Rimpar

Kompromiss um den Erhalt der Mittelschule

Es war eine dicke Kröte, die die Rimparer Räte im Rahmen des Kooperationsvertrags mit dem neuen Schulverband Unterpleichfeld-Estenfeldzu schlucken hatten.
Top saniert: die Maximilian-Kolbe-Schule in Rimpar. In der Marktgemeinde will man weiterhin konsequent auf einen eigenen Schulstandort setzen.
Top saniert: die Maximilian-Kolbe-Schule in Rimpar. In der Marktgemeinde will man weiterhin konsequent auf einen eigenen Schulstandort setzen. Foto: Christian Ammon

Gedrückt, aber kompromissbereit: So ließ sich die Stimmung im Rimparer Marktgemeinderat beschreiben, als es um die Frage eines neuen Kooperationsvertrags mit dem neuen Schulverband Unterpleichfeld-Estenfeld ging.

Ab dem kommenden Schuljahr bleiben zumindest für die kommenden drei - so lange ist die Laufzeit des neuen Vertrags - zwei getrennte Schulstandorte bestehen. Rimpar verliert jedoch seinen M-Zug, ein Aushängeschild, das vielen Schülern den Weg zu weiterführenden Schulen und einem guten Ausbildungsplatz gebahnt hat.

Staatssekretärin will sich ein Bild machen

Die Marktgemeinde Rimpar, die weiterhin konsequent auf einen eigenen Schulstandort setzt, will nun die gewonnene Zeit dazu nutzen, um eine "strukturelle Neuausrichtung für die Maximilian-Kolbe-Schule anzugehen", erklärt Bürgermeister Burkard Losert. Zudem hat er Kontakt zur Spitze der neuen Regierung aufgenommen: Mit Anna Stolz ist dort seit der Landtagswahl die frühere Bürgermeisterin von Arnstein (Lkr. Main-Spessart) für die Freien Wähler Staatssekretärin im Kultusministerium. Von ihr gebe es bereits die Aussage, die Schule besuchen und sich ein eigenes Bild von der Situation machen zu wollen, so Losert. Man habe damit die Möglichkeit, die Stärken der Schule - wie die Ausbildungsplatzgarantie, die in einem Vertrag mit der Gemeinde festgehalten ist - noch deutlicher herauszustellen.

Gleichzeitig äußert Losert ein gewisses "Unbehagen". Die Hintergründe hierfür liegen in der Vorgeschichte - dem Zerwürfnis mit den Gemeinden des nördlichen Landkreises im früheren Schulverbund Markward von Grumbach. Der jetzige Vertrag biete "keine echte Perspektive" für einen dauerhaften Erhalt der Mittelschule. Die ursprünglichen Pläne hatten eine Schließung der Rimparer Mittelschule vorgesehen.

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Nach dem neuen Vertrag ist die Schließung immerhin vom Tisch, und die Rimparer Schule vorerst mit eigener Kostenträgerschaft gesichert. Im Interesse der Eltern sei es zudem wichtig gewesen, zu einem Kompromiss zu finden, so Losert weiter. Vom Schulamt habe er zudem die Zusage erhalten, auch Regelklassen unter dem Schwellenwert einzurichten. Neue Möglichkeiten könnte die Inklusion, also die Einbindung von Schülern aus Förderschulen in die Regelschule, bieten. Eine Stärkung der Schule, die seit Jahren stabile Schülerzahlen zwischen 100 und 150 aufzuweisen hat, erwartet Rimpar auch durch mehrere Neubaugebiete. Sie sollen in den kommenden Jahren ausgewiesen werden und gezielt junge Familien anlocken.

Seit Jahren stabile Schülerzahlen

Zwiespältig und verhalten ist auch die Stimmung in den Fraktionen des Gemeinderats: Ein Teil der CSU-Fraktion sei bereit, die "Hand zur Versöhnung zu reichen", anderen gehe es dagegen zu weit, auf den M-Zug zu verzichten, erklärt Sprecher Bernhard Weidner. Für Harald Schmid von der SPD ist es an der Zeit, "Ruhe reinzubringen". Man habe den Eltern und Lehrern viel zugemutet. Die SPD sei bereit, auf den M-Zug zu verzichten, auch um eine gute Mittelschule im nördlichen Landkreis zu erhalten. "Wir wollen nicht der Totengräber der Mittelschule im Würzburger Norden sein", betonte er und spielte dabei darauf an, dass die Schülerzahlen auch für einen eigenen Standort in Unterpleichfeld schon bald nicht mehr ausgereicht hätten. Ähnlich sieht es Willi Pototzky von der Rimparer Liste-IGU.

Während sich die Räte kompromissbereit zeigten, bleibt der Elternbeirat jedoch bei seiner kritischen Haltung. Die Eltern sehen eine Einschränkung der freien Schulwahl. Vorsitzende Patricia Geißler erklärte, dass der mittlere Bildungsabschluss ein "Zugpferd der Schule" sei. Auch vermisse sie eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit den übrigen sieben Gemeinden des Schulverbands. Sie befürchtet, dass es zu Abstimmungen mit der breiten Mehrheit der sieben übrigen Verbandsmitglieder gegen die Interessen der größten Schule des nördlichen Landkreises kommen könnte: "Wir werden weiter kämpfen", betonte sie, und erhielt dafür lautstarken Beifall der Vertreter aller Fraktionen.

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