LANDKREIS WÜRZBURG

Leserforum: Wir brauchen ein Gesamtkonzept

Mit Interesse habe ich den Artikel über die Kinderfeuerwehren gelesen. Kreisbrandinspektor Weidner aus Waldbrunn sieht in den Kinderfeuerwehren wohl die Zukunftssicherung der Freiwilligen Feuerwehren.

Nur hat er leider nicht die Frage beantworten können, wer diese zusätzliche, sehr zeitintensive Arbeit in den Freiwilligen Feuerwehren leisten soll.

Ich erlebe als nebenamtlicher Dozent im Jugendwartlehrgang an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg immer wieder, wie stark schon die Jugendwarte der Jugendfeuerwehren belastet sind. Oftmals haben die Jugendwarte zusätzliche Aufgaben innerhalb der Feuerwehr, z.B. Gerätewart oder Gruppenführer einer weiteren Gruppe.

Es ist die Schmerzgrenze hier schon lange erreicht. Die Jugendwarte können nicht zusätzlich eine Kinderfeuerwehr organisieren und durchführen. Hier ist vor allem auch die Fürsorge der Ehrenamtlichen gefragt. Auch und insbesondere durch die Feuerwehrführung.

Kinder und Jugendliche werden zunehmend weniger freie Zeit und freie Räume haben – der Ganztag ist sogar in den Grundschulen schon vorhanden bzw. soll nach dem Kultusministerium sogar flächendeckend und bayernweit ausgebaut werden. So wird der Erstklässler bald schon von acht bis 16.30 Uhr in der Schule sein – wo bleibt hier noch Zeit und Kraft für die Kinder- oder Jugendarbeit?

Ich sehe hier aber auch eine große Chance – wir müssen uns auf dem Weg machen mit der Institution Schule gemeinsam ein Gesamtkonzept zu stricken und wir müssen uns klar sein dass dieses Konzept Geld kosten wird. Brandschutz kostet Geld und die Kommunen müssen diesen sicherstellen.

Wir brauchen aber auch hoch motivierte, engagierte zusätzliche Menschen, die sich zum Beispiel bei einer Schul-Kinderfeuerwehr betätigen möchten. Hier kann insbesondere auch die Feuerwehrführung ihren Beitrag leisten – indem man die Feuerwehrler motiviert und unterstützt, eine wertschätzende Haltung ihnen entgegenbringt, anstatt ihnen zusätzliche Aufgaben aufzuerlegen ohne die Lösung dafür zu benennen.

Die beiden Ministerien, die für Jugend(arbeit) und Schule zuständig sind, möchten nunmehr enger zusammenarbeiten – hier ist die große Chance, dass sich die beiden Bildungsinstitutionen Schule und Jugendarbeit gegenseitig bereichern.

Wir brauchen ein Gesamtkonzept anstatt zusätzliche Aufgaben für immer mehr belastende Feuerwehrler!

Michael Langenhorst

97249 Eisingen

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