WÜRZBURG

Marathon, so lange die Füße tragen...

Jedes Jahr über die volle 42-Kilometer-Distanz: Werner Teufel (46) mit den 15 Finisher-Medaillen seiner Würzburg-Marathons.
Jedes Jahr über die volle 42-Kilometer-Distanz: Werner Teufel (46) mit den 15 Finisher-Medaillen seiner Würzburg-Marathons. Foto: Thomas Obermeier

Sie kommen aus Brasilien, Japan und Chile. Spanier, Ukrainer und Italiener sind dabei. Und viele Teilnehmer aus ganz Deutschland, Franken, Würzburg. Der 16. iWelt-Marathon an diesem Sonntag ist eine internationale Angelegenheit. Neben mehr als 3600 deutschen Läufern haben sich 128 Sportler aus 36 Nationen für die verschiedenen Wettbewerbe gemeldet.

Ein erster Rekord wurde schon am Mittwochabend geknackt: Mit 1300 Teilnehmern gingen beim iWelt-Firmenlauf in Eibelstadt so viele an den Start wie nie zuvor. Am Marathonsonntag bestreiten die meisten Läufer (1549 Voranmeldungen) mit 21,1 Kilometern den „Halben“, die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern hat überall an Zugkraft verloren. In Würzburg waren diesmal (Stand 29. Mai) nur noch 471 Voll-Marathonis für die Doppelrunde registriert. Die Strecke führt vom Start am Congress Centrum (Sonntag, 9 Uhr) über die Zellerau, das Mainviertel, Heidingsfeld und die Sanderau zurück in die Innenstadt. Die Organisatoren hoffen auf Nachmeldungen bei der Marathonmesse am Wochenende im Congress Centrum. Selbst bei den Kinderläufen am Samstag (Starts um 14, 14.30, 15 Uhr) im Ringpark kann man noch kurzfristig mitmachen.

Längst gemeldet ist Werner Teufel. Wie immer seit 15 Jahren. Und seit seinem zehnten Start hat der 46-Jährige die Startnummer 10001 fest gebucht. Er will sie tragen, solange er laufen kann, und jedes Jahr über die 42 Kilometer dabei sein. Nur wenige Athleten haben alle 15 Würzburg-Marathons über die komplette Distanz absolviert. Werner Teufels klares Ziel: Irgendwann der einzige sein...

Die Finisher-Medaillen sammelt er daheim ebenso wie die Finisher-Shirts. Um die 200 aus allen Wettkämpfen dürften sich in seinem Kleiderschrank stapeln. Die ältesten sind fast 30 Jahre alt: 1987, damals 17 Jahre jung, lief er seinen ersten Marathon. Ein Bekannter hatte ihn nach Berlin mitgenommen.

Seitdem hat der gebürtige Neustädter (Aisch) und Wahl-Grombühler unzählige Triathlons und 40 Marathons zurückgelegt (Bestzeit 2:54 in München). Vier Termine sind in seinem Jahreskalender fest notiert: der Würzburg-Marathon, der Rothsee- und der Erlangen-Triathlon und die Neustädter Kirchweih („einarmiges Reißen in der Ein-Liter-Klasse“).

Gequält hat er sich schon, echte Ermüdung hat er in 15 Jahren Würzburg aber nicht verspürt. Im Gegenteil: „Es ist schön, hier jedes Jahr Bekannte zu treffen. Das ist wie eine Familie.“ Die Entwicklung des Würzburger Stadtmarathons sieht er unterm Strich positiv. Das Congress Centrum als Mittelpunkt und den aktuellen Zwei-Runden-Kurs hält er für gelungen. Das kurze Einrunden-Intermezzo mit der Streckenführung durch das Frauenland hätte Teufel nicht gebraucht: „Würzburg ist für einen Ein-Runden-Kurs zu klein.“

Die eher verhaltene Stimmung an der Strecke störte einen wie Werner Teufel nie. Auch im Training läuft er meist allein: „Da bin ich in der Natur, kann abschalten.“ Auch von belastenden Dingen. Teufel hat sie erlebt, erst vor drei Jahren war er in einer schwierigen Lebensphase, hatte private Rückschläge wegzustecken. Früher, gibt er zu, war er fast süchtig nach Sport, hat vielleicht zu viel Zeit dafür investiert. Heute ist das Laufen der gute Ausgleich zu seiner Arbeit bei einer Autovermietung und hilft ihm, zur Ruhe zu kommen.

Der 90-Kilo-Mann hat wieder Ziele, sportlich und beruflich, er träumt von der Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann. Zumindest an Erfahrung fehlt es Teufel nicht. „Sport hat mein Leben immer bestimmt.“ Für Sonntag hat er sich keine besondere Zeit vorgenommen. In Würzburg geht es für ihn ums Dabeisein. Möglichst noch viele Jahre.

Viele Infos, Hintergründe, und aktuelle Bilder von den Läufen im Special: www.mainpost.de/marathon

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