Rimpar

Konzept für die Synagoge gesucht

Machen sich Gedanken um den Erhalt der Rimparer Synagoge (von links): Der Rimparer SPD-Vorsitzende und stellvertretende Bürgermeister Harald Schmid, Hannelore Mintzel, Guido Bausenwein und Landtagsabgeordneter und Landkreis-SPD-Vorsitzender Volkmar Halbleib.
Machen sich Gedanken um den Erhalt der Rimparer Synagoge (von links): Der Rimparer SPD-Vorsitzende und stellvertretende Bürgermeister Harald Schmid, Hannelore Mintzel, Guido Bausenwein und Landtagsabgeordneter und Landkreis-SPD-Vorsitzender Volkmar Halbleib. Foto: Thorsten Reppert

Was passiert mit der Rimparer Synagoge? Gibt es eine Chance, das ehemalige jüdische Gotteshaus zu erhalten? Im Lichte der aktuellen Diskussionen um die Zukunft der Synagoge in Rimpar machte sich die Landkreis-SPD um ihren Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib ein Bild vor Ort. Hannelore Mintzel und Guido Bausenwein vom Initiativkreis zum Erhalt der Synagoge im Ort zeigten den Sozialdemokraten ihre Überlegungen.

Die Rimparer Synagoge hat eine reiche Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Unter anderem die Lehmann-Brüder, die später in die Vereinigten Staaten emigrierten und dort die in der Finanzkrise weltweit bekannt gewordene Bank Lehmann Brothers gründeten, waren im 19. Jahrhundert Teil der jüdischen Gemeinde Rimpars. Seit den Novemberpogrom 1938 und der Deportation der Rimparer Juden in die Vernichtungslager wird die historische Religionsstätte jedoch lediglich als Lagerhalle verwendet.

Allerdings sei die Synagoge trotz zweckentfremdeter Nutzung vergleichsweise gut erhalten, machte Hannelore Mintzel deutlich. So ist die bemalte Decke noch teilweise sowie Fensterrahmen und Türen im Original erhalten. Die Farben der Wandmalerei sind noch erkennbar. Eine Besonderheit stellt der achteckige Treppenturm dar, der einzigartig in Franken ist.

Der Zugang zur Synagoge ist jedoch derzeit verbaut. Die Gemeinde hat ein Vorkaufsrecht für ein leerstehendes Gebäude verstreichen lassen, dass den Eingang in das historische Gebetshaus wieder ermöglich hätte, bedauert der Initiativkreis. Stattdessen will der Gemeinderat einen Abbau der Synagoge und einen Wiederaufbau im Freilandmuseum Fladungen prüfen lassen. Nach Überzeugung des Initiativkreises ist dies nur die zweitbeste Lösung. Zunächst einmal sollte die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie für den Erhalt und Zugänglichkeit an Ort und Stelle erarbeiten lassen und die Zuschussmöglichkeiten prüfen, so Mintzel. Hier signalisierte Halbleib, der unter anderem Mitglied im Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung und im Landesdenkmalrat ist, seine Unterstützung.

Der mainfränkische SPD-Landtagsabgeordnete machte jedoch zugleich deutlich, dass die Klärung und Entscheidung in den Händen des Rimparer Gemeinderats liegt. Wenn man die Synagoge in Rimpar erhalten will, müsse der nächste Schritt die Erstellung eines Sanierungs- und Nutzungskonzeptes sein, für das es staatliche Zuschüsse gebe.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Rimpar
  • Deportationen
  • Finanzkrisen
  • Gebäude
  • Juden
  • Judentum
  • Kirchliche Bauwerke
  • Sozialdemokraten
  • Staaten
  • Synagogen
  • Volkmar Halbleib
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
6 6
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!