WÜRZBURG

Künftig Militärmaterial in bayerischen Rettungswagen

Um auf einen Terroranschlag vorbereitet zu sein, haben Rettungswagen in Bayern künftig militärische Sanitätsausrüstung an Bord. Wie die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (AGBN) mitteilte, empfiehlt das Innenministerium eine Reihe neuer Ausrüstungsgegenstände. Darunter sind unter anderem sogenannte Tourniquets zum schnellen Abschnüren von stark blutenden Gliedmaßen.

„Bei einem Terroranschlag ist keine Zeit“

„Bei einem Terroranschlag ist keine Zeit, einen stark blutenden Patienten vor Ort zu stabilisieren“, erläuterte Peter Sefrin, Vorsitzender der AGBN. Grund dafür sei die Gefahr des „Zweitschlags“, also etwa einer zweiten Bombe kurze Zeit nach einer ersten Explosion. Mit dem Abschnüren von Gliedmaßen werde das Prinzip „life before limb“ („Leben vor Gliedmaßen“) umgesetzt.

Neue Herausforderungen

Bei herkömmlichen Rettungseinsätzen gelte dagegen das sogenannte Prinzip „stay und play“ („Bleiben und spielen“): „Das heißt, dass wir in der Regel bei einem Einsatz den Patienten vor Ort so lange versorgen, bis er transportfähig ist“, sagt Christina Gold, Pressesprecherin des Malteser Hilfsdienstes in Würzburg. „Bei Terrorlagen dagegen kann es wichtig sein, den Verletzten so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone zu bringen.“ Helfen sollen dabei große Mullbinden aus speziellem Material, das vor allem beim Militär eingesetzt wird und bislang nicht zur Ausstattung der Rettungswagen gehört.

Finanzierung über Krankenkassen

Ungewöhnlich schnell sei die Freigabe der Finanzmittel für die Tourniquets durch die Krankenkassen erfolgt, so dass die Ausrüstung der Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug wohl bereits in den nächsten Wochen erfolgen könne, so Paul Justice, verantwortlich im Rettungsdienst-Zweckverband für die Stadt Würzburg sowie die Kreise Würzburg-Land, Main-Spessart und Kitzingen. Allein in diesem Bereich werden insgesamt rund 40 Fahrzeuge mit den Tourniquets ausgestattet.

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