Würzburg/Schweinfurt

Kommunalwahl in Unterfranken: Wo es am Sonntag spannend wird

Endspurt für die Wahlkämpfer in der Region: Wer hat die besten Chancen auf die kommunalen Chefsessel von der Rhön bis an den Main, vom Spessart bis zum Steigerwald?
Der Wahlkampf in Unterfranken geht in den Endspurt. Das Bild zeigt Plakate am Willy-Brandt-Kai in Würzburg. Foto: Daniel Peter

Viele Menschen zwischen Rhön und Main, zwischen Spessart und Steigerwald haben schon per Briefwahl ihre Stimmen abgegeben. Dennoch geht der Wahlkampf vielerorts unermüdlich weiter. In neun unterfränkischen Landkreisen werden Landräte gekürt, in drei kreisfreien Städten sowie 279 kreisangehörigen Gemeinden Oberbürgermeister und Bürgermeister. Außerdem entscheiden die Bürger überall in der Region über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte. Ein Überblick.

 Stadt Würzburg

In Würzburg strebt Oberbürgermeister Christian Schuchardt (51, CDU) eine zweite Amtszeit an. Nominiert von CSU, FDP und Bürgerforum gilt der Titelverteidiger als Favorit. Aussichtsreichster Konkurrent ist nach den Grünen-Erfolgen bei der Landtags- und Europawahl Martin Heilig (44, Grüne). Alles andere als eine Stichwahl zwischen den beiden am Sonntag, 29. März, wäre eine Überraschung. Außerdem im Rennen sind Kerstin Westphal (57, SPD), Volker Omert (56, FWG), Sebastian Roth (39, Linke) und Dagmar Dewald (54, ÖDP).

Landkreis Würzburg

Um die Nachfolge von Eberhard Nuß (66, CSU), der seit 2008 Landrat ist, bewerben sich seine bisherigen Stellvertreterinnen Christine Haupt-Kreutzer (50, SPD) und Karen Heußner (59, Grüne). Favorit indes ist Thomas Eberth (44, CSU), bislang Bürgermeister der Kreisgemeinde Kürnach. Außerdem gehen der junge Felix von Zobel (27, UWG-FW), die Bundestagsabgeordnete Simone Barrientos (56, Linke) und Olaf Stabrey (58, AfD) ins Rennen.

In der Stadt Ochsenfurt wird Bürgermeister Peter Juks (55, UWG), seit sechs Jahren im Amt, von seiner Stellvertreterin Rosa Behon (56, CSU) sowie von Joachim Eck (55, SPD) herausgefordert.

In der Würzburger Stadtrand-Gemeinde Höchberg endet nach 26 Jahren die Ära von Bürgermeister Peter Stichler (68, SPD). Um seine Nachfolge bewerben sich Sarah Braunreuther (39, CSU), Sven Winzenhörlein (44, Grüne) und der parteilose Alexander Knahn (44).

Keinen Gegenkandidaten hat Amtsinhaber Jürgen Götz (52, CSU) in der Fastnacht-Hochburg Veitshöchheim. Er sitzt seit 2014 auf dem Chefsessel im Rathaus.

Landkreis Kitzingen

Seit Oktober 2000 steht Tamara Bischof (56, FW) an der Spitze des Landkreises Kitzingen. Als große Favoritin bewirbt sie sich um eine vierte Amtszeit. Nach 20 Jahren ohne eigenen Kandidaten schickt die CSU diesmal Handwerksmeister Timo Markert (42) ins Rennen.

In der Großen Kreisstadt Kitzingen scheidet Oberbürgermeister Siegfried Müller (64, UsW) nach zwölf Jahren aus dem Amt. Fünf Kandidaten wollen ihm nachfolgen: Uwe Pfeiffle (55, FW-FWB), Manfred Paul (62, SPD), Andrea Schmidt (57, Grüne), Bianca Tröge (47, ÖDP) und Bürgermeister Stefan Güntner (38, CSU), den Beobachter in Kitzingen als Favoriten sehen.

