Würzburg

Linken-MdB Simone Barrientos will Würzburger Landrätin werden

Bisher ist die Partei Die Linke nicht im Würzburger Kreistag vertreten. Das wollen die Genossen nun ändern und schicken eine offene Liste ins Rennen.
Nach der Aufstellung der Kreistagsliste: die Linken-Funktionäre Sebastian Roth (OB-Kandidat Würzburg, hinten links) und Viktor Grauberger (Kreisvorsitzender, hinten rechts) mit den Kandidaten (von links) Jana Leicht, Thomas Palmai, Martin Timm, Simone Barrientos, Stefan Dietz, Niko Kulisch und Evelyne Sachs. Foto: Dmitry Nekhoroshkov

Das Feld der Bewerber um die Nachfolge von Landrat Eberhard Nuß (CSU) ist noch einmal größer geworden. Wie die Partei Die Linke mitteilt, wird sich die Bundestagsabgeordnete Simone Barrientos bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 um das Amt der Landrätin bewerben. Die 56-Jährige ist seit 2017 Abgeordnete ihrer Partei im Deutschen Bundestag.

Bei der Aufstellungsversammlung am Sonntag wurde Simone Barrientos "einmütig" nominiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Mit Barrientos gibt es nun fünf Bewerber um den Chefposten im Würzburger Landratsamt. Außer der Linken-Politikerin kandidieren noch Thomas Eberth (CSU), Karen Heußner (Grüne), Christine Haupt-Kreutzer (SPD) sowie Felix von Zobel (UWG-FW). Amtsinhaber Nuß tritt nicht wieder an.

Barrientos will sich für "Teilhabe für alle" einsetzen

 Simone Barrientos will in ihrem Wahlkampf einen Schwerpunkt auf gleichen Lebensverhältnissen im Landkreis setzen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass Teilhabe für alle ermöglicht wird, unabhängig davon, ob man nun in einem Ort mit guter Infrastruktur lebt oder nicht“, wird sie in der Pressemitteilung zitiert. 

Auch die Kandidatenliste für den Kreistag wurde bei der Versammlung aufgestellt. Angeführt wird das 24-köpfige Bewerberfeld von der Industriekauffrau Evelyne Sachs. Auf Platz zwei kandidiert Thomas Palmai, der in verschiedenen Bündnissen wie z.B. der „Seebrücke“ aktiv ist und sich im "Kampf gegen Rechts" engagiert, wie es in der Erklärung heißt.  

Auf der Listen kandidieren auch Nicht-Mitglieder

Die Partei stellte eine sogenannte "offene Liste" auf. Das bedeutet, dass unter den Kreistags-Bewerbern auch Nicht-Parteimitglieder vertreten sind. Vom 18-jährigen Azubi bis zum 71-jährigen Rentner sind alle Altersgruppen dabei, es treten Gewerkschafter, Arbeiter sowie Studierende an. Unter den Kandidaten befinden sich auch der frühere Gewerkschaftssekretär und frühere Linken-Kreisverbandssprecher Peter Baumann sowie – unter seinem bürgerlichen Namen Martin Timm – der Schriftsteller Leander Sukov, der 2018 für den bayerischen Landtag kandidierte.

Nachdem die Partei bei der letzten Bundestagswahl mehr als fünf Prozent der Zweitstimmen in Bayern erhalten hatte, brauchte sie dieses Mal keine Unterschriften für einen flächendeckenden Antritt bei der Kommunalwahl zu sammeln. "Natürlich sind wir froh dieses Mal auch ohne das diskriminierende Verfahren im Landkreis Würzburg antreten zu können. Wir haben eine starke Linke-Liste aufgestellt und wollen dem Kreistag ein soziales Gewissen geben", wird Linken-Kreisvorsitzender Viktor Grauberger zitiert. Bisher ist die Linke nicht im Würzburger Kreistag vertreten.

Sebastian Roth, Oberbürgermeisterkandidat der Linken in Würzburg, hofft auf Anknüpfungspunkte, sollten Kandidaten der Linken in den Kreistag einziehen: "Viele Politikbereiche – wenn nicht die meisten – enden ja nicht an Stadt- oder Landkreisgrenzen. Der ÖPNV ist hier das beste Beispiel.“ 

Der gemeinsame Wahlkampfauftakt für die Stadt und den Landkreis Würzburg findet am 30. Oktober um 19 Uhr im Felix-Fechenbach-Haus in Würzburg statt.

Wahlliste der Linken für die Kreistagswahl
1. Eyeline Sachs
2. Thomas Palmai
3. Jana Leicht
4. Nico Kulisch
5. Simone Barrientos
6. Gregor Seewald
7. Nicole van Deesen
8. Stefan Dietz
9. Stefanie Noll
10. Torben Ackermann
11. Sonja Krininger
12. Fabian Uhrmann
13. Martin Timm
14. Boris Zimmermann
15. Werner Nawarotzky
16. Hans Peter Wittig
17. Peter Baumann
18. Joachim Engert
19. Joel Lacour
20. Peter Leim
21. Felix Rambow
22. Klaus Peter Fichtner
23. Daniel Schellenberger
24. Wolfgang Waste

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