Würzburg

Leibgericht: Wie scharf ist die Süß'sche Wintersuppe?

Die Würzburger Sängerin, Moderatorin und Kabarettistin Birgit Süß improvisiert auf der Bühne - und am Herd. Ihr Lieblingsrezept steckt deshalb voller Variablen.
Und was stippt man in die scharfe Suppe? Als Beilage empfiehlt die Piaf-Interpretin Baguette. Foto: Birgit Süß / privat

Birgit Süß ist Sängerin, Moderatorin und Kabarettistin und damit, wie die Aufzählung schon zeigt, ausgesprochen vielseitig. Zumal sie sich als Musikerin in solch unterschiedlichen Genres wie Jazz, Chanson und Rock gleichermaßen überzeugend bewegt. Da stellt sich die Frage: Kann Birgit Süß obendrein auch noch kochen? Die Antwort: Sie hat es schon oft bewiesen, bei Premierefeiern mit ihrer Lieblingssuppe fürs ganze Team. Das letzte Fest dieser Art war just in dieser Woche im Theater am Neunerplatz, wo die Wahlwürzburgerin in den kommenden Wochen im Duo mit Heidi Friedrich ihren kabarettistischen Jahrsrückblick "Inventur" aufführt. Im Januar und Februar spielen die beiden dann in ganz Unterfranken. Allerdings nicht an jeder Station mit der scharfen Wintersuppe nach Art des Hauses Süß.

Die Frage, was dazu gebraucht wird, erbringt eine pragmatische Antwort: "Je nach Wunsch und, ja, Hunger und was der Kühlschrank halt so hergibt." Und die Mengenangaben seien "natürlich variabel", versichert Birgit Süß. Kokosmilch und Bohnen gibt es in handelsüblichen Packungen. Ein Kokosmilch-Pack allein bringt erfahrungsgemäß nicht genug Flüssigkeit für einen Vierpersonensuppentopf. Für einen solchen gießt man dann deutlich mehr Gemüsebrühe an.

Das wird gebraucht:

Öl

Kartoffeln

Karotten

Gemüsebrühe

0,4 l Kokosmilch

Gemüse

Salz, Pfeffer, Sojasoße, Chilipaste

1 – 2 Stangen Lauch

1 kl. Dose Kidneybohnen

So wird’s gemacht:

Die Kartoffeln schälen, würfeln und in dem Öl in einem großen Topf anbraten. Derweil die Karotten waschen und würfeln und zusammen mit den Kartoffeln ein paar Minuten braten lassen. Nun löscht Süß mit der Gemüsebrühe ab, mischt die Kokosmilch unter und lässt das Ganze eine Weile köcheln, bevor sie diese Grundsuppe mit Salz, Pfeffer, Sojasoße und Chilipaste abschmeckt. Hier gilt natürlich wiederum: nach Geschmack. Wer sich zum ersten Mal im Asia-Laden mit Chilipaste eindeckt - bei Thai-Curry gilt die Ampel-Regel: Rote Curry-Paste geht eher Richtung mild, Gelbe mittel-, Grüne sehr scharf!

Nun zum etwas offenen Punkt "Gemüse" in der Zutatenliste. Hier kommt das improvisierte Element in das Küchenverhalten der studierten Jazzsängerin: "Je nach Geschmack zum Beispiel Pastinaken, Zucchini oder Paprika." Der Kühlschrank wird bei jedem Leser wohl genau das – siehe oben – "hergeben", was man nach persönlicher Vorliebe dort eingelagert hat. Eben dies schneidet Birgit Süß in ansehnliche Stückchen und gart es mit, Zucchini am kürzesten, wenn man die Suppe nicht mit zerkochtem Zucchini-Pamp andicken möchte. Jetzt der Trick: Erst wenn die Kartoffeln "angenehm bissfest" sind, kommt der Lauch in feinen Ringen hinzu und darf noch etwas mitgaren. Die rotbraunen Böhnchen spült die Künstlerin in einem Sieb ab, lässt sie abtropfen und erwärmt sie als letztes.

Die Garzeit? Das Schöne sei ja, "wenn man alles geschnibbelt und im Topf hat, kann das ein halbes Stündchen vor sich hin schmurgeln" und man habe "schon wieder Zeit, Text zu lernen". Und, kann sie kochen oder nicht? Sie kann, und zwar mit einem sichtlich pragmatischen Verhältnis, aber einem scharfen Ergebnis: "Macht schön warm und ist grad das Richtige im Winter."

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