WÜRZBURG

Landesbischof Bedford-Strohm begeistert die Ehrenamtlichen

Den Großen Förderpreis der Aktion Zeichen setzen, gestiftet von der Fürstlich Castell'schen Bank, überreichte deren Vorstand Klaus Vikuk (Zweiter von links) an die Diözesanbeauftragte Claudia Walter(von links nach rechts), Gebärdendolmetscherin Birgit Schäfer, Herbert Geisler, Ursula Merz, Erna Kübert, Doris Ehrenreich, Hedda Benesch, Margrit Bielefeldt, Pfarrer Horst Sauer und Gerlinde Koch (Ökumenische Hospizgruppe für Gehörlose). Foto: Angie Wolf

Da swingt auch der Landesbischof: Als der Gospelchor Troubadour aus Rimpar (Lkr. Würzburg) unter Leitung von Frank Förster spontan ein kleines Konzert gab, hielt es die 325 geladenen Gäste im Würzburger Vogel Convention Center (VCC) nicht auf den Plätzen: Aufstehen, Mitklatschen, die Begeisterung stand allen ins Gesicht geschrieben.

Video

"Zeichen Setzen" 2018 im VCC Würzburg

Die gelungene musikalische Einlage bereicherte die diesjährige Verleihung der Preise der Ehrenamtsaktion Zeichen setzen von Mediengruppe Main Post und dem Bildungshaus Lernwerk Volkersberg der Diözese Würzburg mit Sitz in Bad Brückenau (Lkr. Bad Kissingen).

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm war Pate

Ehrengast und Pate war heuer der evangelische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Er kam aus Berlin, wo er am Nachmittag zusammen mit dem Kardinal von München-Freising, Reinhard Marx, bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war. Es ging darum, wie die Bundesregierung die Erfahrung der beiden Kirchen mit Afrika nutzen könnte. Und damit war man auch schon beim Thema Ehrenamt: Im Gespräch mit Main-Post-Redakteurin Andrea Czygan berichtete Bedford-Strohm von seinem eigenen ehrenamtlichen Engagement in Ruanda, bei dem es um die Versorgung von Waisenkindern, um Schule und Beruf geht. Die Ehrenamtlichen bezeichnete er als hoffnungsfrohe Menschen, die anpacken, und dadurch auch ein viel erfüllteres Leben hätten. „Dieser Abend ist ein großer Quell der Hoffnung“, lobte er die Anwesenden. Die christliche Nächstenliebe sei sicher eine besondere Motivation. Und Statistiken zeigten, dass Leute aus der Jugendarbeit häufiger ehrenamtlich engagiert seien. Gleichwohl, betonte Bedford-Strohm, er freue sich über jeden, der sich für andere einsetzt.

Der Landesbischof fand auch deutliche Worte zur Politik: Eine ganze Reihe der anwesenden Initiativen kümmert sich um Flüchtlinge. Wer das tut, der sah sich in diesem Jahr Hassparolen im Internet ausgesetzt und musste eine erbitterte politische Debatte zu diesem Thema miterleben.

Video

Interview mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm - Zeichen Setzen 2018

„Heute ist die Stimmung schon anders als vor einem halben Jahr“, so Bedford-Strohm. „Jetzt haben viele gemerkt, dass das ein Holzweg war.“ Viele Politiker seien jetzt dankbar für das Engagement für Flüchtlinge. Politiker müssten genau fragen, welche Ängste es gebe, welche berechtigt seien und Lösungen bieten statt Ängste zu verstärken. „Hört auf, verliebt zu sein in die Krise“, so ein Motto des Bischofs.

Bedford-Strohm hat auch an der zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz in Kattowitz teilgenommen: „Ich mische mich ein.“ Die Frage „Was hinterlassen wir den nächsten Generationen?“ müsse sich jeder von uns immer wieder stellen.

Er forderte eine Veränderung des Lebensstiles in den Industrienationen und brachte ein Beispiel aus seinen Erfahrungen in Afrika: Dort vertrockneten infolge der Klimaveränderung Äcker und Weiden – die Afrikaner selbst verursachten aber nur einen verschwindend geringen Teil der Kohlendioxid-Emissionen. Die Gäste im VCC unterbrachen das Gespräch mit Bedford-Strohm mehrfach mit spontanem Beifall. Er sprach ihnen offensichtlich aus der Seele.

Zur Würdigung des Ehrenamtes im Rahmen der Aktion Zeichen setzen stellte Main-Post-Redakteurin Regina Krömer die 15 in diesem Jahr in der Serie vorgestellten Initiativen aus Unterfranken vor, deren Aktive eingeladen waren. Fünf bekamen die Förderpreise. Chefredakteur Michael Reinhard hatte in seiner Begrüßung betont, dass eigentlich jede Gruppe einen Preis verdient hätte: „Sie alle sind heute Ausgezeichnete.“

Fotoserie

„Zeichen setzen“ 2018

zur Fotoansicht

Preisträger 2018

Fünf Förderpreise wurden von der Aktion Zeichen setzen in diesem Jahr vergeben. Die Mediengruppe Main-Post und das Lernwerk Volkersberg würdigen damit bürgerschaftliches Engagement.

