Lengfeld

Lieblingsrezept: Omas Reis für den Hauskreis

Die Würzburger CVJM-Vorsitzende lädt regelmäßig zum "Bibelkreis". Der bekommt vor dem Gespräch Gabriele Dal Pivas Leibgericht aufgetischt. Ein Rezept für die große Runde.
Reisauflauf! Gabriele Dal Piva liebte den Duft dieser Mischung schon als Enkelin. Foto: Joachim Fildhaut

Vor dem Rezepttausch stand die spannende Frage: Was hat die Würzburger CVJM-Vorsitzende Gabriele Dal Piva gemeint, als sie im Vorgespräch ein Gericht mit Bezug zu ihrem Engagement versprach? Irgendetwas vom Lagerfeuer?

Nein, auch wenn es noch so romantisch wäre. Aber für den Prager Reisauflauf braucht’s notwendigerweise einen Backofen. Ihr Leibgericht verbindet die Lengfelderin weniger mit dem CVJM, dem Christlichen Verein Junger Menschen, sondern eher mit dem Hauskreis bei sich daheim, auch "Bibelkreis" genannt. Diese traditionelle evangelische Weise, "Glauben und Leben zu teilen", nimmt bei Gabriele Dal Piva, Tochter des verstorbenen Würzburger Unternehmers Hermann Kupsch, Form in zweiwöchentlichen Treffen an: "Und bei uns beginnt es mit einem gemeinsamen Abendessen." Denn gemeinsames Essen gebe "Raum für Anteilnehmen". Da trifft es sich gut, dass das Leibgericht leicht schon früher am Tag vorbereitet werden kann, der Reis schon gekocht, der Schinken schon gewürfelt.

Das wird gebraucht:

250 g Reis

3 Eier

200 g Zwiebeln

Margarine

200 g gekochter Schinken

200 g Gouda

0,250 l Gemüsebrühe

0,500 l Tomatensaft

0,050 l Kaffeesahne

1 – 2 EL Mehl

Salz, Pfeffer, gekörnte Brühe, Zucker

So wird’s gemacht: Als Reis empfiehlt Gabriele Dal Piva eine körnige Langkornsorte. Wer mag, kann auch ungeschälten Reis verwenden. Was nicht passt: die etwas klebrige asiatische Art. Den Reis wie gewohnt garen, auf jeden Fall nicht zu trocken. Die Eier hart kochen, die Zwiebel in dünne Ringe schneiden und in etwas Margarine anbräunen. Den Schinken in Würfel schneiden, den Käse reiben.

Dann eine Auflaufform fetten und Eier, Schinken und Zwiebeln gesondert einschichten, und zwar in dünnen Schichten. Die Hauskreis-Gastgeberin beginnt mit einer Lage Reis, dann wechseln die Zutaten, jeweils getrennt von Reis. "Damit es nicht zu trocken, sondern saftig wird", kommt als Vorletztes eine Tasse Gemüsebrühe drüber, am Ende der Gouda für "eine schöne dicke Käsekruste". Jedenfalls wenn der Auflauf eine halbe Stunde bei 200 Grad im Ofen bäckt.

Selbst wenn man kalten, vorbereiteten Reis verwendet, ist der Auflauf nach 30 Minuten bis in die Mitte durch erhitzt. Freilich, wer die Zutatenmenge verdreifacht, der sollte den Auflauf nicht dreimal so hoch einschichten, sondern lieber eine breitere Auflaufform wie etwa einen Gänsebräter verwenden, rät die Köchin.

Während der Garzeit bereitet die CVJM-Vorsitzende eine Soße vor, die dem rund zehnköpfigen Hauskreis so lecker schmeckt, dass die Gastgeberin eine ansehnliche Menge davon zubereitet. Runtergerechnet auf vier soßenlustige Personen kocht man einen halben Liter Tomatensaft mit Kaffeesahne und Mehl zum Binden auf und schmeckt ihn mit den Gewürzen – Zucker dabei nach Belieben – ab. Dazu empfiehlt Dal Piva einen grünen Salat, "je nach Geschmack" mit Vinaigrette oder Sahnesoße.

Den Namen Prager Reisauflauf kann die Leibgericht-Köchin gar nicht auf seine Wurzeln zurückverfolgen. Sie hält es für gut möglich, dass die böhmische Zuordnung schlicht auf die Sorte gekochten Schinkens zurückzuführen ist. Jedenfalls verbindet sie bis heute ein familiäres Aroma mit diesem Rezept: "Den Prager Reisauflauf hat meine Großmutter schon auf diese Art zubereitet."

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