Veitshöchheim

Lesung mit Burkard Hose aus seinem Buch „Seid laut“

„Sie sind mir zu leise!“ meinte eine Besucherin im Anschluss an die Lesung des katholischen Hochschulpfarrers in Würzburg Burkhard Hose aus seinem neuen Buch „Seid laut“ im Veitshöchheimer Sitzungssaal. Hose war auf Einladung von Bündnis 90/ die Grünen nach Veitshöchheim gekommen und mit ihm gut 50 Zuhörer. Das schreiben die Grünen Veitshöchheim in einer Pressemitteilung.

Als Gesprächspartner waren dabei: Karen Heußner, Kulturreferentin in Veitshöchheim sowie das Mitglied der evangelisch-lutherischen Landessynode in Bayern, Maria Gößmann, Vorsitzende der Grünen Jugend und mit 18 Jahren bereits politisch engagiert und Landtagskandidatin der Grünen und als Moderator Günter Thein, Ortsverbandsvorsitzender Veitshöchheims, dem es ein Anliegen war, das Buch mit Burkard Hose vorzustellen.

Anhand von ausgewählten Textstellen erklärte der Würzburger Hochschulpfarrer seine Motivation, das Buch zu schreiben und für ein politisch engagiertes Christentum einzutreten. Die Texte handeln von Begegnungen mit Zeitzeugen der Shoa, von den positiven Erfahrungen mit engagierten Studierenden, von der Auseinandersetzung mit prophetischen Texten aus dem Alten Testament und nicht zuletzt von Begegnungen mit Geflüchteten. Wenn Burkhard Hose liest, ist es still im Raum, ebenso, wenn er zwischendurch von seinen Erlebnissen erzählt, die ihm gezeigt haben, dass man auf unterschiedliche Weise laut sein kann, ohne zu brüllen. 

Nach der Lesung fragte Günter Thein die Podiumsgäste nach ihrem Bezug zu Politik und Christentum. Karen Heußner meinte, Kirche sei schon immer politisch gewesen. Daher habe kirchliches Engagement sie genauso zu politischer Arbeit motiviert wie umgekehrt.

Maria Gößmann erzählte, dass sie zwar mit christlichen Werten groß geworden sei, die ihr auch jetzt viel bedeuten, die Kirche momentan aber keine Rolle in ihrem Leben spiele.

Doch zurück zur Frage vom Anfang: Ist der Autor jetzt zu leise, wie eine Dame aus dem Publikum anmerkte, die sich eine klarere Aufforderung gewünscht hatte? Hose zeigte sich überrascht über diese Aussage, und meinte, dass er sie vielleicht seinem Bischof weitergeben sollte. Stattdessen fragte er die Zuhörer im Raum. Nach lebhafter Diskussion ergaben sich klare gemeinsame Positionen: Jeder könne etwas bewirken, wenn in Reden oder Diskussionen die Würde des Menschen durch sprachliche Verrohung verletzt wird. Jeder kann etwas tun, damit in unserer Gesellschaft sozialen Ungerechtigkeiten begegnet werde.

Maria Görmann (von links): Günter Thein, Karen Heußner, Burkard Hose, Christina Feiler Foto: Grüne Veitshöchheim

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