Ochsenfurt

Main-Klinik will wieder zur ersten Anlaufstelle werden

Bei der Begrüßung des neuen Chefarzts für die Unfallchirurgie, Andreas Berglehner, kamen auch die Schwachstellen zur Sprache.
Herzlicher Empfang für den neuen Chefarzt der Unfallchirurgie in der Main-Klinik, von links: Geschäftsführer Alexander Schraml,  Bürgermeister Peter Juks, Landrat Eberhard Nuß, Chefarzt Andreas Berglehner, Eva von Vietinghoff-Scheel vom Kommunalunternehmendes Landkreises, ärztlicher Direktor Joachim Stenzel und Geschäftsführer Christian Schell. Foto: Gerhard Meißner

Mehrere Monate war die Chefarztposition in der Unfallchirurgie der Main-Klinik vakant. Am 1. Oktober stellte sich Andreas Berglehner neuer Chefchirurg vor. Ärztlicher Direktor Joachim Stenzel setzt hohe Erwartung in den Mediziner, der bisher die unfallchirurgischen Abteilungen in den Kliniken der Hohenloher Krankenhaus GmbH in Künzelsau und Öhringen geleitet hatte. Zuvor war der 49-jährige gebürtige Regensburger nach Studium und Promotion 15 Jahre an der Würzburger Uniklinik tätig.

Andreas Berglehner habe sich in einem hochkarätigen Bewerberfeld durchgesetzt und besitze langjährige Expertise in einer mit Ochsenfurt vergleichbaren Klinik, führte Stenzel bei einem Begrüßungsempfang für den neuen Chefarzt aus. Darüber hinaus habe er gute Kontakte zur Uniklinik und verfüge über eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit im Austausch mit Mitarbeitern und Kollegen anderer Fachdisziplinen.

Weiterentwicklung von Unfallchirurgie und Endoprothetik

Die Aufgaben, denen sich Berglehner in Ochsenfurt stellen muss, seien vor allem die Weiterentwicklung der Unfallchirurgie und Orthopädie nach modernen Standards und ein Ausbau von Endoprothetik und Gelenkersatz. Die Main-Klinik leide im Bereich der Unfallchirurgie "unter quantitativen und qualitativen Aspekten", so Stenzel, und müsse in ihrem Einzugsbereich wieder zur ersten Anlaufstelle für unfallchirurgische Fälle werden.

"Solche Zukunftsaussichten sind für Häuser dieser Größe heute nicht mehr selbstverständlich."
Andreas Berglehner, neuer Chefarzt an der Main-Klinik

Unterschwellig wird darin Kritik an Berglehners Vorgänger Philipp Blanke laut. Der hatte die Klinik im Frühsommer verlassen, in gegenseitigem Einvernehmen, wie die Geschäftsführung auf Anfrage der Redaktion mitteilte. Um die Vakanz zu überbrücken, war zeitweise der frühere Chefarzt Rainer Kuttner, inzwischen im Ruhestand, wieder an den Operationstisch zurückgekehrt.

Alters-Traumatologie als neuer Schwerpunkt

Bei seiner Vorstellung im August hatte Andreas Berglehner die Alters-Traumatologie als einen Schwerpunkt seiner künftigen Tätigkeit an der Main-Klinik bezeichnet. Mit dem zunehmendem Alter steige auch die Zahl der Patienten, die neben der chirurgischen Versorgung auch internistisch behandelt werden müssen. Dem dafür erforderlichen Austausch zwischen den Fachdisziplinen werde bislang generell noch zu wenig Beachtung geschenkt.

Alexander Schraml, Vorstand des Landkreis-Kommunalunternehmens und Geschäftsführer der Main-Klinik, zeigte sich überrascht von dem hochklassigen Bewerberfeld auf die Chefarzt-Stelle. Geschäftsführung, Ärzteschaft und Personalvertretung hätten sich einhellig für Andreas Berglehner entschieden.

Andreas Berglehner selbst sieht seinen Wechsel nach Ochsenfurt mehr als Heimkehr in eine Region, in der er bereits zwei Jahrzehnte lang gelebt hat. Für ihn sei es ein Wiedersehen mit vielen Kollegen, die er noch von der Würzburger Uniklinik kennt. Und den Geruch, der im Herbst manchmal von der Zuckerfabrik ausgeht, kenne er schon aus Kindertagen.

Gute Standortbedingungen

Dass sich hochrangige Kollegen, darunter weitere Chefärzte, um die Position beworben haben, verwundere ihn nicht, sagt Berglehner. Die Bedingungen am Klinik-Standort mit Dialyse-Zentrum und Rettungshubschrauber, vor allem aber die Entscheidung des Landkreises für eine umfassende Sanierung der Klinik seien wichtige Standortkriterien der Klinik. "Solche Zukunftsaussichten sind für Häuser dieser Größe heute nicht mehr selbstverständlich", so der neue Chefarzt.

Dadurch fühlt sich Landrat Eberhard Nuß bestärkt. Die Main-Klinik sei eine der wichtigsten Einrichtungen des Landkreises, so Nuß. Und für Ochsenfurt ein wichtiger Standortfaktor, wie Bürgermeister Peter Juks ergänzte. 

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