Sommerhausen

Kreisverkehr wird eineinhalbmal so teuer

Die Baubranche brummt. Steigende Preise sind die Kehrseite. Das hat sich jetzt auch am geplanten Kreisverkehr in Sommerhausen gezeigt.
Die großzügige Kreuzung an der Sommerhäuser Mainbrücke gilt als Unfallschwerpunkt. Das soll ein Kreisverkehr ändern. Foto: Gerhard Meißner

Steigende Preise sind die Kehrseite der boomenden Baukonjunktur. Das bekommt auch der Landkreis Würzburg zu spüren. Der geplante Kreisverkehr an der Ortsausfahrt von Sommerhausen wird fast eineinhalbmal so teuer wie ursprünglich berechnet. Trotzdem will man in den sauren Apfel beißen.

Eigentlich sollten längst die Baumaschinen rollen an der Kreuzung zwischen Erlacher Steige, Mainbrücke und der Sommerhäuser Ortszufahrt. Die Kreuzung gilt als Unfallschwerpunkt, weil sie zu großzügig und übersichtlich ausgebaut ist und ortsfremde Fahrer zur Verletzung der Vorfahrt verleitet. Die Kreuzung zu einem Kreisverkehr auszubauen, steht deshalb schon lange auf der Wunschliste des Sommerhäuser Gemeinderats.

Neue Anbindung an die B 13

Dass der Wunsch in Erfüllung geht, liegt auch an den langfristigen Plänen des Staatlichen Bauamts. Dort will man die Anbindung der Mainbrücke an die B 13 völlig überarbeiten und braucht deshalb eine sichere Verbindung zwischen der Abfahrt von der Bundesstraße und der Brücke.Der Kreisverkehr sollte der erste Schritt dazu sein.

Weil sich an der Kreuzung die Kreisstraße WÜ 16 und die Ortsdurchfahrt von Sommerhausen treffen, betrifft die Baumaßnahme den Bund, den Landkreis und den Markt Sommerhausen gleichermaßen. Rund die Hälfte der Kosten sollte der Landkreis tragen, 30 Prozent die Gemeinde.

Gesamtkosten von 770 000 Euro waren im Haushalt des laufenden Jahres eingeplant worden.Das günstigste Ergebnis der Ausschreibung lag jedoch bei 1,25 Millionen Euro - 355 650 Euro über Plan. Solche krassen Abweichungen könnten zu einer Rücknahme der Ausschreibung führen. Im vorliegenden Fall habe die Regierung von Unterfranken allerdings dazu geraten, den Auftrag zu vergeben, heißt es seitens des Staatlichen Bauamts.

Marktgerechter Preis

Der angebotene Preis entspreche der derzeitigen Marktlage, und angesichts der hohen Auslastung in der Baubranche sei zu erwarten, dass eine neuerliche Ausschreibung zu einem noch höheren Ergebnis führt. Außerdem galt die Maßnahme als unaufschiebbar.

Landrat Eberhard Nuß hat deshalb auf dem Weg einer dringlichen Anordnung den Auftrag kurz vor der Sommerpause vergeben. Der Kreisausschuss billigte die überplanmäßigen Ausgaben in seiner jüngsten Sitzung. Der Anteil des Landkreises an dem Projekt erhöht sich damit um 97 000 Euro, der Markt Sommerhausen muss 59 000 Euro mehr bezahlen. Allerdings steigen auch die Zuschüsse um 135 000 Euro.

Aufs nächste Jahr verschoben

Mit der Dringlichkeit ist es allerdings inzwischen nicht mehr ganz so weit her. Weil man ein Verkehrschaos während des Weihnachtsmarkts vermeiden will, hat die Gemeinde Sommerhausen darum gebeten, die Bauarbeiten ins nächste Frühjahr zu verlegen. Auch diesem Wunsch gab der Landkreis statt.

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