Würzburg

Ludwigstraße: Parkplätze sollen weg, Parkhaus soll höher werden

Die Garage neben dem Mainfranken Theater soll um vier beziehungsweise fünf Geschosse aufgestockt werden. Am Mittwoch entscheidet der Bau- und Ordnungsausschuss über eine Bauvoranfrage des Bauherrn. Foto: Johannes Kiefer

Vor gut einem Jahr stellte Architekt Detlev Junkers vom Hamburger Architekturbüro pfp, das auch für die Sanierung des Mainfranken Theaters zuständig ist, ein Planungskonzept für die direkte Nachbarschaft des Theaters in der Kommission für Stadtbild und Architektur (KOSA) vor. Die geplante Erhöhung des Parkhauses um vier beziehungsweise fünf Geschosse und der Bau eines Apartment-Gebäudes an der Rüdigerstraße riefen aber in der KOSA keine einhellige Begeisterung hervor. Jetzt liegt eine Bauvoranfrage des Bauherrn, der Würzburger Parkhaus-Verwaltungs GmbH & Co. KG, für das Projekt vor, über die am Mittwoch der Bau- und Ordnungsausschuss des Stadtrats (um 16 Uhr im Wappensaal des Rathauses) entscheiden soll. 

Parkhaus erhält doch keine Verkleidung

Bewusst wurde das Architekurbüro pfp ausgewählt, um die beiden direkt benachbarten Projekte möglichst exakt aufeinander abzustimmen. Doch gerade dies vermissten die KOSA-Mitglieder. Zu hoch und zu massiv sei der Parkhaus-Zylinder, vor allem weil er den Theaterbau in der Höhe überragt. Die dominierende Rolle solle jedoch dem Theater zukommen, hieß es damals. Auch das Apartment-Haus sei zu hoch, wurde kritisiert.

Vier Fragen zu dem Bauprojekt soll der Ausschuss dann - verbindlich - beantworten. Dabei geht es um die Höhe der Garage, Veränderungen am Apartmenthaus,  das Ausmaß des gesamten Vorhabens und ob und wie sich dies in die Umgebung einfügt. Wie Baureferent Benjamin Schneider im Gespräch mit dieser Redaktion erläuterte, sei die ursprünglich geplante Verkleidung der Parkhaus-Rotunde nicht mehr Bestandteil der Planungen. Es war bei der KOSA-Vorstellung von einem "transluzenten Gewebe" die Rede. Dieses ist nun entfallen, weil es gelungen ist, die Stützen für die Aufstockung von außen nach innen ins Gebäude verlegen, so dass das Gesamterscheinungsbild der Garage "in ihrer skulpturalen Wirkung" (Schneider) erhalten werden kann. Der Durchmesser der Garage werde der Breite des direkt angrenzenden Theaterbaus entsprechen. Insgesamt sollen in den vier neuen Etagen zusätzlich zu den 191 bestehenden 134 zusätzliche Parkplätze entstehen.  

Aufgestockte Garage überragt den Theaterbau

Was die Höhenentwicklung angeht werde die aufgestockte Garage das Theatergebäude und seinen Bühnenturm überragen. Das hält Schneider aber für vertretbar. Denn das gesamte Ensemble bilde von der Rüdiger- bis zur Theaterstraße eine einzige "städtebauliche Figur" mit dem Bühnenturm und dem Parkhaus als Höhepunkte. Eine Dominanz des Parkhauses im Vergleich zum Theater kann Schneider nicht erkennen. Denn die dominierende "große Geste" des Theaters werde der neue Vorbau mit dem Stadtbalkon sein. Das Parkhaus habe demgegenüber nur einen "funktionalen Zweck", an dem das Parken konzentriert werden solle.

Die Notwendigkeit der zusätzlichen Parkhausplätze resultiere zunächst einmal aus der Kapazitätserweiterung des Theaters durch die neue Spielstätte mit 330 weiteren Plätzen. Aber nicht nur das. Denn in der Ludwigstraße sind Veränderungen geplant, die mit einem Wegfall von Oberflächenparkplätzen verbunden sind. Darüber wird an diesem Dienstag der Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität beraten. 

Ludwigstraße: Busspur statt Parkplätze

Und darum geht das: In der Ludwigstraße soll ab der Rüdigerstraße eine Busspur in Richtung Berliner Ring eingerichtet werden. Auf dieser 3,5 Meter breiten Spur soll auch der Radverkehr abgewickelt werden. Dies und die Tatsache, dass zwei weitere 3,25 Meter breite Spuren (stadtein- und stadtauswärts) für den Individualverkehr entstehen sollen, mache es notwendig, dass zwischen Berliner Ring und Rüdigerstraße die Oberflächenparkplätze am Straßenrand wegfallen, erläutert Schneider. Die in der Ludwigstraße wegfallenden Stellplätze sollen dann durch das aufgestockte Parkhaus, für das der Baureferent einen Baubeginn im Jahr 2021 für realistisch hält, kompensiert werden.

Auch an dem geplanten Apartmentgebäude hat es eine Änderung in der Planung gegeben.Es wurde im Vergleich zur Ursprungsplanung um ein Geschoss verringert. Nicht teilen möchte der Baureferent die Kritik, Nachbarn und Anwohner seien nicht ausführlich genug über die Planungen informiert worden. Nach der KOSA-Sitzung seien zunächst intensive Gespräche mit den Investoren geführt worden, danach habe es "eine nachbarliche Beteiligung auf bilateraler Ebene" gegeben. Er wisse aber, so Schneider, "dass nicht alle voll hinter dem Projekt stehen". 

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