Ochsenfurt

Kultursommer Maindreieck: Warum das Experiment gelungen ist

Die Organisatoren waren skeptisch, doch der Kultursommer MainDreieck gilt als gelungen. Was besonders gut beim Publikum ankam.
Auch Shakespeares 'Romeo und Julia' war beim Kultursommer MainDreieck zu sehen. Aufgeführt wurde das Stück durch das Ensemble Persona in Eibelstadt am Marktplatz.
Auch Shakespeares "Romeo und Julia" war beim Kultursommer MainDreieck zu sehen. Aufgeführt wurde das Stück durch das Ensemble Persona in Eibelstadt am Marktplatz. Foto: Johannes Kiefer

Klassische Balladen, rezitiert und gesungen - im Ochsenfurter Gau? Shakespeares Romeo und Julia wo sonst fröhlich bei Weinfesten geschöppelt wird? Da waren – im Nachhinein gestehen sie es ein – selbst die Organisatoren skeptisch. Aber das Experiment ist geglückt.

Bastian Lange, Manager der Interkommunalen Allianz (ILE) MainDreieck und Heiner von Zobel, Hausherr von Schloss Darstadt, ziehen Resümee. Sie seien noch ganz hingerissen von dem Ambiente, das das Darstadter Schloss beim Kultursommer Maindreieck abgegeben hat – und finden den Balladen-Abend – man glaubt es kaum - in der Nachschau sogar noch einmal wuchtiger als die Theater-Nacht. Gelegen hat das unter anderem an der absolut ungewöhnlichen Präsenz des Schlosses mit professioneller Illumination und dem begeisternden Bariton Benedikt Eder. Auch Kerzen waren im Spiel und ein besonderes Catering, in das sich die Familie von Zobel persönlich eingebracht hat. Schloss Darstadt wird wohl als die Entdeckung als Event-Kulisse in die Zukunft des Kultursommers eingehen.

Klassische Balladen beim Kultursommer am Zobel-Schloss in Darstadt: Auf der Bühne Stephan Clobes (links) und Rezitator Tobias Maehler vom Münchner Ensemble Persona.
Klassische Balladen beim Kultursommer am Zobel-Schloss in Darstadt: Auf der Bühne Stephan Clobes (links) und Rezitator Tobias Maehler vom Münchner Ensemble Persona. Foto: Bastian Lange

Und obwohl der Aufwand mit zwei Bühnen für nur jeweils eine Nacht und dazu die große Hitze am Wochenende von Zobel als "Plagerei" bezeichnet wird: "Es war es wert!" Er wäre zu weiteren Experimenten bereit, hatte er doch selbst zunächst nicht geglaubt, dass er an Klassischen Balladen etwas finden würde. Lange stimmt ein: "Dieses Ergebnis war die ganze Mühe wert."Es habe auch nur positives Feedback gegeben, vom Publikum und den Künstlern, dem Ensemble Persona, so Lange. Es bestreitet für gewöhnlich das Sommer-Open-Air im Münchner Schloss Nymphenburg und gastiert selten zu sehr ausgewählten Gelegenheiten. Bei einer Fortbildung sei der Kontakt zustande gekommen und im Januar mit der Suche nach Kulissen vertieft worden. Letztlich sei es so gut gewesen, dass sich 30 bis 40 Zuhörer, so schätzt Lange, spontan noch Karten für die folgende Nacht für Romeo und Julia besorgten.

Tobias Maehler riss das Publikum mit

Das verbindende Element zwischen beiden Abenden war vor allem die mitreißende Persönlichkeit Tobias Maehler, künstlerischer Leiter des Ensemble Persona. Sein Entertainment riss das Publikum mit und auf die Bühne. Das gelang in Darstadt und endete damit, dass Stephan Clobes, Studiendirektor a.D. aus Tückelhausen, sich herausfordern ließ. Er gab schließlich – ebenfalls in großer Bühnenqualität – "Der Sänger" von Johann Wolfgang von Goethe zum Besten. In Eibelstadt galt es kurzfristig aus dem Publikum heraus die Feier- und Festgesellschaft im Stück mit Statisten zu besetzen. Es hätten gerne weit mehr als die 15 geforderten Teilnehmer mitgemacht, darunter Teenager und Senioren. Von wegen nur Theater mit dem Stadtschreiberhaus als Kulisse– es war ein Event, das auch Eibelstadt mit dem Engagement der Freiwilligen Feuerwehr und des 1. FC Eibelstadt beim Catering zu einem Ort machte, der neu zu entdecken war. Fast 500 Gäste hatten Grund für Standing Ovations.

Leidenschaftliche Küsse bei Shakespeares 'Romeo und Julia'.
Leidenschaftliche Küsse bei Shakespeares "Romeo und Julia". Foto: Johannes Kiefer

Ganz ausverkauft waren die beiden Veranstaltungen nicht, aber Bastian Lange rechnet damit, die schwarze Null zu erreichen. Die Begeisterung aus dem Wochenende will er Ende Juli mit in die ILE Lenkungsgruppe mitnehmen. "Das Feuer brennt", sagt er. Ihm schwebt vor, den Kultursommer tatsächlich sukzessive auf zwei bis drei Wochenenden zu erweitern und ein inhaltlich breites Programm anzubieten, damit es ein echter Kultursommer wird – als völlig eigene Veranstaltung, möglichst für alle Interessensgruppen. Kommunen und Privatleute sollen Hand in Hand spielen. Auch lokale Künstler will er vernetzten und einbinden.

Schon diesmal kam das Publikum unter anderem aus Nürnberg und Bad Kissingen. Würzburger waren vor allem in Eibelstadt gut präsent. Natürlich war die Vorbereitung auch lehrreich, sagt Lange und will nicht erst wieder im Januar mit der Organisation beginnen müssen und auch das Marketing kann noch angepasst werden.

Der Kultursommer Maindreieck wird reifen und wachsen, ist er sicher. Veranstalter waren die Städte Ochsenfurt und Eibelstadt.

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