Würzburg

Künstliche Intelligenz: Europa-Kongress läuft in Würzburg

Es ist ein Mega-Thema: maschinelles Lernen und die Entwicklung künstlicher Intelligenz. In Würzburg treffen sich diese Woche über 800 führende Forscher aus aller Welt.
Ein Experte für die Experten: Sumit Gulwani aus der Forschungsabteilung von Microsoft hielt am Montagabend in der Würzburger Neubaukirche den Eröffnungsvortrag des fünftägigen Kongresses zur Künstlichen Intelligenz. Foto: Johannes Kiefer

840 Teilnehmer aus weltweit 48 Ländern treffen sich diese Woche in Würzburg, um neueste Erkenntnisse zur Künstlichen Intelligenz (KI) auszutauschen und zu diskutieren. Der in Europa wichtigste Fachkongress wird ausgerichtet von der Julius-Maximilians-Universität, wo derzeit das neue KI-Zentrum CAIRA (Center for Artificial Intelligence in Research and Applications) aufgebaut wird. Der Freistaat fördert das Zentrum im Rahmen seiner KI-Strategie.

Seit 21 Jahren findet der Kongress jährlich in einem anderen europäischen Land statt. Eröffnet wurde er in Würzburg am Montagabend in der voll besetzten Neubaukirche von Uni-Präsident Alfred Forchel und Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake. Den Auftaktvortrag hielt Sumit Gulwani aus der Forschungsabteilung von Microsoft. Der Experte zeigte konkrete Ansätze, wie Text- und Datenprogramme in ihrer Anwendung durch KI-Elemente vereinfacht und bequemer gemacht werden können.  

Boom-Thema Künstliche Intelligenz

Die Fachtagung trägt den Titel "European Conference on Machine Learning and Principles and Practice of Knowledge Discovery in Databases (ECML PKDD)" und verzeichnet in Würzburg einen Rekordbesuch. "Das Thema boomt", sagt Informatik-Professor Andreas Hotho (Lehrstuhl für Data Science), der den Kongress zusammen mit Prof. Marc Erich Latoschik (Lehrstuhl Mensch-Computer-Interaktion) organisiert.

Teilnehmer aus 48 Ländern: die voll besetzte Neubaukirche bei der Eröffnung des KI-Kongresses.  Foto: Johannes Kiefer

Immer mehr Daten werden digital gesammelt. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Frage, wie diese Daten noch genauer analysiert werden und wie Algorithmen verbessert werden können. Unter den Teilnehmern - darunter rund 250 aus Deutschland - sind viele Doktoranden, aber auch Professoren, die zur Künstlichen Intelligenz forschen. Sie nutzen den Kongress zum Austausch und zur möglichen Planung gemeinsamer Projekte.

130 ausgewählte Vorträge

Auch Vertreter aus den Forschungslaboren großer Industrie- und Softwareunternehmen sind dabei - auf der Suche nach neuen Entwicklungen für  ihre Produkte. Die Bewerberliste, um auf dem Kongress eigene Arbeiten vorzustellen, war lang. Laut Hotho wurden von über 700 eingereichten Themen die besten 130 Vorträge ausgewählt. Außerdem hat man einige Spitzenforscher eingeladen. Neben Vorträgen werden beim Kongress auch Fachpublikationen präsentiert sowie Workshops und Tutorials gehalten. 

Stolz, dass die Universität Würzburg in diesem Jahr den europaweit bedeutendsten KI-Kongress ausrichten darf: Präsident Alfred Forchel. Foto: Johannes Kiefer

Der Kongress dauert noch bis Freitag. Vor zwei Jahren hatte die Universität Würzburg den Zuschlag erhalten. Die Ausrichtung ist "extrem wertvoll für den Standort", sagt Andreas Hotho mit Blick auf das enstehende KI-Zentrum, für dessen Einrichtung er verantwortlich ist. Würzburg könne damit eine "große Sichtbarkeit in der Forschungscommunity" erzielen. Und wer weiß: Vielleicht findet sich der eine Teilnehmer oder die andere Teilnehmerin künftig in einer KI-Professur in Würzburg wieder.

Das komplette Programm und Infos zum Verlauf des Kongresses im Internet: www.ecmlpkdd2019.org

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