Eibelstadt/Ochsenfurt

Kultursommer: Romeo und Julia unter freiem Himmel

Die Allianz Maindreieck führt ihren Kultursommer fort. Neben einem Balladenabend gibt es Shakespeares berühmte Tragödie zu sehen - mit einem etwas anderen Schwerpunkt.
Die Allianz Maindreieck veranstaltet einen Kultursommer. Im Bild von links Bürgermeister Markus Schenk (Eibelstadt), Bürgermeister Peter Juks (Ochsenfurt) und Allianzmanager Bastian Lange. Foto: Claudia Schuhmann

Mit "Carmina Burana" fing alles an: Die Aufführung des gewaltigen Chorwerks, die 2018 in Ochsenfurt stattfand, bildete den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe, die die Interkommunale Allianz Maindreieck in ihren zwölf Mitgliedsgemeinden fest etablieren will: den Kultursommer. Jede Gemeinde soll dabei der Reihe nach zum Zuge kommen, erklärt Allianzmanager Bastian Lange die Idee. Zur Allianz gehören Eibelstadt, Frickenhausen, Marktbreit, Marktsteft, Obernbreit, Ochsenfurt, Randersacker, Segnitz, Sommerhausen,  Sulzfeld, Theilheim und Winterhausen. In diesem Jahr hat die Stadt Eibelstadt Gelegenheit, sich als Veranstaltungsort zu präsentieren. Außerdem ist der kleine Ochsenfurter Stadtteil Darstadt mit dabei, wo im Garten des Zobelschlosses ein Balladenabend stattfinden wird.

Tobias Maehler ist kaum zu bremsen. Am Telefon erklärt er voller Begeisterung, was sein "Ensemble Persona" beim Kultursommer bieten möchte. Bastian Lange hat die in München beheimatete Truppe für die beiden Veranstaltungen am 28. und 29. Juni gewonnen. Zur Eröffnung am 28. Juni wird in Darstadt die "Sommernacht der klassischen Balladen" präsentiert, am nächsten Tag ist dann William Shakespeares weltbekanntes Stück "Romeo und Julia" vor dem Eibelstadter Rathaus als Open Air zu sehen.

Authentische Töne statt Schmalz

Aber diese Romeo-und-Julia-Aufführung wird anders sein, verspricht Tobias Maehler. Der gelernte Schauspieler und Kulturmanager und seine Truppe nähern sich dem Stück auf ganz ungewöhnliche Weise und nicht so, wie es beim Regietheater üblich ist. Maehler geht es in erster Linie um die enorme sprachliche Macht, die Shakespeares Text innewohnt. Er will die Poesie solcher großen Texte herausarbeiten, die seiner Meinung nach in "gut gemeinten" Aufführungen nach gewohntem Muster oft gar nicht entdeckt, geschweige denn erlebbar wird.

Theatertönendes Deklamieren der langen Monologe oder den althergebrachten Einsatz von Stand- und Spielbein wird es in Eibelstadt nicht geben. Authentische Töne statt schmalzigem Schmachten verspricht Tobias Maehler. Und dennoch eine "richtige" Aufführung, in der die berühmte Balkonszene und zünftige Fechtereien nicht fehlen dürfen. Der Marktplatz vor dem Rathaus in Eibelstadt bietet für diese Aufführung den passenden Rahmen. Etwa 650 Zuschauer finden Platz.

"Es muss etwas Außergewöhnliches sein, das aus den normalen Veranstaltungen heraussticht."
Peter Juks, Bürgermeister von Ochsenfurt

Einen ebenso schönen Spielort hat Bastian Lange mit dem Garten des Zobelschlosses in Darstadt gefunden. Dort wird es zwar nur 320 Plätze geben, dafür aber ein ganz besonderes Programm. Bei der "Sommernacht der klassischen Balladen" zeigt das "Ensemble Persona" ein Zusammenspiel von Musik und Sprache, von Texten Goethes und Schillers mit Melodien von Franz Schubert und Robert Schumann.

Obwohl organisatorisch die Fäden bei der Allianz Maindreieck zusammenlaufen, sind die jeweiligen Kommunen die Veranstalter. In diesem Fall Eibelstadt für "Romeo und Julia" und Ochsenfurt für die Balladennacht. Die Veranstalter tragen das finanzielle Risiko, das etwa durch Ausgaben für die Schauspieler, für Bühne, Technik und Bestuhlung entsteht. Auf rund 25.000 Euro beläuft sich das Budget für Eibelstadt, mit etwas weniger wird für Darstadt gerechnet.

Diesmal gibt es feste Plätze

Neben den Eintrittsgeldern wird der Kultursommer auch über Sponsorengelder und Zuschüsse finanziert, etwa von den Gemeinden, vom Landkreis, dem Bezirk, dem Amt für ländliche Entwicklung und dem Kulturfonds Bayern. Die Veranstalter sind auch selbst für den Rahmen wie etwa die Verpflegung zuständig. Getränke und Häppchen soll es selbstverständlich auch in diesem Jahr geben.

"Da haben wir dazu gelernt", sagt Juks. Das heißt, dass diesmal mit der Eintrittskarte ein fester Platz gleich mit erworben wird. Bei "Carmina Burana" gab es Karten in verschiedenen Kategorien, am Abend der Aufführung aber freie Platzwahl, so Juks weiter. Das habe dazu geführt, dass so mancher Besucher vor der Aufführung in der Halle ausharrte, um Plätze freizuhalten, während Gatte oder Gattin eine Erfrischung zu sich nahm. Diesmal sollen alle entspannt etwas konsumieren und hinterher einfach ihren Platz einnehmen können.

Absage nur bei ganz schlechtem Wetter

Anders als bei "Carmina Burana", wo Sänger und Besucher in der Dreifachturnhalle vor etwaigen Wetterkapriolen sicher waren, ist der diesjährige Kultursommer mit seinen beiden Freiluftveranstaltungen vom Wetter deutlich stärker abhängig. Bastian Lange ist aber zuversichtlich, dass alles wie geplant ablaufen wird. Nur bei wirklich grobem Wüten der Elemente müssten die Veranstaltungen wohl abgebrochen werden, meint er. Leichter Regen lasse sich mit Ponchos ganz gut aushalten.

"Mit dem Kultursommer wollen wir nicht nur was für Touristen machen", sagt Lange. Vielmehr solle auch für die Bürger ein schönes Lebensumfeld in einer Region geschaffen werden, die viel zu bieten habe. Deshalb, ergänzt Juks, müssten die Veranstaltungen des Kultursommers über ein etwas aufgepepptes Weinfest deutlich hinausgehen: "Es muss etwas Außergewöhnliches sein, das aus den normalen Veranstaltungen heraussticht."

Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Karten können online unter www.suedliches-maindreieck.de bestellt werden und sind auch erhältlich im Rathaus Eibelstadt sowie in den Tourist-Infos in Ochsenfurt, Sommerhausen, Marktbreit, Randersacker und Würzburg.

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