WÜRZBURG

Mainfranken-Messe: Den Besuchern die Angst vor Kliniken nehmen

Zu den diesjährigen Gewinnern des Unterfränkischen Inklusionspreises gehört auch der „Theaterworkshop“ im Wohnbereich des Jakob-Riedinger-Hauses in Würzburg.. Foto: Mauritz

Die Krokodil-Handpuppe sperrt den Mund weit auf. Darin blitzen weiße Zähne. Nun drückt Elke Wischmeyer einer Besucherin eine Zahnbürste in die Hand. „Zeigen Sie mal, wie Sie Ihre Zähne putzen“, fordert die Zahnärztin der Universitätszahnklinik die Besucherin auf. Im Gesundheitspark in Halle 12 der Mainfranken-Messe kann man Zähneputzen unter professioneller Aufsicht üben.

Verschiedene Einrichtungen, wie der Arbeiter-Samariter-Bund, das Bayerische Rote Kreuz, die Deutsche Rentenversicherung und die Johanniter-Unfall-Hilfe nutzen die Regionalschau, um über ihre Aufgaben, Behandlungsmethoden und Dienstleistungen zu informieren. So auch das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit der Universität. „Viele Menschen wissen nicht, dass Sie auch in die Zahnklinik kommen können“, erklärt Wischmeyer.

Man kann entscheiden, ob man von Studenten oder ausgebildeten Ärzten behandelt wird. „Auch das wissen viele Leute nicht“, sagt Wischmeyer. Man brauche keine Angst vor den Studenten zu haben. „Im letzten Jahr hat ein Würzburger Zahnmedizin-Student sogar einen weltweiten Wettbewerb gewonnen.“

Gleich einen Stand weiter präsentiert die Psychiatrie in Lohr ihr Angebot. „Da müssen wir hoffentlich nie hin“, sagen einige Leute, wenn sie hier am Stand vorbeikommen, erklärt Bernd Ruß, der kaufmännische Direktor der Psychiatrie Lohr. Doch psychische Erkrankungen, besonders Depressionen, nehmen zu. „Unsere Einrichtung ist zu über 100 Prozent ausgelastet“, sagt Ruß.

Auf der Messe möchte er den Besuchern ein Stück weit die Angst vor einer Einrichtung wie dieser nehmen. „Früher hat man sich bei psychischen Erkrankungen geschämt, heute sucht man sich Hilfe“, sagt der Krankenhausdirektor. Dazu wollen er und sein Team die Messebesucher ermuntern. Auch das neue „Zentrum für seelische Gesundheit“ in Würzburg ist mit einem Stand verstreten, genau wie die Psychiatrie Werneck.

Die Angebote der AWO Unterfranken richten sich an Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren. Am Stand gibt es eine Mitmach-Fotoaktion und viele Informationen zu Gesundheitsthemen wie Blutdruck, Blutzucker und Gleichgewicht. Wer sich traut, zieht sich einmal den Alterssimulationsanzug über. „So bekommen auch jüngere Menschen ein Gefühl und vielleicht etwas mehr Verständnis für die Beschwerden des Alters“, sagt eine AWO-Mitarbeiterin.

Dass Blutspenden vielen Menschen pro Jahr das Leben retten, darüber informiert der Blutspendedienst (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes. „Nach schweren Operationen oder Unfällen sind Blutspenden unerlässlich“, erklärt Andreas Naumann, Auszubildender beim BSD. Vier Prozent der Blutspenden werden für Mütter und Kinder nach schweren Geburten gebraucht, sagt Naumann weiter.

Auch eine Preisverleihung gab es auf der Mainfranken-Messe: Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel hat den Unterfränkischen Inklusionspreis an fünf Sieger-Gruppen überreicht. Der Preis ist mit 12 500 Euro dotiert. Bei dem Wettbewerb werden Projekte ausgezeichnet, „die die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung im Alltag nachhaltig und konkret verbessern oder einen spürbaren Beitrag zu ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft leisten“, so Dotzel.

Vergeben wurden die Preise in vier Kategorien. Im Bereich „Arbeit“ wurde das Projekt „Arbeitsreif“ ausgezeichnet. Junge Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in dem Projekt auf eine Ausbildung oder auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. In der Kategorie „Bildung und Erziehung“ ging der Preis an die Heilpädagogische Tagesstätte der Richard-Galmbacher-Schule in Elsenfeld und deren Projekt „Ringen“ um ein selbstverständliches Miteinander von jungen Leuten mit und ohne Handicap.

In der Kategorie „Freizeit, Kultur und Sport, Natur und Umwelt“ vergab die Jury den Preis an die Aktion „Rudern für alle“ der Rudergemeinschaft Olympos Würzburg e.V. In der Kategorie „Wohnen“ ging der Preis an den „Theaterworkshop“ im Wohnbereich des Jakob-Riedinger-Hauses in Würzburg. Die Freizeitsportgruppe im RSV Wollbach konnte sich über den Sonderpreis „Vielfältiges Engagement für Inklusion“ freuen.

Messe-Programm

Noch bis Sonntag dauert die Mainfranken-Messe auf den Mainwiesen in Würzburg. Öffnungszeiten sind täglich von 9.30 bis 18 Uhr, Einlass ist bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9,50 Euro.

Programm-Tipps am Samstag:

• Den ganzen Tag Programm gibt es auf der FHWS-Medienbühne in Halle 1. Ab 15 Uhr zeigt Caro Schmitt, was Poledance ist, später gibt es Comedy, ein Quiz und Spiele.

• Auf der Showbühne in Halle 17/18 wird von 11 bis 15 Uhr live mit Ernährungsfachberaterinnen des Bayerischen Bauernverbands gekocht. Es gibt Kürbis-Mousse mit Schinken.

Programm-Tipp am Sonntag:

• Ein ökumenischer Gottesdienst wird ab 10.30 Uhr in Halle 11 auf der BR-Bühne gefeiert. Zelebrant ist Domkapitular Christoph Warmuth.

• Die Party-Band Silwer spielt von 15.30 bis 16.30 Uhr auf der Medienbühne der FHWS.

ONLINE-TIPP

Ein Rundgang über die Mainfrankenmesse: www.mainpost.de/Video

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