Würzburg

Metallhandwerk für Jugendliche attraktiver machen

Gelobt wurden auf der Herbstversammlung der Metall-Innung Mainfranken-Mitte Alexander Koller (Zweiter von links) und Franz Genheimer (Zweiter von rechts) für deren langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Prüfungsausschuss von Obermeister Detlef Lurz (Mitte). Mit im Bild Roland Rechter (links, stellvertretender Obermeister) und Thomas Schneider (rechts, stellvertretender Obermeister). Foto: David Salaws

Wie kann man die Berufe des Metallhandwerks für Jugendliche attraktiver darstellen, darüber diskutierten Mitglieder der Metall-Innung Mainfranken-Mitte auf der Herbstversammlung in der Akademie für Unternehmensführung im Bildungszentrum der Handwerkskammer (HWK) für Unterfranken in Würzburg, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Seit Jahren seien die Zahlen der Auszubildenden rückläufig. Untätig waren Betriebe und Innung nicht. In Schulen, auf Ausbildungsmessen oder bei Berufsorientierungstagen präsentierten sie sich, um Jugendliche für eine Ausbildung im Metallhandwerk zu gewinnen.  Ein spürbarer Erfolg sei jedoch ausgeblieben.

Unterstützung für die Betriebe bei der Fachkräftegewinnung versprechen zwei neue Projekte, die Obermeister Lurz auf der Versammlung vorstellen ließ. Seit Anfang 2019 gibt es unter dem Dach der Handwerkskammer „Q-net-Handwerk“ und einen sogenannten Willkommenslotsen für das unterfränkische Handwerk.

Mit  „Q-net Handwerk – Qualität für ausbildende Betriebe“ sollen Handwerksbetriebe eine Anlaufstelle haben, die sie berät wie auch Realschüler, Gymnasiasten, Berufsober- und Fachoberschüler oder Studienabbrecher bei der Berufsfindung zu gewinnen sind.

Silke Waterstrat, Ansprechpartnerin für Würzburg Stadt und Land, Kitzingen und Main-Spessart, erläuterte die Vorgehensweise dieses sogenannten Externen Ausbildungsmanagements (EXAM): Unterstützung der Betriebe bei der Eigendarstellung, Hilfe bei Entwicklung und Umsetzung moderner Werbemaßnahmen zur Gewinnung von Auszubildenden sowie Betreuung zu Fragen von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Christian Rappold stellte seine Tätigkeit als Willkommenslotse vor. Zuständig für die Regionen Würzburg, Kitzingen, Main-Spessart unterstützt er Unternehmen bei der betrieblichen Integration von Flüchtlingen. Dazu gehören unter anderem Vermittlung von Bewerbern sowie Beratung und Information zu rechtlichen Rahmenbedingungen, verwaltungstechnischem Aufwand und sozialpädagogischer Unterstützung bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Flüchtlingen.

Die beiden Projekte fanden in der Unternehmerrunde zwar anklang, gleichzeitig kritisierten die Metallhandwerker, dass diese Maßnahmen reichlich spät kämen. „Die Willkommenslotsen hätten wir vor zwei Jahren gebraucht“, so einer der Anwesenden. Eine deutlich spürbare Verbesserung der Wahrnehmung der beruflichen Möglichkeiten im Metallhandwerk hätten die Betriebsinhaber bislang nicht feststellen können.

Trotzdem waren sich die Unternehmer in der Versammlung einig, dass die Präsenz des regionalen Metallhandwerks in den Sozialen Medien gesteigert werden solle. Denn mit dieser Art der Außendarstellung ließen sich die Vielseitigkeit in der Ausbildung und die beruflichen Entwicklungsmöglichen zeitgemäß darstellen.

Weitere Diskussionspunkte waren die politische, wirtschaftliche, soziale und finanzielle Situation des Handwerks in der Gesellschaft. So beklagten die Mitglieder, dass Handwerksberufe hinsichtlich ihrer schulischen Abschlüsse nicht mit akademischen Abschlüssen gleichgestellt seien.  Auch die steuerliche und sozialabgabenpflichtige Angleichung von Studenten und Auszubildenden sei dringend erforderlich. Bislang hätten Auszubildende finanzielle Nachteile gegenüber Studenten. Auch die Löhne müssten angepasst werden, um Handwerksberufe attraktiver zu machen: Die Senkung der Lohnnebenkosten sei hierfür maßgeblich, damit handwerkliche Dienstleistungen bezahlbar blieben.

„Mit sehr hohem persönlichen Engagement und viel Leidenschaft bringen sich die beiden seit Jahren in dieses Ehrenamt ein“, lobte Obermeister Detlef Lurz zum Schluss der Veranstaltung Franz Genheimer (Waldbrunn) und Alexander Koller (Neubrunn) und bedankte sich mit einem Präsent. Genheimer und Koller sind seit Jahren Mitglieder des Prüfungsausschusses.

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