OBERDÜRRBACH

Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten im tegut-Lädchen

Stolz auf seinen Arbeitsplatz: Manuel Lang ist dafür zuständig, die neuen Lieferungen in die Regale einzuräumen, den Laden in Ordnung zu halten und die Molkerei-Produkte auf Haltbarkeit zu überprüfen. Foto: M. Matz

Morgens um 7.30 Uhr klingelt bei Manuel Lang der Wecker. Nach dem Frühstück macht er sich auf den Weg zur Arbeit. Seit über einem Jahr bedeutet das für ihn, nicht mehr in die Mainfränkischen Werkstätten nach Würzburg, sondern ins „tegut…Lädchen für alles“ nach Oberdürrbach zu fahren.

„Ich konnte mir schon immer vorstellen, im Einzelhandel zu arbeiten“, erzählt der 22-Jährige. „Als ich gehört habe, dass die Tochtergesellschaft der Mainfränkischen Werkstätten ein ,tegut…Lädchen' eröffnet, habe ich mich deshalb sofort auf einen Arbeitsplatz beworben – und es hat geklappt.“

Manuel Lang ist einer von mittlerweile vier Menschen mit Behinderung aus den Mainfränkischen Werkstätten, die in dem Lädchen einen betrieblichen Arbeitsplatz erhalten haben.

Neben den vier Werkstattmitarbeitern arbeiten in dem inklusiven Betrieb außerdem noch fünf Menschen mit und ohne Behinderung in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis sowie drei Minijobber.

Nahversorgung erhalten

Seit September 2013 betreibt die InklusionCatering GmbH Mainfranken, kurz InCa, eine 100-prozentige Tochterfirma der Mainfränkischen Werkstätten, das „Lädchen für alles“. Alexander Seith, InCa-Betriebsleiter, erklärte die Hintergründe: „Wir möchten mit dem Lädchen zweierlei erreichen. Zum einen wollen wir die Nahversorgung im Stadtteil Oberdürrbach erhalten. Zum anderen soll der inklusive Supermarkt zum selbstverständlichen Kontakt zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen im Alltag beitragen.“ Der Laden bietet die Lebensmittelqualität von „tegut…“ sowie Getränke und Drogerieprodukte in etwas kleinerer Auswahl, aber zu gleichen Preisen wie in den großen „tegut…“-Märkten. Als besondere Ergänzung werden laut einer Mitteilung der Mainfränkischen Werkstätten aber auch regionale Produkte verkauft wie beispielsweise Apfelsaftschorle und Popcorn aus eigener Produktion oder Kartoffeln und Honig aus der eigenen Imkerei.

Gläserne Popcorn-Manufaktur

Doch nicht nur Einkaufen ist im Lädchen möglich. Im neu gestalteten Cafébereich warten verschiedene Fair-Trade-Spezialitätenkaffees aus der Siebträgermaschine und eine Auswahl an Snacks auf die Besucher. Zusätzlich können die Gäste immer donnerstags in der gläsernen Popcorn-Manufaktur zusehen, wie Mitarbeiter der Mainfränkischen Werkstätten frisches Popcorn in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, von Curry über Barbecue bis hin zu Karamell und Erdnuss, produzieren.

Doch egal ob Popcorn-Manufaktur, Cafébereich oder direkt im Lädchen: Jeder Mitarbeiter, egal ob mit Handicap oder ohne, wird nach seinen individuellen Fähigkeiten eingesetzt. So ist Manuel Lang unter anderem dafür zuständig, die neuen Lieferungen in die Regale einzuräumen, den Laden in Ordnung zu halten und die Molkerei-Produkte auf Haltbarkeit zu überprüfen.

Eine wichtige und anspruchsvolle Arbeit, wie Manuel Lang weiß: „Die Arbeit ist super abwechslungsreich und es gibt immer was zu tun. Das ist genau das Richtige für mich und ich fühle mich hier sehr wohl.“

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