Auch in Volkach bewerben sich fünf Kandidaten ums Bürgermeisteramt. Peter Kornell (58, FW) hört nach 18 Jahren auf. Ins Rennen gehen Heiko Bäuerlein (46, CSU), Udo Gebert (38, FW), Andrea Rauch (37, Grüne), Mathias Krönert (49, FDP) und der parteilose Jürgen Wagenhäuser (57), der für die SPD antritt. Eine Stichwahl ist sehr wahrscheinlich. 

Als offen gilt die Wahl in Dettelbach, wo Bürgermeisterin Christine Konrad (53, FW), nach acht Jahren auf eine weitere Amtszeit verzichtet. Um die Nachfolge bewerben sich Matthias Bielek (38, FW), Marcel Hannweber (33, CSU) und der parteilose Joachim Beck (56), nominiert von der SPD.

Landkreis Main-Spessart

Nach zwölf Amtsjahren hört Landrat Thomas Schiebel (61, FW) auf. Als Favoritin für die Nachfolge gilt die bisherige Stellvertreterin Sabine Sitter (44, CSU). Aber die Konkurrenz ist groß: Ebenfalls auf den Chefsessel im Landratsamt wollen Christoph Vogel (49, FW), Christian Baier (60, Grüne), Pamela Nembach (44, SPD) und Hubert Fröhlich (52, FDP).

In Karlstadt verzichtet Paul Kruck (61, FW), seit 2008 Bürgermeister, auf eine erneute Kandidatur. Um seine Nachfolge bewerben sich Michael Hombach (41, CSU), Armin Beck (51, Grüne), Benedikt Kaufmann (35, FW), Stefan Rümmer (40, SPD) und Janik Havla (20, Linke/Die Partei). Die endgültige Entscheidung bringt vermutlich erst die Stichwahl.

Als Titelverteidiger geht Bürgermeister Mario Paul (45) in Lohr ins Rennen. Der Parteilose wurde von SPD und Grünen nominiert. Bei Letzteren steht er auf der Stadtratsliste. Herausforderer sind Dirk Rieb (43, CSU) und Michael Kessel (46, Bürgerverein).

Zwölf Jahre war Helga Schmidt-Neder (62, FW) Rathauschefin in Marktheidenfeld. Jetzt hört sie auf. Ihre Nachfolge wollen der parteilose Thomas Stamm (58), den die CSU nominiert hat, und Holger Seidel (48, FW) antreten.

Schweinfurt

Sebastian Remelé (50, CSU) ist seit zehn Jahren Oberbürgermeister in Schweinfurt. Er gilt bei der Wahl am Sonntag als Favorit. Herausforderer sind Marietta Eder (42), die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, und Holger Laschka (53), der Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion.

Landkreis Schweinfurt

Ein enges Rennen wird im Landkreis Schweinfurt erwartet. Landrat Florian Töpper (41, SPD), muss das Ende 2012 gewonnene Amt gegen Lothar Zachmann (52, CSU), Bürgermeister der Kreisgemeinde Dingolshausen, verteidigen.

In Werneck wird nach zehn Jahren ein Nachfolger für Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl (65, CSU) gesucht. Bewerber sind Sebastian Hauck (36, CSU), Johannes Weiß (31, Grüne) und Stephan Schäflein (55, FW). 

Landkreis Bad Kissingen

Landrat Thomas Bold (59, CSU), seit 2002 im Amt, geht als klarer Favorit in der Wahl. Der Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann (47, Grüne) trauen Beobachter einen Achtungserfolg zu. Weiterer Mitbewerber ist Thomas Menz (48, SPD).

In der Großen Kreisstadt Bad Kissingen verzichtet Bürgermeister Kay Blankenburg (62, SPD) auf eine Wiederwahl. Als Nachfolger konkurrieren Gerhard Schneider (58, CSU), Dirk Vogel (42, SPD) und Peter Eggen (64, AfD). 

In Bad Brückenau verabschiedet sich Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (65, CSU) nach knapp zehn Amtsjahren in den Ruhestand. Als ihr Nachfolger möchte Jochen Vogel (48, CSU), der aktuelle Bürgermeister der Nachbargemeinde Motten, den Arbeitsplatz wechseln. Weitere Mitbewerber sind Dirk Stumpe (45, PWG) und Jan Marberg (31, SPD).  

