GELCHSHEIM

Mit dem Bus-Zug übers Land

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Bus-Zug

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Da werden die Autofahrer künftig staunen und ihren Augen nicht trauen, wenn sie auf der Straße zu sehen bekommen, was vor wenigen Tagen in Giebelstadt der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist: Ein Bus mit Personenanhänger, ein so genannter Bus-Zug, geziert von einer großen Giraffe auf den Seiten. Es ist der erste seiner Art in Unterfranken und einer von rund 30 in ganz Deutschland.

Mit Steh- und Sitzplätzen kann das Gefährt im Berufsverkehr bis zu 169 Fahrgäste auf einen „Zug“ befördern, berichtete Betriebsinhaber Armin Hammer vom gleichnamigen Busunternehmen aus Gelchsheim bei der Vorstellung. Eingesetzt wird das Fahrzeug hauptsächlich auf der Strecke zwischen Giebelstadt und Würzburg, wenn der Hänger nicht benötigt wird, wird er einfach abgestellt und das Zugfahrzeug fährt alleine.

Bus-Anhänger, die bereits ab den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei der Personenbeförderung eine Rolle gespielt haben, waren im Westen Deutschlands seit 1960 wegen der geringen Nachfrage und dem Aufkommen der Gelenkbusse nicht mehr gefragt. Im Osten Deutschlands waren die Anhänger noch bis vor rund 20 Jahren im Einsatz. In der Schweiz sind die Bus-Züge seit Jahrzehnten sicher und zuverlässig in Betrieb, berichtete der Unternehmer.

„Die Sicherheit unserer Fahrgäste und aller Verkehrsteilnehmer steht stets an oberster Stelle“, betonte Armin Hammer. So verfügt der Bus-Zug neben den durch den Gesetzgeber vorgegebenen Sicherheitseinrichtungen an den Türen über ein elektronisches Bremssystem (EBS), ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) im Anhänger, ABS und ASR.

Mehrere Kameras für die Videoüberwachung im Anhänger, sowie ein elektronisches Knickschutz-System runden die Sicherheit des modernen Anhängerkonzeptes ab. Für Notfälle sind sind die Fahrgäste im Anhänger über eine Sprechanlage jederzeit mit dem Fahrer verbunden. Der Raum zwischen den Fahrzeugen ist mit Bändern geschützt und wird ebenfalls Video-überwacht.

Trotz der Länge lasse sich das Gespann dank der beiden elektro-hydraulisch gelenkten Achsen im Anhänger wie ein zwölf Meter langer Solobus rangieren und laufe spurtreu hinter dem Zugfahrzeug, berichtete Hammer weiter. Auch der Wendekreis sei dadurch viel geringer als zum Beispiel bei einem Gelenkbus.

Auch das Fahrverhalten sei deutlich besser, sagte Hammer, da der Motor nicht wie bei einem Gelenkbus ganz hinten sitze und schiebe, sondern vorne im Zugfahrzeug für bessere Fahrstabilität sorge. Somit ist der Bus-Zug auch im Winter gegenüber dem Gelenkbus überlegen.

Ein weiterer gerade heutzutage wichtiger Vorteil ist für den Firmenchef, dass ein moderner Gelenkbus im Überlandverkehr etwas mehr als 50 Sitzplätze biete, der Bus-Zug jedoch über 80 Sitzplätze. So stelle sich der Bus-Zug nach Worten Hammers allen Anforderungen an einen zukunftsorientierten und umweltfreundlichen Linienverkehr. Mit einem um zirka 20 Prozent geringeren Dieselverbrauch gegenüber zwei getrennten Solobussen leiste er auch einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduzierung und den Umweltschutz.

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