WÜRZBURG

Kreativwerkstatt für Selbermacher

Der Verein zur Förderung der Stadtbücherei Würzburg, im Bild vertreten durch die Vorstände Christine Martin und Thomas Neumann, unterstützt die Arbeit von Bücherei-Leiterin Anja Flicker (Mitte) und ihrem Team.
Der Verein zur Förderung der Stadtbücherei Würzburg, im Bild vertreten durch die Vorstände Christine Martin und Thomas Neumann, unterstützt die Arbeit von Bücherei-Leiterin Anja Flicker (Mitte) und ihrem Team. Foto: Sabine Dähn-Siegel

Was fällt Ihnen spontan zum Stichwort Stadtbücherei ein? Ausleihe von Büchern, Zeitschriften und anderen Medien? Eine Einrichtung, die sich der Förderung von Informations- und Medienkompetenz widmet? Richtig, das sind die wichtigsten Punkte. Aber moderne Bibliotheksarbeit beschränkt sich nicht darauf.

Diese Institutionen entwickeln sich immer stärker zu einem Ort der Begegnung, der Kommunikation, des Lernens und bieten oft auch kulturelle Veranstaltungen an. „Unser Aufgabenspektrum ist enorm gewachsen“, erklärt Anja Flicker. Seit 2010 Leiterin der mehrfach ausgezeichneten Stadtbücherei Würzburg – unter anderem als Sieger im nationalen Bibliotheksranking und als Partner der Schulen –, liegt ihr deren Fortentwicklung am Herzen. Leicht ist das angesichts der verfügbaren Personal- und Finanzressourcen nicht, Unterstützung ist willkommen. Und so war sie es auch, die ihre guten Kontakte nutzte und die Gründung des Vereins zur Förderung der Stadtbücherei Würzburg anstieß.

Unkomplizierte Unterstützung

Zum Vorstand gehören Thomas Neumann vom Würzburger Verlag Königshausen & Neumann und Christine Martin, Rektorin am Würzburger Wirsberg-Gymnasium. Sie machen sich für die Stadtbücherei stark. Für diese „enorm wichtige Institution“, die, so Neumann kurz nach Vereinsgründung, „in unserer durchökonomisierten Gesellschaft keine Lobby“ habe, müsse man sich einfach engagieren, das sei „eine gesellschaftliche Notwendigkeit“, auch wenn man den Staat keineswegs aus seinen Pflichten entlassen oder öffentliche Kassen schonen will. Aber anders als staatliche oder städtische Stellen „können wir die Bücherei viel schneller und unkomplizierter unterstützen“.

Aktuelles Beispiel: Der Förderverein ermöglichte der Bibliothek, für rund 3500 Euro einen 3-D-Drucker anzuschaffen – ganz ohne großen Papierkram, ohne lange Antrags- und Bearbeitungszeiten. Schön und gut, doch was hat so ein Gerät in der Stadtbücherei zu suchen? Was hat das mit Lesen oder Leseförderung zu tun? Auf den ersten Blick wohl nichts. Aber es hat zu tun mit Weiterentwicklung, mit verändertem Aufgabenspektrum und Selbstverständnis der Bücherei.

„Bei uns kann man sich nicht nur mit Infos und Medien über den Do-It-Yourself-Bereich versorgen, wir wollen demnächst auch mein Büro zu einer Kreativwerkstatt umbauen. In ihr können dann interessierte Privatleute Werkzeug, moderne Geräte wie beispielsweise den 3-D-Drucker und Software kennenlernen und ausprobieren“, erklärt Anja Flicker. Eine solche Werkstatt – oft auch bezeichnet als „FabLab“ oder „Makerspace“ – verringert eventuelle Schwellenangst, zieht sicherlich neue (Bücherei-)Nutzer an, Menschen, die das Falkenhaus sonst nur von außen kennen.

Neumann und Martin nennen weitere Beispiele für die Unterstützung der Bücherei durch ihren Verein: Schon vor einigen Monaten hat er einen Kurzdistanz-Beamer finanziert, der bei Schulungen eingesetzt wird, mit brillantem Bild, geringem Platzbedarf und der mit unkomplizierter Bedienung punktet.

Und die Lego-Education-Kisten, deren Anschaffung mittels einer vom Förderverein initiierten Lesung mit dem bekannten Krimi-Autor Andreas Föhr ermöglicht wurde, entpuppen sich als ausgesprochen begehrt. Ohne dass die Stadtbücherei dafür werben musste, waren die sinnvollen Kreativlernmittel ständig ausgeliehen.

Ganz klar definiert der Förderverein sein Ziel: Helfen, das Angebot der Stadtbücherei auszubauen, ihre zeitgemäße Entwicklung sowie den Zugang zu Wissen und Wissenstechniken zu unterstützen.

Das A und O auf dem Weg dorthin ist – neben den Mitgliedsbeiträgen – ehrenamtliche Arbeit: „Wir werben Geld- und Sachmittel ein, veranstalten Vorträge, Lesungen, Konzerte, gestalten und verkaufen Kunstkarten, machen Öffentlichkeitsarbeit, suchen Kooperationspartner.“

Und das ziemlich erfolgreich, wie die Einnahmen von über 7000 Euro aus knapp drei Jahren Engagement zugunsten der Stadtbücherei Würzburg zeigen.

Im November 2014 mit anfangs gut 30 Mitgliedern gegründet, zählt der Verein aktuell 50. Davon sind knapp ein Dutzend aktiv. Und die freuen sich natürlich „über jeden weiteren Ideengeber und Unterstützer“, wie die Vereinsvorstände Christine Martin und Thomas Neumann betonen.

Rückblick

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