Würzburg

Letzten Endes

Domvikar Paul Weismantel  Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß/POW

„Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende“, so sagen wir manchmal, wenn wir eine schwierige oder verfahrene Sache möglichst bald hinter uns bringen und abschließen wollen. Es gibt sie, die schrecklichen Endstationen und Situationen.

Wenn plötzlich ein junger Mensch durch einen Verkehrsunfall mitten aus dem Leben gerissen wird. Wenn eine junge Mutter von mehreren Kindern sterben muss, obwohl die Kinder ihre Mutter noch sehr gebraucht hätten. Wenn jemand in hohem, gesegnetem Alter sich sehnlichst wünscht, endlich sterben zu können, aber der Tod noch auf sich warten lässt.

Mit dem zu Ende gehenden November geht bekanntlich auch das Kirchenjahr zu Ende. Da werden in den Gottesdiensten Texte aus der Bibel gelesen, die mit der Endzeit zu tun haben. Von furchtbaren Katastrophen und schrecklichen Naturereignissen ist da die Rede, von Sternen, die vom Himmel fallen, von gewaltigen Erschütterungen, die einem Tsunami oder Erdbeben vergleichbar sind.

Doch in all dem, was da drunter und drüber geht, und wie es auch auf unserer Erde in vielen Bereichen zugeht, brauchen wir nicht zu verzagen und uns in Angst und Furcht verkriechen, sondern können wir uns getrost aufrichten und erheben.

Mag noch so viel erbeben, wir brauchen nicht zu verzagen oder zu flüchten.

Mag uns noch so vieles bis ins Innerste erschüttern, wir gehen nicht verloren.

Mögen alle möglichen und unmöglichen Katastrophen über uns hereinbrechen, wir sind und bleiben in Gottes Hand; kein Mensch kann in all seinen Brüchen, Stürzen und Abstürzen niemals tiefer fallen, als in Gottes bergende Hand.

Seit langem schon begleitet mich ein für mich sehr tröstliches Wort aus der östlichen Weisheit, in dem es heißt: „Im Herzen eines Taifuns könnte ein Kind schlafen.“

Um diese innere Ruhe und Gelassenheit geht es letzten Endes; ich wünsche sie uns von ganzem Herzen für die letzten Tage des November und weit darüber hinaus.

Paul Weismantel leitet seit 2002 den Bereich Geistliches Leben in der Hauptabteilung Seelsorge der Diözese. Seit 2008 ist er auch Spiritual am Priesterseminar in Würzburg.

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