Würzburg

Love/Hate: Wohin soll das Kunstwerk wandern?

Wird die Love/Hate Skulptur, die mehrere Monate vor dem Dom die Blicke auf sich gezogen hat, in Würzburg bleiben? Darüber berieten die Mitglieder im Kulturausschuss.
Die Love/Hate Skulptur von Mia Florentine Weiss stand mehrere Monate auf dem Domvorplatz in Würzburg. Die Kunstaktion soll den Dialog der Bürger zu Europa fördern. Nun wurde die Skulptur der Stadt als Dauerleihgabe angeboten.
Die Love/Hate Skulptur von Mia Florentine Weiss stand mehrere Monate auf dem Domvorplatz in Würzburg. Die Kunstaktion soll den Dialog der Bürger zu Europa fördern. Nun wurde die Skulptur der Stadt als Dauerleihgabe angeboten. Foto: Thomas Obermeier

Die Love/Hate Skulptur, die mehrere Monate lang vor dem Würzburger Dom stand, hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und hat sich schnell als beliebtes Fotomotiv in der Innenstadt entwickelt. In Würzburg sollte die Skulptur eigentlich nur bis nach der Europawahl zu sehen sein. Nun bietet der Eigentümer der Stadt Würzburg das Kunstwerk als Dauerleihgabe an mit der Maßgabe, "die Skulptur an einem angemessenen Standort im öffentlichen Stadtraum zu präsentieren." Dies empfehlen auch die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses dem Stadtrat, der am 7. November endgültig darüber entscheiden wird.

Ein positives Bekenntnis für ein freies Europa

Wenige Tage vor der Europawahl am 26. Mai hat die in Würzburg geborene Künstlerin Mia Florentine Weiss ein unübersehbares künstlerisches Zeichen gesetzt: Mit ihrer stählernen Skulptur "Love Hate" hat sie sich zum Ziel gesetzt ein "positives Bekenntnis für ein friedliches und freies Europa" abzugeben und zugleich zur Diskussion einzuladen. Zur Europawahl wurde sie von Seiten der Künstlerin und mit Unterstützung eines privaten Förderers dort platziert und fand im Rahmen dieser Aktion auch einen privaten Käufer.

Ob man Liebe oder Hass las, war dabei für die Passanten zunächst eine Frage des Blickwinkels, denn die Skulptur ist ein Ambigramm, also ein Schriftzug, der aus einer anderen Richtung gelesen ebenfalls ein Wort ergibt.

Unter dem Motto "#Loveurope" wollte Weiss außerdem die Aufforderung transportieren, den Hass auf der Welt in Liebe umzuwandeln. „Wir müssen uns jetzt für den Erhalt der europäischen Idee einsetzen, die Exponentialfunktion Europa stärken und den allgegenwärtigen Hass auf der Welt in Liebe umkehren“, so die Künstlerin.

Ein geeigneter Standort muss noch gefunden werden

Im September wurde die Skulptur auf den Heuchelhof versetzt und dort, wiederum temporär, anlässlich des 50. Stadtteil-Geburtstags, auf dem Place du Caen installiert. "Die Skulptur kommt gut an", weiß Stadtratsmitglied Christiane Kerner. Trotzdem werde in der nächsten Ausgabe der Heuchelhof-Zeitung eine Bürgerbefragung veröffentlicht, um weitere Rückmeldungen zu bekommen - obwohl eine Annahme der Dauerleihgabe nicht automatisch bedeute, dass die Skulptur am Place du Caen stehen bleiben werde, machte Kultur-, Schul- und Sportreferent Achim Könneke deutlich. Ein geeigneter Standort müsse erst noch gefunden werden. 

Michael Gerr (Grüne) brachte die Idee ein, die Skulptur doch an wechselnden Standorten aufzustellen. Bekam jedoch schnell Konter von vielen seiner Kollegen im Ausschuss, die kritisierten, dass dies viel zu kostenintensiv sei. "So viele geeignete Plätze gibt es in Würzburg außerdem gar nicht", weiß Könneke. "Die Skulptur braucht Raum, um zu wirken." Bei Annahme der Dauerleihgabe durch den Stadtrat soll bis zum Frühjahr 2020 ein dauerhafter Standort für das Kunstwerk festgelegt werden.

Transport- und Installationskosten muss die Stadt übernehmen

Die Ausleihe werde nach derzeitigem Abstimmungsstand kostenfrei sein. "Es muss aber davon ausgegangen werden, dass Transport- und Installationskosten entstehen werden", macht Könneke deutlich. Außerdem werde die Stadt als Leinehmerin für Unterhalt und Pflege sorgen müssen. 

Mit einer Gegenstimme stimmte der Kulturausschuss für die Annehme der Dauerleihgabe. In der nächsten Sitzung des Hauptausschusses wird endgültig darüber entschieden.

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