Leonhard Frank und Würzburg: Der ungeliebte große Sohn

Nach 17-jährigem Exil ist der Schriftsteller Leonhard Frank im Oktober 1950 zum ersten Mal wieder in seiner Heimatstadt Würzburg. Ihm schlägt Misstrauen entgegen.
Der Besucher: Oberbürgermeister Franz Stadelmayer (links) begrüßt im November 1952 den 70-jährigen Leonhard Frank und seine Frau Charlott im Rathaus. Foto: Foto: Walter Röder
Die Begrüßungsszene spielt sich auf dem weitgehend zerstörten Hauptbahnhof ab. Verspätet kommt der Zug in Würzburg an. Leonhard Franks Neffe Karl begrüßt den 68-jährigen berühmten Emigranten: „Die Tante Marie steht seit drei Stund‘ auf dem Perron, war nicht zu beweg'n, in den Warteraum zu geh'n. Sie glaubte, weil der Bahnhof so zerbombt und es schon dunkel ist, dass der Zug an der Station vorbeifahr'n könnt.“ Marie, die ältere Schwester des Schriftstellers, fällt ihm weinend um den Hals. Leonhard Frank, dessen pazifistische Bücher die Nationalsozialisten verbrannten, hat eine 17-jährige Emigration in ...
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