WÜRZBURG

Malteser und Kassen einigen sich: Kinderpalliativteam wird finanziert

Große Erleichterung beim Palliativteam der Malteser und bei Eltern, die ein unheilbar krankes Kind haben. Die Krankenkassen haben sich nach weiteren „intensiven und konstruktiven Gesprächen“ bereit erklärt, eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche in Unterfranken zu finanzieren. Diözesangeschäftsführer Stefan Dobhan und Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die sich sehr für das Palliativteam in Unterfranken eingesetzt hat, sind erleichtert. „Aber so kann das nicht weitergehen“, findet Barbara Stamm auch kritische Worte für das Verhalten der Krankenkassen.

50 Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen

Denn, die Malteser haben bereits zwei Verhandlungsrunden mit den Krankenkassen hinter sich. Nach der ersten lag man weit unter dem, was die Malteser zur Finanzierung des Kinderpalliativteams, das sich etwa um 50 Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung unterfrankenweit kümmern wird, benötigt.

Barbara Stamm hat nachgehakt, noch einmal mit einem Vertreter der Techniker-Krankenkasse eine Verbesserung erreicht. Besser sah es dann nach der dritten Verhandlungsrunde aus. Mit der Arbeitsgruppe der Krankenkassen wurde zunächst eine Einigung erzielt. Am Ende waren es die Vorstände, die diese nicht mittragen wollten. An den Maltesern blieb ein Defizit von 115 000 Euro hängen. Trotzdem nahm das Kinderpalliativteam die Arbeit auf – ohne Vertrag mit den Kassen.

Politischer Druck auf die Kassen

Erst nach öffentlichen und politischen Druck waren die Kassen bereit, sich nochmals mit den Maltesern an einen Tisch zu setzen. Auch im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags wurde über die Finanzierung des Palliativteams gesprochen. Barbara Stamm nahm an der Sitzung teil und hat ihren Unmut deutlich zum Ausdruck gebracht. Ihr Wunsch, dass sich die Krankenkassen doch noch vor Weihnachten besinnen sollten, ging in Erfüllung.

Dass die Malteser nun für das Palliativteam in Unterfranken die bayernweit höchste Vergütung bekommen und die Kassen damit auf die spezielle Situation in Unterfranken eingehen – in allen anderen bayerischen Bezirken sind die Palliativteams an Kinderkliniken angeschlossen – nimmt die Landtagspräsidentin mit Freude zur Kenntnis. Aber: „Die Krankenkassen müssen mit mehr Sensibilität ihrer Verantwortung nachkommen. Dass es eine solche Kraftanstrengung braucht, um unheilbar kranken Kindern und ihren Eltern zu helfen, kann ich nicht nachvollziehen“, sagt sie.

Kooperation mit Kinderkliniken?

Diözesangeschäftsführer Stefan Dobhan war überzeugt, dass es am Ende doch noch zu einer Einigung mit den Kassen kommen wird. „Auch, wenn es anfangs ziemlich düster für uns aussah“, sagt er. Doch die entscheidenden Gespräche der letzten Wochen seien dann doch „angenehm, konstruktiv und zielorientiert“ gewesen. „Die Krankenkassen haben zum Schluss versucht, all das möglich zu machen, was sie konnten.“ Allerdings sei die höhere Pauschale bis zum Sommer 2018 befristet. Eventuell, so hoffen die Kassen, sei dann doch eine Kooperation mit Kinderkliniken in Würzburg möglich.

Bisher war das nicht der Fall. Deswegen sind die Malteser auch in die Bresche gesprungen und haben die palliative Versorgung unheilbar kranker Kinder in Unterfranken übernommen. Bis dahin war Unterfranken der einzige bayerische Bezirk ohne Palliativteam. Aufgrund der besonderen Versorgungssituation in Unterfranken fordern Malteser Hilfsdienst und Krankenkassenverbände das Bayerische Gesundheitsministerium auf, zusätzliche Fördermittel für die Region zur Verfügung zu stellen.

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