Die Fürstlich Castell'sche Bank stiftet den ersten Preis von 3000 Euro. Er geht an die Ökumenische Hospizgruppe für Gehörlose. Es ist eine deutschlandweit einmalige Einrichtung: Eine feste Gruppe von gehörlosen Hospizhelfern begleitet Menschen im Sterbeprozess – Menschen, mit denen die übliche Kommunikation nicht möglich ist. Doris Ehrenreich hat die Gruppe vor mehr als 15 Jahren gegründet. Ihr war klar: Hörende Hospizbegleiter sind Gehörlosen gegenüber hilflos, weil sie sich nicht verständigen können. Die siebenköpfige Gruppe versucht, überall in der Diözese Würzburg präsent zu sein und ist bei Bedarf täglich vor Ort.

Die Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg beteiligt sich an der Aktion mit einem Förderpreis von 1500 Euro. Den Preis bekam der Gospelchor Troubadour aus Rimpar. Die Auftritte des Chores sind ein Erlebnis: Die Zuhörer sind hingerissen und nach dem Konzert bereit, zu spenden. Rund 10 000 Euro kann der Chor jedes Jahr an soziale Organisationen in der Region übergeben. Spenden gingen etwa an die Bahnhofsmission oder an die Würzburger Tafel. Der Chor verlangt keinen Eintritt. An jedem Montagabend wird geprobt.

Das Evangelische Dekanat Würzburg ist mit einem Förderpreis von 1000 Euro beteiligt. Er geht an das Landjugendhaus Dipbach der Katholischen Landjugendbewegung. Ein Selbstversorgerhaus mit 30 Betten und einem großen Garten zu managen, das ist eine echte Aufgabe. Da packt eine Gruppe von jungen Frauen und Männern ehrenamtlich ordentlich zu und hält das Landjugendhaus in Dipbach im Landkreis Würzburg in Schuss und den Gästebetrieb am Laufen. „Kümmern ums Haus“ nennt sich der Arbeitskreis, der bei der Renovierung und Sanierung eingespannt war, der auch jetzt dafür sorgt, dass Buchungen und Gästebegrüßungen organisiert werden.

Der Preis des Lernwerk Volkersberg über 500 Euro geht an das Kinderhaus in der Anker-Einrichtung in Schweinfurt. Das Kinderhaus hat Modellcharakter. Das Miteinander von Ehrenamtlichen, geführt von zwei professionellen Erzieherinnen, und die vielfältige Angebotspalette für die Flüchtlingskinder ist beispielhaft in ganz Bayern. Aktuell sind 20 Ehrenamtliche ganz unterschiedlichen Alters im Einsatz. 800 bis 1000 Stunden leisten die Ehrenamtlichen jährlich in der Betreuungsarbeit. Allen gemein ist das Engagement und der Mut zu einem wertschätzenden Bekenntnis gegenüber Flüchtlingen und ihren Schicksalen.

Den Preis der Mediengruppe Main-Post über 1000 Euro erhält die Aktion Hoffnung schenken in Neustadt am Main. Christian Reckentin gründete zusammen mit acht weiteren Männern den Verein Hoffnung schenken. Ziel ist es, Familien zu helfen, die schwere Schicksalsschläge erlebt haben. Insgesamt 18 kleine und große Projekte hat der Verein seit 2015 unterstützt. Er konnte bereits 60 Fördermitglieder gewinnen. Jeder gespendete Cent geht zu 100 Prozent an die bedürftigen Familien. Die Spenden zeigen das Vertrauen, das die Helfer genießen: Insgesamt kamen in den letzten drei Jahren rund 87 000 Euro zustande

Die Aktion wird 2019 fortgesetzt. Bewerbungen richten Sie bitte an:

Main-Post GmbH Berner Straße 2 97084 Würzburg E-Mail: zeichensetzen@mainpost.de

Lernwerk Volkersberg Volkersberg 1 97769 Bad Brückenau E-Mail: zeichensetzen@volkersberg.de

