Würzburg

Kommunalwahl in Würzburg: Stimmen werden erstmals mit Barcodestiften ausgewertet

Erstmals werden die Stimmzettel der Würzburger Stadtratswahl am 15. März mit speziellen Barcodestiften ausgewertet. Wo liegen die Vorteile und wie hoch sind die Kosten?
Die Kommunalwahl in Würzburg am 15. März wird erstmalig mit Hilfe von Barcodes und Lesestiften ausgezählt.  Foto: Patty Varasano

Die Auszählung der Stadtratswahl am 15. März erfolgt in Würzburg erstmals elektronisch mit Hilfe von Barcodestiften. Hierbei werden die Stimmzettel nach Abgabe mit einem Barcode versehen, der mitsamt der jeweiligen Stimmen mit Hilfe des Stiftes eingelesen wird. Dies gab der Umwelt- und Kommunalreferent der Stadt Würzburg, Wolfgang Kleiner, am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt.

Laut der Pressestelle des Landratsamts Würzburg kam das System bereits bei den letzten Kommunalwahlen in allen Gemeinden des Landkreises zum Einsatz, teilweise sogar schon seit 2002, und so soll auch in Zukunft weiter verfahren werden. Die Erfahrung zeigt, dass das Verfahren nicht nur sicherer ist, sondern auch die Auswertung zeitnah erfolgt – in manchen Fällen schon am Wahlabend selbst. Das war bisher in Würzburg nur bei der von Hand ausgewerteten Oberbürgermeisterwahl möglich.

Scannersystem mit Stiften für circa 100 000 Euro

Darauf verlässt man sich nun auch bei der Stadtratswahl in Würzburg. Die Beobachtungen von Wahlen bei denen das Barcodesystem schon zum Einsatz kam stimmen zuversichtlich, so Kleiner. Dass die Scanner in Würzburg erst jetzt zum Einsatz kommen, habe zwei Gründe: Zum einen hatte man so genug Zeit, um sich der Vorteile des Systems sicher zu sein, zum anderen ist die Verwendung mit einem erheblichen Zeit- und Geldaufwand verbunden. Letzteres ist auch der Grund für die gleichbleibende Auswertung der Oberbürgermeisterwahl von Hand: die Verwendung der Scannerstifte rentiere sich schlichtweg nicht.

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500 der Barcodestifte wurden gekauft und die dazugehörigen Drucker und Laptops angeschafft. Die Kosten der gesamten Technik belaufen sich laut Kleiner auf circa 100 000 Euro. Zudem wurde im Februar 2019 eine Arbeitsgruppe für die anstehende Verwendung der Stifte eingerichtet. Das gesamte System agiert offline, um jeglichen Wahleinmischungen oder Problemen vorzubeugen.

Neben der elektronischen Auswertung gibt es eine weitere Neuerung: die Wahlbenachrichtigungen werden ab jetzt per Brief verschickt. Foto: Patty Varasano

Vorbereitungen mit Schulungen und Support-Teams

Zusätzlich zur üblichen rechtlichen Wahleinweisung werden Wahlhelfer vorab auch im Umgang mit dem neuen elektronischen Wahlauszählungsprogramm und der Nutzung der Barcodestifte geschult. Das Ziel: "Am Wahlabend in jedem Wahlbezirk vier Personen, die im Umgang mit dem System geschult wurden und ihr Wissen vor Ort weitergeben können", so Wolfgang Kleiner.

Für den Notfall soll bei den Auszählungen am Wahltag  auch Unterstützung bereitstehen. Falls es zum Systemausfall oder anderen technischen Problemen kommen sollte, seien zehn im Stadtgebiet verteilte Teams erreichbar und können im jeweiligen Wahlbezirk Hilfe leisten, versicherte Kleiner.

Neben den Barcodestiften wurde bei der Pressekonferenz eine weiter Neuerung vorgestellt: Zur Wahl werden erstmals die Wahlbenachrichtigungen in Form von Briefen verschickt. Hierin finden die Wähler wie gewohnt die Anträge zur Erteilung der Briefwahlunterlagen.

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