Würzburg

Kommentar: Diese Würzburger Stadtratswahl bedeutet eine Zäsur

Das Wahlergebnis beendet die lange Spitzenstellung der Christsozialen im Würzburger Stadtrat. Aber eine andere Partei hat derzeit viel größere Probleme.

Die Würzburger Wähler haben für eine Zäsur gesorgt: Nach Jahrzehnten muss die CSU ihre Spitzenposition abtreten, die Grünen stellen mit 16 Sitzen künftig zwei Stadträte mehr als die Christsozialen. 

Der kräftige Sprung der Grünen verändert die politische Farbenlehre im Stadtrat allerdings nicht: Es gibt keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Wenn man die beiden AfD-Sitze mal außen vor lässt, gibt es nur einen leichten Vorteil fürs links-ökolgische Lager. Das verspricht nicht nur spannende Stadtratsdebatten, vor allem zu den Themen Verkehr und Klima, sondern wird auch eine Herausforderung für den klar im Amt bestätigten OB Christian Schuchardt sein

Für die Grünen sind die Bäume nicht in den Himmel gewachsen

Der Stadtratserfolg der Grünen sollte jedoch nicht verdecken, dass – gemessen an den Erwartungen bei ihren Anhängern – die Bäume für die Öko-Partei nicht in den Himmel gewachsen sind. Ebenso wie ihrem OB-Kandidaten Martin Heilig ist es auch der Partei seit den Erfolgen bei Landtags- und Europawahl offenbar nicht gelungen, nennenswert weitere Wählerschichten zu erschließen. Im Umkehrschluss haben sich die Verluste der CSU in Grenzen gehalten. Die drei verlorenen Mandate werden schmerzen, sind für die Partei aber keine Katastrophe. Dazu kommt, dass die Partei den prestigeträchtigen OB-Posten verteidigt hat.

Es wird sich zeigen, wie verantwortungsbewusst die beiden großen Fraktionen mit ihrem Ergebnis umgehen und wie sich die kleineren Parteien und Gruppierungen positionieren. Ein erster Test steht gleich nach der Konstituierung des neuen Stadtrates an: bei der Wahl der Bürgermeister. Hier werden die Grünen ihren Anspruch geltend machen. Und hier müssen die demokratischen Kräfte im Stadtrat zudem erstmals zeigen, wie sie mit den beiden AfD-Stimmen im Gremium umgehen. 

SPD entwickelt kaum noch Bindungskräfte

Bemerkenswertes gibt es auch bei den kleineren Kräften. Zu diesen muss man ab sofort auch die SPD zählen, die offenbar kaum noch Bindungskräfte entwickelt. Der Partei fehlt es angesichts einer aus Schweinfurt importierten OB-Kandidatin offenbar nicht nur an Personal, sondern auch an Themen. Die Alleinstellungsmerkmale sind der einst stolzen SPD abhanden gekommen, was man auch dem kraftlosen Wahlkampf anmerkte. Beharrlichkeit vor allem bei sozialen Themen hat sich dagegen für die Linke ausgezahlt: Der Lohn ist die Fraktionsstärke. 

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