Den Preis des Lernwerks Volkersberg übergab Michael Koch an Heike Löser, Hilke Neubauer, Rebecca Paul, Barbara Finzel und Christine Steinmüller (Kinderhaus der Ankereinrichtung Schweinfurt). Foto: ANGIE WOLF
Den Preis des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Würzburg überreichte Dekanin Edda Weise an Rebekka Hettrich, Simon Eisenbacher, Christiane Eisenbacher, René Pröstler und Regina Mack (Landjugendhaus Dipbach). Foto: ANGIE WOLF
Den Preis der Mediengruppe Main-Post erhielten Heiko Schramm, Helmut Eschenbach, Jens Höfling, Jörg Höhlein und Christian Reckentin (Aktion Hoffnung schenken) von Main-Post-Redakteur Roland Pleier. Foto: ANGIE WOLF
Über den Preis der Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg freute sich der Gospelchor Troubadour aus Rimpar. Die Laudatio hielt Joachim Erhard. Der Chor sang Medleys aus afrikanischen Liedern und Gospelklassikern. Foto: ANGIE WOLF
Begeisterte die Anwesenden: der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, diesjähriger Pate der Aktion Zeichen setzen. Foto: Angie Wolf
Gute Laune: Landesbischof Bedford-Strohm im Gespräch mit Ehrenamtlichen. Foto: Angie Wolf

Rückblick

  1. Preisträger Aktion Zeichen setzen: „Wertschätzung für unsere Arbeit“
  2. Aktion "Zeichen setzen": Applaus für die Rosa Hilfe
  3. Rosa Hilfe Würzburg: "Wir nehmen jedes Anliegen ernst"
  4. Fußballturnier für Kinder der Intensivstation
  5. 50 Jahre Seniorenkreis: Der Donnerstag als Höhepunkt der Woche
  6. Die Rettung altgedienter Haushaltshelfer
  7. Bad Königshöfer Promiband schunkelt für einen guten Zweck
  8. Ehrenamtliche helfen, damit der letzte Wunsch in Erfüllung geht
  9. Einkaufen und Kaffeetrinken im Dorfladen
  10. Der lange Atem der Auber Museumsmacher
  11. Hospizarbeit: Zeit schenken, zuhören und da sein
  12. Engagement für Herzensthemen
  13. Selbst aktiv werden für die Integration
  14. Erkennen, was Leben mit Behinderung heißt
  15. Ein wirklich vorbildliches Kirchturm-Denken
  16. Wunderbare Anerkennung für die Arbeit
  17. Landesbischof Bedford-Strohm begeistert die Ehrenamtlichen
  18. Viele Wege, anderen zu helfen
  19. „Wir wären nichts ohne das Ehrenamt“
  20. Gelebtes Miteinander im Café Diwan
  21. Betreuung mit Liebe und Zuwendung
  22. Ein „Buntes Netz“ der Hilfsbereitschaft
  23. Fränkische Passionsspiele: Eine Gemeinschaft von Freiwilligen
  24. Die helfenden Hände aus Mittelsinn
  25. Aus Liebe zum Leben: Ehrenamtliche begleiten gehörlose Sterbende
  26. Damit die Angst nicht siegt
  27. Wo man sich aussprechen kann
  28. Das Motto: Kümmern ums Landjugendhaus
  29. Zwei Frauen werden Freundinnen
  30. Ehrenamtliche stemmen ein ganzes Festival
  31. Gospelchor: Mehr als mitreißende Rhythmen
  32. Unterm Strich: Frittierte Sonnenstrahlen
  33. Aktion Zeichen setzen: Helfen, weil es Freu(n)de macht
  34. Aktion Zeichen setzen würdigt Ehrenamt
  35. Mutter Beimer: "Mir wurde geholfen, ich habe geholfen"
  36. Wozu wir den Wald brauchen
  37. Kreativwerkstatt für Selbermacher
  38. Ratgeber mit Erfahrung
  39. Waldbad Lengfurt: Ehrenamtlich zu Freibad-Experten werden
  40. Drei Seniorinnen kochen für alle
  41. Der Kampf gegen eine tückische Krankheit
  42. Ein Betrieb mit 150 freiwilligen Mitarbeitern
  43. Die Begeisterung verbindet
  44. Wildromantisches Paradies im Stadtgebiet
  45. Jeder geht seinen eigenen Jakobsweg
  46. Garten der Kulturen und der Begegnung
  47. Die „Lesehörnchen“ kommen ans Krankenbett
  48. Damit die fränkische Mundart bewahrt wird
  49. „Projekt Würzburg“: Spenden sammeln für soziale Aufgaben
  50. Aktion Zeichen setzen: Die Freude der Preisträger

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Ludwig Sanhüter
  • Pat Christ
  • Aktionen
  • Bildungshäuser
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • CDU
  • Evangelische Kirche
  • Evangelische Kirche in Deutschland
  • Fürstlich Castell'sche Bank
  • Heinrich
  • Landesbischöfe und Landesbischöfinnen
  • Lernwerk Volkersberg
  • Mediengruppen
  • Michael Reinhard
  • Preise
  • Preisträger
  • Reinhard Marx
  • VR-Bank Würzburg
  • Zeichen setzen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!