Würzburg

Leserforum: Schöne Aussage zur Lokalgeschichte

Zum Thema: "Eine Nische erzählt Medizingeschichte. Im Zeller Torhaus gibt es eine große leere Nische. Was hat sich einst darin befunden?"  vom 14. Februar

Ihr Beitrag „Eine Nische erzählt Medizingeschichte“ ist auch eine schöne Aussage zur Lokalgeschichte. Allerdings erfolgte die Ersterwähnung der armen Siechen am Marienberg nicht erst in der Bürgerspital-Urkunde von 1349, vielmehr wird die Einrichtung zuvor schon im Ältesten Lehenbuch des Stephanklosters genannt. Solche Leprosenhäuser entstanden an den wichtigen Ausfallstraßen und werden nach Ulrich Knefelkamp in Würzburg auf die Zeit ab 1088 datiert. Die wirtschaftliche Situation des Siechenhauses am Zeller Berg kann als gut bezeichnet werden. Die alltäglichen Bedürfnisse waren durch die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit üblichen reichhaltigen Almosen und Zuwendungen abgedeckt, so dass von der genossenschaftlich betriebenen Institution auch Darlehen verliehen werden konnten. 

1664 wurde das „Siechenhaus vor dem Zeller Tor“ an den „Fuß des Steinbergs“ verlegt. Hier endet die caritative Anstalt aber nicht, als sie 1853 abgebrochen wurde, um der Eisenbahnlinie Platz zu machen. Die 13 Syphiliskranken wurden umquartiert. Mit dem Verkaufserlös erwarb die Stiftung Siechenhauspflege für 30 000 Gulden das heute noch in ihrem Eigentum stehende Anwesen Dürerstraße/Valentin-Becker-Straße. Die dort befindlichen Senioreneinrichtungen werden seit 20 Jahren von der Stiftung Bürgerspital betrieben.

Rüdiger Braun
97078 Würzburg

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