Herrnberchtheim

Landjugend malt düsteres Bild vom Leben unter der Brücke

Auf Motivwagen waren beim Kirchweihumzug der Landjugend am Sonntag die Höhepunkte des vergangenen Jahres dargestellt. Foto: Gerhard Krämer

Nach Ippesheim und Bullenheim feierte nun als letzter der drei Ortsteile Herrnberchtheim seine Kirchweih. Die endete mit einem Hilferuf der Landjugend: Über 20 Jahre hatten sie ihr Domizil im alten Schulhaus, zum 1. Mai nun müssen sie raus. Eine neue Bleibe ist noch nicht wirklich in Sicht. Auch Nachwuchs wird dringend benötigt.

Dass die Landjugend das alte Schulhaus verlassen muss, kann sie noch nicht so richtig fassen, zu viele Erinnerungen hängen daran, zu schöne Geschichten sind dort passiert. "Über 20 Johr hem wir do drin ghaust und gfeiert, Stripperinä ougschaut und ins Gässle greiert", hieß es in der Kirchweihpredigt, die wieder Sebastian Zobel und Lukas Rödel vortrugen.

Landjugend sucht neues Domizil

Unter der Hand hätten sie zwar den alten Bahnhof angeboten bekommen. Den hätten sie aber erst noch selbst herrichten müssen, mittlerweile ist aber auch eine andere Nutzung dieser Immobilie im Gespräch. Die "Premiumlösung vom Bürgermestä" wäre das Melanchthon-Heim, in das die Jugend zweimal in der Woche dürfte. Übergangsweise würden sie ja ins Pfarrhaus gehen, das irgendwann zum Dorfgemeinschaftshaus werden soll, aber nächstes Jahr wohl noch leer steht. "Berchti dud in dä Gmee immänuch an letztä Stelle stehä", beklagt sich die Jugend.

Wer also eine Location für die Jugend weiß, die Jugend ist für alles offen. Doch nicht nur der fehlende Raum macht der Jugend Sorgen, auch der fehlende Nachwuchs tut es. Beides ist für den Bestand der Kirchweih wichtig. Für den Nachwuchs hat die Jugend die Lösung: "Etz nimmt si ehfach jede Fraa ihrn Mou oddä ä Luschä, und macht uns ä neus Kerwamädli oddä än Burschä."

Für nächstes Jahr könnte es aber eine Lösung geben. Bürgermeister Karl Schmidt war ja auch beim Kirchweihumzug dabei und sagte auf Nachfrage dieser Redaktion, dass sie nächste Jahr noch ins ehemalige Pfarrhaus können.

Höhepunkte des Jahres auf Motivwagen dargestellt

Aber es gab noch andere Themen. Auf drei Motivwagen waren beim Kirchweihumzug am Sonntag die Höhepunkte des vergangenen Jahres treffend dargestellt.  Da ging es zum einen um eine zweigeteiltes Arbeitsgerät, denn vermutlich ob der Fahrweise blieb das Schneidwerk an Ort und Stelle, während der Mähdrescher rückwärts fuhr. Dann war da noch das umgefahrene Schild der Bocksbeutelstraße, mit einigen die meinten, die Schuld daran zu tragen.

Die eine Geschichte auf dem Wagen war auch schon in Ippesheim Thema, denn es war ja nur ein Herrnberchtheimer in der Gruppe dabei. Die wollte nächtens in Würzburg ein kleines Werbeauto eines Lokals auf den Kopf stellen. Das sah aber die Polizei.

Geschichten aus dem Leben

Auch schon aus Ippesheim bekannt, war der verschwundene Schlüssel für die Umkleidekabine der Damengarde beim Ippesheimer Fasching, bei dem auch Herrnberchtheimer mitwirken. Der, der auf den Schlüssel achten sollte, war mit dem kleinen Teil heimgegangen und hatte sich schlafen gelegt.

In den weiteren Geschichten war zu hören, dass man durchaus auch noch in der 80. Minute ins Stadion zum Club gehen kann, dass ein Fußballfan in München eine "Po-lizeikontrolle" über sich ergehen lassen musste, bei ihm aber auch an intimen Stellen keine Drogen gefunden wurden, dass man auch beim Säen Fehler machen kann und dass Alkohol am Steuer gar nicht klug ist und Abschleppseile in Herrnberchtheim häufig gebraucht werden.

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