WÜRZBURG

Lebenshilfe Würzburg feierte ihren 50. Geburtstag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (2. von links) stand als Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern dem „Beirat für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ der Lebenshilfe Würzburg Rede und Antwort. Von links: Sonja Scheuplein, Barbara Stamm, Philipp Götz, Roland Meyer, Gottfried Reumann, Erika Senft, Rainer Gräbner und Vertrauensperson Holger Klüpfel.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm (2. von links) stand als Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern dem „Beirat für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ der Lebenshilfe Würzburg Rede und Antwort. Von links: Sonja Scheuplein, Barbara Stamm, Philipp Götz, Roland Meyer, Gottfried Reumann, Erika Senft, Rainer Gräbner und Vertrauensperson Holger Klüpfel. Foto: Irene Konrad

Am 20. Februar 1966 haben Eltern, Lehrer und Pfarrer in Würzburg den Verein „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ gegründet. Sie folgten damit der Vision von Menschlichkeit und Toleranz des Pioniers Tom Mutters, der zehn Jahre davor die „Bundesvereinigung Lebenshilfe“ gegründet hatte. Das 50-jährige Jubiläum der „Lebenshilfe Würzburg“ wurde nun gefeiert.

Das Jubiläumsfest in der Fachhochschule Würzburg war in zwei Teile gegliedert. Am Nachmittag ging es bei einer Fachtagung in 18 Workshops um das Thema „Inklusion und Teilhabe - Würzburg ist auf dem Weg“. Am Abend konnten Dekanin Dagmar Unz von der Fakultät „Angewandte Sozialwissenschaften“ und Lebenshilfe-Vorsitzender Wolfgang Trosbach zahlreiche Ehrengäste und Feiernde begrüßen.

28 Gründerväter und -mütter

„In meiner Erinnerung gab es die Lebenshilfe schon immer“, sagte Dekanin Unz. Dass Menschen mit Behinderungen heute mitten in der Öffentlichkeit stehen, dass Anderssein normal geworden ist und niemand mehr ausgeschlossen sein darf, das hätte die Gründerväter gefreut. Die Professorin war stolz über die Fachtagung in ihrer Fakultät im Rahmen des „Campus Community Dialogues“.

Ein Überblick über die Angebote in den Bereichen Freizeit, Arbeit und Wohnen im Großraum Würzburg war realisiert worden.

Als Vorstand der Würzburger Lebenshilfe erinnerte Wolfgang Trosbach „an die 28 mutigen und tatkräftigen Menschen“ die 1966 den Verein gegründet hatten „mit dem großen Ziel, eine Schule für Menschen mit Beeinträchtigung zu errichten.“ Heute hat die Würzburger Lebenshilfe gut 450 Mitglieder und neben der Christophorus-Schule mit Heilpädagogischer Tagesstätte eine Vielzahl an ambulanten Angeboten und Beratungsstellen. Wie groß das Netzwerk für Menschen mit Beeinträchtigungen in Würzburg inzwischen ist, bewies die Zusammensetzung der 200 feiernden Gäste. Neben den Menschen mit Beeinträchtigungen waren Eltern, Betreuer, Freunde, Mitarbeiter und Fachleute gekommen. Auch die Liste an Ehrengästen aus der Politik in der Stadt und im Landkreis, aus der Kirche, aus Stiftungen, Beratungsstellen und Partnerschaftsschulen war lang. Vorstand Trosbach nahm die Gelegenheit wahr, über ein Thema zu sprechen, „das uns auf den Nägeln brennt“. Er bat um Aufmerksamkeit für die bundesweite Kampagne „Teilhabe statt Ausgrenzung“ zum geplanten Bundesteilhabegesetz und zum Pflegestärkungsgesetz III. Deren Gesetzessentwürfe versprechen zwar mehr Selbstbestimmung und Teilhabe. Aber für Menschen mit geistiger Behinderung drohen Diskriminierung und Ausgrenzung statt mehr Teilhabe.

Die beiden „inakzeptablen neuen Gesetzentwürfe“ waren auch Thema im Fachvortrag von Bernhard Conrads und in der Diskussion des „Beirats für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie ist nicht nur Mitglied der Lebenshilfe Würzburg, sondern auch Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern.

Die sechs Mitglieder des 2010 gegründeten Lebenshilfe-Beirats und deren Vertrauensmann Holger Klüpfel vom „Fachbereich Urlaub und Freizeit der Offenen Hilfen“ forderten die CSU-Politikerin mit ihren Fragen zur Unterstützung durch den Landesverband, zur Eingliederungshilfe und Inklusion heraus.

Verbesserte Bildungschancen

„Wir haben in den 50 Jahren viel erreicht“, meinte Stamm und verwies etwa auf die Bildungschancen und die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt. Als Vorsitzende des Landesverbandes lege sie besondere Schwerpunkte auf die Frühförderung und darauf, dass „beeinträchtige Menschen auch im Alter die Würde ihres Lebens bewahren“.

Im Speisesaal der Fachhochschule trafen sich die Feiernden schließlich zur Unterhaltung und zum Austausch. Neele Buchholz und Corinna Mindt aus Bremen drückten in ihrem Tanzduett „Rosa sieht Rot“ Gefühle wie Fernweh, Mut, Neugier und Kraft aus. Und das Inklusions-Catering der Mainfränkischen Werkstätten namens „InCat“ verwöhnte mit exklusiven Häppchen.

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