Würzburg

Kommentar zum ÖPNV: Teurere Tickets sind das falsche Signal

Für die Fahrpreis-Erhöhung gibt es nachvollziehbare Gründe. Trotzdem darf der Stadtrat in Zeiten der Verkehrswende einen solchen Beschluss nicht fassen, findet der Autor.
Straßenbahn fahren wird für manche billiger, für manche teurer. Grundsätzlich ist das Signal aber falsch, findet unser Autor. 
Straßenbahn fahren wird für manche billiger, für manche teurer. Grundsätzlich ist das Signal aber falsch, findet unser Autor.  Foto: Johannes Kiefer

Ein junges Paar, das vom Sanderring zu einer Veranstaltung in die Posthalle fahren möchte, zahlt seit Anfang Februar für die Hin- und Rückfahrt 7,90 Euro – statt bisher 10,90 Euro. Das ist eine Verbesserung, aber noch lange kein attraktiver Preis, der den Umstieg vom Auto zum ÖPNV bewirkt. Denn die Fahrt mit dem Auto ist nicht nur komfortabler und schneller, sondern im Endeffekt auch günstiger.

Der Ausbau des Greinberg-Knotens kostet geschätzt 25 Millionen. Sobald es aber um den ÖPNV geht, muss das Geld vom Kunden kommen. Der jährliche Erhöhungsmechanismus darf nicht länger bestehen. Die Stadt hier alleine in die Verantwortung zu nehmen, wäre unfair, da vor allem der Freistaat und die Bundesregierung dafür Geld geben müssen. Auch die Argumente des Kämmerers sind verständlich. Doch eine Verkehrswende weg vom Individualverkehr hin zu einem starken ÖPNV kann so nicht funktionieren.

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