MARGETSHÖCHHEIM/ZELL

Mit vier Forderungen gegen den Lärm

Die lange gerade Straßenführung zwischen Margetshöchheim und Zell verführt zum schnell fahren und überholen. Beides verstärkt Lärm, Abgase und die Gefahren. Foto: Gideon Zoryiku

Für viele Anwohner entlang der Staatsstraße 2300 in Margetshöchheim und Zell sind der Verkehrslärm und die Abgase mittlerweile unerträglich geworden, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Bürgerinitiative „Leiser!“ und der Gemeinden Zell und Margetshöchheim. Nicht nur die Bürgerinitiative ist überzeugt, dass sich der Verkehrslärm auf der Staatsstraße vermindern lässt. Nach einem Treffen von Vertretern der BI, der beiden Gemeinden und des Staatlichen Straßenbauamts Würzburg wurden vier zentrale Forderungen formuliert.

Vier Forderungen

Gemeinsam plädiert man für eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf Tempo 80 im gesamten Streckenabschnitt von der Zeller Brücke bis Margetshöchheim Nord. Gefordert wird außerdem ein durchgehendes Überholverbot. Auch soll ein lärmreduzierender Belag im Rahmen der Deckenerneuerung der Staatsstraße eingebaut werden. Schließlich fordern die Bürgerinitiative und die Gemeinden eine effektive Kontrolle von Tempolimit und Überholverbot.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Die Verkehrsentwicklung auf der Umgehungsstraße von Margetshöchheim und Zell zeigt, dass endlich etwas geschehen muss.“ Denn der Straßenverkehr habe in den letzten 30 Jahren auf der Staatsstraße stark zugenommen und damit auch die Lärmbelastung der Anwohner. Dabei sei es nicht nur der Lärm in den Stoßzeiten, auch tagsüber habe sich der Verkehrsfluss stark verdichtet.

Am Abend und in der Nacht stören „Leiser!“ zufolge besonders laute Motorräder. Mittlerweile sei durch Studien belegt, dass der Lärm einer viel befahrenen Straße die Anwohner krank mache. Hinzu kämen die Feinstaub- und Stickoxidbelastungen, insbesondere durch eine Zunahme des Lkw-Verkehrs und der Dieselfahrzeuge.

Überholverbot sinnvoll

Das Überholverbot im genannten Streckenabschnitt sei sinnvoll, da die lange gerade Straßenführung zwischen Margetshöchheim und Zell „unvernünftige Autofahrer“ zu Überholmanövern verführe. Vor allem an den Einfahrten in Margetshöchheim werde das Gefahrenpotenzial unterschätzt. Hier könnten ein Tempolimit und ein Überholverbot für deutlich mehr Sicherheit sorgen, hofft man.

An dem Treffen nahmen die Bürgermeister beider Nachbargemeinden Anita Feuerbach und Waldemar Brohm (beide CSU), Michael Fuchs, der Chef des Staatlichen Straßenbauamtes Würzburg und die Vorsitzenden der Bürgerinitiative Ralf Pätzold und Gerhard von Hinten teil.

Laut der Mitteilung berichtete Fuchs, dass im Rahmen der Renovierung der Staatsstraße ein lärmreduzierender Belag eingebaut werden solle. Abhängig vom Haushalt der Straßenbehörde, müsse dies möglicherweise auf mehrere Bauphasen verteilt werden. Auch Betongleitwände, die in Absprache mit der Gemeinde Zell konzipiert werden könnten, sollen die Sicherheit erhöhen und den Lärm reduzieren. Die anderen Forderungen der Bürgerinitiative und der Gemeinden - Tempolimit, Überholverbot und Kontrolle - wolle er gemeinsam mit den zuständigen Behörden prüfen.

Beide Bürgermeister verwiesen darauf, dass auch auf den Umfahrungen der Gemeinden Hettstadt und Erlabrunn ein Tempolimit bestehe. Sie erinnerten daran, dass beide Gemeinden dem Straßenbauamt den Rücken frei gehalten hätten, als die B 27 gesperrt war.

Erholungsfunktion

Zudem wiesen sie auf Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung hin, der eine Temporeduzierung „zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“ vorsehe beziehungsweise „in unmittelbarer Nähe von Erholungsstätten außerhalb geschlossener Ortschaften“ eine Tempobegrenzung möglich mache. Gerade die Mainpartie und der Radweg, an welchen die Staatsstraße entlang führt, hätten eine wichtige Erholungsfunktion für die Bürger.

Die Vertreter der Bürgerinitiative betonten, dass es in Zell keinen Lärmschutz gebe und dass die Ortsumgehung von Margetshöchheim auf die Situation von 1984 abgestimmt sei, nicht aber auf das Vielfache von Lärm und Abgasen im Jahr 2017.

Zudem werde die Staatsstraße, die allen Verkehrsteilnehmern gewidmet ist, häufig von Fußgängern gequert. Man könne nur von großem Glück sprechen, dass hier noch nichts Schlimmeres passiert sei.

Deshalb appellieren die Bürgerinitiative und die beiden Bürgermeister an die Entscheidungsträger, gerade im Wahljahr 2017 endlich zu handeln und mit Tempo 80, einem Überholverbot, einem lärmreduzierenden Belag und effektiven Kontrollen, den Lärm, die Abgasbelastungen und die Gefahren für die Verkehrsteilnehmer und Anwohner deutlich zu mindern.

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