Würzburg

Lebenshilfe: Menschen mit Behinderung bei der Schutzkleidung nicht vergessen

Die Lebenshilfe schlägt Alarm: Die Einrichtungen für Menschen mit Behinderung dürfen bei der Versorgung mit Schutzmaterial nicht aus dem Blick geraten.
Die Einrichtungen der Lebenshilfe zur Betreuung von Menschen mit Behinderung drohen bei der Verteilung von Schutzkleidung vergessen zu werden. Das Bild entstand in der Tagesförderstätte in Mellrichstadt.
Die Einrichtungen der Lebenshilfe zur Betreuung von Menschen mit Behinderung drohen bei der Verteilung von Schutzkleidung vergessen zu werden. Das Bild entstand in der Tagesförderstätte in Mellrichstadt. Foto: ArchivJuliane Werner

Bei der Verteilung von Schutzkleidung droht eine besonders hilfsbedürftige Gruppe in Vergessenheit zu geraten: Die Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung.

„Trotz Corona ist bei unserer Arbeit körperliche Nähe unverzichtbar. Umso wichtiger wären vor allem Schutzmasken für Betreute und Betreuer", sagt Gaby Hofstetter, Bezirkssprecherin der Lebenshilfe, die allein in Unterfranken Träger von knapp zwei Dutzend Einrichtungen ist. 

Doch es „fehlt an allen Ecken und Enden“, bilanziert Hofstetter, die als Geschäftsführerin im Main-Spessart-Kreis  die Nöte vor Ort kennt. „Wir sind einfach unterm Radar und werden nicht wahrgenommen.“ Auch mehr Möglichkeiten, Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtungen auf das Coronavirus zu testen, seien wünschenswert. So könne man vielen die Ängste nehmen.  

Wer bestellt, kriegt nicht - nicht mal eine Antwort

Notdürftig versuchen Mitarbeiter vor Ort dank privater Kontakte zu besorgen, was zu kriegen ist. „Da kriegt man mal vier Paar Handschuhe, die einen sogar hochwertige Schutzmasken und die anderen überhaupt keine.“ Kittel und Desinfektionsmittel seien nur in Eigeninitiative zu beschaffen. „Wer bestellt, kriegt meist gar nichts – nicht mal ein Antwort“, beschreibt sie die Situation. „Man kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie wir überhaupt an Schutzkleidung gelangen sollen.“

Die akute Situation macht die unterfränkische Sprecherin de Lebenshilfe, Gabriele Hofstetter deutlich - hier im Bild mit den beiden Vorsitzenden der Lebenshilfe Main-Spessart Herbert Schuhmann (links) und Arno Schmitt.
Die akute Situation macht die unterfränkische Sprecherin de Lebenshilfe, Gabriele Hofstetter deutlich - hier im Bild mit den beiden Vorsitzenden der Lebenshilfe Main-Spessart Herbert Schuhmann (links) und Arno Schmitt. Foto: Frank Zagel

Stellvertretend auch für andere Behinderten-Einrichtungen schlägt die Lebenshilfe Alarm: "Manche unserer Bewohnerinnen und Bewohner haben schwere und mehrfache Behinderungen sowie Vorerkrankungen und ein bereits geschwächtes Immunsystem," warnt Anita Sajer, die Landespressesprecherin. Gesundheitsministerin Melaine Huml (CSU) habe Handlungsempfehlungen für die Pflege herausgegeben, „aber wieder sind die Heime und stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung nicht dabei", kritisiert  Ruth Waldmann, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Versorgung rund um die Uhr

In Wohnheimen der Lebenshilfe in Bayern leben etwa 6000 Menschen mit Behinderungen, in ambulanten Wohnformen gut 2000. Sie alle werden aktuell in ihrem Zuhause rund um die Uhr versorgt und begleitet. Denn Werkstätten und Förderstätten mussten geschlossen sowie Bildungs- und Freizeitangebote eingestellt werden. Landesvorsitzende der Lebenshilfe ist die frühere Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

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