Waldbüttelbrunn

Kommentar: Warum bei der Miss-Germany-Wahl der Schein trog

Bei der Miss-Germany-Wahl sollte in diesem Jahr alles anders sein. Doch anstatt auf Personalität zu setzen, standen Werbung und Oberflächlichkeit im Vordergrund.
Schminke, Styling, Smartphone, Story: Die wohl am meisten gefallenen Worte im Backstage-Bereich kurz vor Beginn des Finales.  Foto: Silvia Gralla

Alles sollte anders sein in diesem Jahr bei dem Wettbewerb um die schönste Frau Deutschlands. Es sollte nicht mehr darum gehen, wie die Kandidatinnen aussehen, dieses Jahr seien die inneren Werte entscheidend, verkündete man vorab. "Empowering authentic women", also "authentische Frauen stärken", lautete das Motto der Miss-Germany-Wahl. Pur, authentisch, natürlich und direkt sollte alles laufen. Ein guter Ansatz, liebe Miss-Germany-Corporation. Doch leider blieb es nur bei dem Gedanken.

Denn während die Finalistinnen in vorab gedrehten Videos erzählten, welche modernen Werte sie anderen Frauen da draußen vermitteln wollen, lief im Vordergrund eine reine Werbeveranstaltung - für Marken und für Menschen. Werbeeinblendungen der Geschäftspartner reihten sich ein in die Selbstvermarktung verschiedener junger Social-Media-Nutzer. Kandidatinnen und Zuschauer produzierten eine überarbeitete Instastory nach der anderen - von Natürlichkeit nichts zu sehen.

Motto als weitere Oberflächlichkeit in der Branche

Einzig und allein den Gewinn von Leonie von Hase als schönste Frau Deutschlands 2020 kann man als Fortschritt bewerten. Nachdem in diesem Jahr die Altersschranke auf 39 Jahre angehoben worden ist, darf nun erstmals eine 35-jährige Mutter die Krone zur Miss Germany tragen.

Also, liebe Miss-Germany-Corporation, wenn Sie sich schon Gedanken über dieses Thema machen, dann setzen Sie dies doch bitte auch in allen Facetten um. Denn so ist dieser Slogan am Ende doch auch nur eine weitere Oberflächlichkeit - wie man sie gewohnt ist, in dieser Branche.

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