WÜRZBURG

Mit dem Handy durch den Botanischen Garten

Es ist ein Spaß für große und kleine Pflanzenfreunde, das jedenfalls verspricht eine Pressemitteilung, die darauf abzielt, dass man im Botanischen Garten in Würzburg sein Smartphone oder Tablet zückt – und das nicht etwa um die Pflanzenwelt zu fotografieren.

Bestäubt die Biene, der Schmetterling oder der Vogel die Paradiesvogelblume? Wächst eine Ananas am Baum? Und wie riechen Salbei, Thymian und Lavendel? Im Botanischen Garten der Uni Würzburg bekommen Besucher diese und weitere Antworten direkt auf ihr Smartphone geliefert. Denn dort heißt es seit Neuestem: Handy und Tablet ausdrücklich erwünscht! Die aktuelle Version der Smartphone-Tour nimmt Interessierte mit in den Frühling.

Handys ausdrücklich erwünscht

Mit Pflanzen hat Ulrike Pierl in ihrem Studium wenig zu tun. Sie studiert Museologie, hat sich aber den Botanischen Garten als Praktikumsstelle ausgesucht – sozusagen als lebendes Museum. „Ich hatte große Lust, diese Tour mitzugestalten. Es ist halt mal was ganz anderes“, sagt sie „Wir haben die Gärtner gefragt, was es im Frühling in ihrem Revier so Spannendes gibt“, erklärt Kerstin Bissinger. Sie ist die Koordinatorin des LehrLernGartens und hatte die Idee eines interaktiven Pfads durch den Garten schon länger.

Das Ziel sei, junge Leute abzuholen, erklärt sie. Man wolle ihnen zeigen, dass der Botanische Garten überhaupt nicht langweilig sei. „Viele kommen hier her, um seltene Pokémon zu jagen. Irgendwo auf dem Gelände ist eine Arena“, sagt Bissinger und lacht. Das wolle man nutzen. „Wenn die jungen Leute schon da sind, können wir ihnen ja auch den Botanischen Garten auf spannende Art näher bringen“, erzählt sie laut Pressemitteilung weiter.

Die Technik

Um die Smartphone-Rallye zu entwickeln, musste erst einmal ein technisches Gerüst her. „Wir haben dafür die Lizenz einer speziellen App namens Actionbound gekauft“, so Bissinger. Praktikantin Ulrike Pierl hat dem Skelett dann Leben eingehaucht.

Zu Beginn muss man sich die App auf das eigene Smartphone oder Tablet laden. Um die Tour zu starten, wird auf einer Infotafel im Botanischen Garten ein QR-Code gescannt. Internet benötigt man nur zum Laden der Inhalte sowie am Schluss, zum Upload der Ergebnisse. „Unterwegs reicht GPS, um bestimmte Punkte im Gelände zu finden“, erklärt Biologin Bissinger weiter.

Interaktiv

Abwechslungsreich und interaktiv sei die Tour, die ungefähr eine Stunde dauert: Im Duell können die Besucher ihr Wissen über Pflanzen testen. „Zu allen Rätseln kommt auch eine Erklärung“, so Bissinger. „Entweder vorgelesen als Audiodatei oder zum selber Studieren.“

Die Besucher können den Botanischen Garten so ganz anders erleben: „Man darf fühlen, riechen und Sachen selber machen. So können wir einen emotionaleren und persönlicheren Bezug zu den Pflanzen schaffen“, sagt Bissinger.

Die Aufgaben der Smartphone-Rallye sind so aufgebaut, dass die Nutzer nicht die ganze Zeit auf das Gerät schauen sollen. Es dient lediglich als Vermittler, um die Aufgaben und Informationen interessant aufzubereiten und darzustellen. „Aus didaktischer Sicht ist es wichtig, mit dem digitalen Zeitalter zu gehen. Sich nicht zu verschließen“, erklärt die Koordinatorin des LehrLernGartens.

Frühlingsboten

Aktuell führt die Tour die Nutzer durch den Frühling. Vorbei an blühenden Magnolienbäumen und Mistelzweigen, die noch nicht vom Laub der Bäume verdeckt sind. „Die Smartphone-Rallye ist eine super Grundlage für weitere Projekte“, so Bissinger. Sie könne sich vorstellen, neben den Jahreszeiten andere, wissenschaftliche Aspekte einzuarbeiten. Ideen seien zur Genüge vorhanden.

Der Lehr-Lern-Garten im Internet: www.llg.uni-wuerzburg.de/

Neu in Würzburg: Wissenswertes unter anderem über die Paradiesvogelblume erfährt man bei der Smartphone-Ralley durch den Botanischen Garten. Foto: Judith Küfner

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