Würzburg

Mit neuer Buslinie: In der halben Zeit zur Uniklinik

Ohne Umwege zum Ziel: Wie eine neue Buslinie aus dem nordöstlichen Landkreis zur Uniklinik die Nutzer zum Umstieg auf Bus und Bahn anregen soll.
Testsitzen in der neuen Linie (von links): Alexander Schraml (Kommunalunternehmen), Eberhard Nuß (Landrat), Dominik Stiller (APG), Anja Simon, Tobias Firnkes und Georg Ertl (alle Uniklinikum). Foto: Silvia Gralla

Es muss schon etwas Großes auf der Tagesordnung stehen, wenn der Landrat des Landkreises Würzburg Eberhard Nuß, der ärztliche Direktor der Würzburger Universitätskliniken (UKW) Georg Ertl, deren kaufmännische Leiterin Anja Simon und der Leiter des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg Alexander Schraml gemeinsam zu einer Pressekonferenz in die Uniklinik in Grombühl laden. Und mag es auf den ersten Blick nur aussehen wie eine neue Buslinie, deren Inbetriebnahme dort verkündet wird, ist es auf den zweiten Blick doch ein erster großer Schritt auf dem Weg, mehr Menschen zum Umstieg vom eigenen Auto auf Bus und Bahn zu überzeugen.

"Man neigt dazu, die Busse erst einmal in die Stadt fahren zu lassen"
Alexander Schraml - Vorstand Kommunalunternehmen

Denn ab dem 3. Februar, so erläuterte Dominik Stiller, Betriebsleiter APG, die die Landkreisbusse betreibt, wird es eine Buslinie 437 geben, die mit 13 Hin- und Rückfahrten täglich die Gemeinden des nordöstlichen Landkreises direkt und ohne den Umweg über den Würzburger Hauptbahnhof mit der Uniklinik verbindet. Abgestimmt sind die Touren auf die Schichtzeiten des UKW. Denn laut Anja Simon wohnen alleine 500 Mitarbeiter entlang der neuen Linienführung. Die erste Fahrt startet früh um 5.10 Uhr in Kürnach, und die letzte geht ab 22 Uhr von der Uniklinik hinaus in den Landkreis. In der Gegenrichtung geht es erstmals um 6.10 Uhr ab UKW, der letzte Bus von Kürnach zum UKW startet um 20.10 Uhr.

Fahrtzeit verkürzt sich um 30 Minuten

Die Strecke verläuft ab Kürnach über Estenfeld, Maidbronn, Rimpar und den Würzburger Stadtteil Versbach bis zur Uniklinik. Am Parkplatz der Zentren für Innere und Operative Medizin (ZIM/ZOM) besteht die Möglichkeit in den UKW-internen Shuttlebus umzusteigen, der kostenlos zahlreiche Haltestellen auf dem großen Klinikgelände bedient. "Weil der Bus nicht über den Hauptbahnhof fährt, lässt sich die Fahrzeit, ohne das bisherige zweimalige Umsteigen, um bis zu 30 Minuten reduzieren", fügte Nuß hinzu.

"Man neigt dazu, die Busse erst einmal in die Stadt fahren zu lassen", sagt Schraml. "Aber das UKW ist ein Hotspot, den wir jetzt direkt anfahren. Denn das sind rund 20 000 Einwohner in den Gemeinden und dem Stadtteil, die wir damit erschließen", berichtete Schraml. "Allerdings geht das nur so schnell, weil der Bus nicht an jeder Milchkanne hält, sprich, wir bedienen nicht jede Verästelung in den Gemeinden." Neben der schnelleren Fahrzeit, sei eben auch ein großer Vorteil, dass der innerstädtische Verkehr entlastet werde. 

Zudem würden pro Jahr rund 265 000 ambulante Patienten die Kliniken aufsuchen, hinzu kämen die 6800 Mitarbeiter, zählte Georg Ertl auf. "Die alle hierher zu bringen, wird eine immer größere Aufgabe." Außerdem seien Mitarbeiter im medizinischen Bereich Mangelware. "Da müssen wir alles so attraktiv wie möglich gestalten", sagte Ertl.

"Aber auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt."

Da es im Klinikbereich nur rund 1400 Parkplätze gebe, sei die Strecke ein guter Vorgriff auf die Verlängerung der Straßenbahnlinien 1 und 5, fügte Simon hinzu. Deswegen würden die Unikliniken auch gerne das Angebot des Firmenabos nutzen. Mit diesem können die Mitarbeiter Bus, Bahn und Straßenbahn im Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Mainfranken besonders günstig nutzen. Nur die Mindestlaufzeit von einem Jahr sähe die kaufmännische Direktorin gerne verkürzt, um die Attraktivität dieses Angebotes noch zu erhöhen.

Bislang würden 95 Prozent der Busse aus dem Landkreis im morgendlichen Berufsverkehr Richtung Hauptbahnhof feststecken. Das sei schlecht für die Umwelt und nicht im Sinne der Nutzer, sagte Nuß. Deswegen wolle der Landkreis mit Direktlinien die Attraktivität des ÖPNV stärken. "Aber auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt", begründete Landrat Nuß die Einrichtung der neuen Linie 437. Nach zwei Jahren werde man dann eine erste Bilanz ziehen.

Den vollständigen Fahrplan gibt es unter www.vvm-info.de.

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