alle Verantwortlichen  sechs Jahre Zeit, um sich auf den 15. März 2020 vorzubereiten. Nicht nur die Softwareprogrammierer, auch die Beamten in den Landratsämtern und Rathäusern.

Corana ist keine Entschuldigung

Es kann nicht sein, dass einem Wahlleiter die Mittagspause wichtiger ist – und erst danach wichtige Ergebnisse, die wegen eines vermeidbaren Fehlers sowieso schon viel zu spät feststehen, ans Landratsamt geschickt werden. Und es darf nicht sein, dass in der Kreisbehörde am Mittwochnachmittag kein Mitarbeiter mehr in der Lage ist, mit einem einfachen Kalkulationsprogramm die Sitzverteilung des Kreistags, auf die Wähler und Kandidaten gespannt warten, zu berechnen. Mit Corana ist das nicht zu entschuldigen. 

So bleibt bei dieser Kommunalwahl ein Grundzweifel – am Wahlergebnis und an der Kompetenz der Verwaltung. 

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