In Hammelburg gilt Amtsinhaber Armin Warmuth (52, CSU) als Favorit für eine zweite Amtszeit. Herausgefordert wird er von Norbert Schaub (47, SPD).

Landkreis Rhön-Grabfeld

Thomas Habermann (63, CSU) ist seit 2003 Landrat in Rhön-Grabfeld. Er geht als klarer Favorit ins Rennen. Dennoch hat er drei Gegenkandidaten: Thorsten Raschert (47, SPD), Yatin Sha (41, Grüne) und Karl Graf Stauffenberg (48, FDP).

In Bad Neustadt endet nach 24 Jahren die Ära Bruno Altrichter (66, FW). Die Nachfolge gilt als offen. Bewerber sind Christiane Hanshans (53, CSU), Michael Werner (31, FW) und Johannes Benkert (47, Neuschter Liste). 

In Mellrichstadt zieht sich Bürgermeister Eberhard Streit (62, Unabhängige Wähler) nach 14 Amtsjahren zurück. Um seine Nachfolge bewerben sich Frank Vetter (46, CSU), Michael Kraus (40, FW) und Wolfgang Stahl (55, SPD).

In Bad Königshofen bewirbt sich Bürgermeister Thomas Helbing (53, CSU) um eine dritte Amtszeit. Herausgefordert wird der Favorit von Frank Helmerich (43, Team 2020). 

Landkreis Haßberge

Landrat Wilhelm Schneider (61, CSU) peilt eine zweite Amtszeit an. Mitbewerber Wolfgang Bühl (51, SPD) räumen Beobachter nur geringe Chancen ein.

Günther Werner (59, Wählergemeinschaft) will sechs weitere Jahre Bürgermeister von Haßfurt bleiben. Konkurrenten sind Volker Ortloff (48, CSU) und Stephan Schneider (46, SPD).

Landkreis Miltenberg

Landrat Jens Marco Scherf (45, Grüne), der Überraschungssieger von 2014, geht diesmal als klarer Favorit ins Rennen. Einziger Herausforderer ist der parteilose Armin Bohnhoff (60), den die CSU aufgestellt hat.

In Miltenberg muss Bürgermeister Helmut Demel (66, Liberale Miltenberger) nach nur einer Amtszeit aus Altersgründen abtreten. Um die Nachfolge bewerben sich fünf Kandidaten: Cornelius Faust (55, parteilos, nominiert von den Liberalen Miltenbergern), Sabine Stellrecht-Schmidt (48, Grüne), Sabine Balleier (46, parteilos, nominiert von der SPD), Bernd Kahlert (52, CSU) und Rainer Rybakiewicz (53, Bürgerliste). Da ist eine Stichwahl vorprogrammiert. 

Stadt Aschaffenburg 

Oberbürgermeister Klaus Herzog (68, SPD), der seit 2000 an der Spitze der Stadt stand, darf aus Altersgründen nicht mehr antreten. Um die Nachfolge buhlen seine bisherigen Stellvertreter Jürgen Herzing (59, SPD) und Jessica Euler (54, CSU). Chancen, zumindest die Stichwahl zu erreichen, hat auch Stefan Wagener (48, Grüne). Außerdem geht Peter Kolb (62, FDP) ins Rennen. 

Landkreis Aschaffenburg

Landrat Ulrich Reuter (57, CSU) wird am 1. Januar Präsident des Bayerischen Sparkassenverbands. Deshalb tritt er nach 18 Jahren nicht mehr an. Als aussichtsreicher Bewerber gilt Alexander Legler (42, CSU), der Bürgermeister von Alzenau. Außerdem wollen der parteilose Gewerkschafter Özcan Pancarci (50), nominiert von SPD und Grünen, Maili Wagner (42, Freie Wähler) und Max Bruder (30, FDP) gerne Landrat werden. 

(Mit Informationen aus den Lokalredaktionen)

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