WÜRZBURG

Mittendrin ein schwarzer Pirat

Orientierungsschwierigkeiten: Das Segel war an sich eine klasse Idee, nur leider trieb diese Big Duck in die falsche Richtung. Foto: Pat Christ

„Wir haben tatsächlich alle Enten verkauft“, konnte Renate Schüßlbauer, Geschäftsführerin des Vereins Wildwasser, 15 Minuten vor Start des 14. Wildwasser-Entenrennens strahlend verkünden. 7500 Badeenten purzelten am Samstag ins kühle Nass des Mains. Aus einer Art Hasenstall wurden außerdem 65 Big Ducks zu Wasser gelassen. Auch das ein Rekord, so Wolfgang Weier, Geschäftsführer von „Würzburg macht Spaß“: „So viele Enten wurden noch nie von Würzburgs Unternehmern gestaltet.“

Wie jedes Jahr war der Mainkai rechts und links voller Menschen, war die Alte Mainbrücke von Schaulustigen übersät. Für eine Menge Würzburger ist es mittlerweile selbstverständlich, alljährlich wieder am Entenrennen teilzunehmen und dabei Wildwasser in seiner Arbeit gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen zu unterstützen.

Gewinnerliste:

„Als Chirurgin bin ich für das Thema sensibilisiert“, so eine Zuschauerin, die mit ihrem drei Jahre alten Sohn Paul zum Rennen kam. Zwei Enten hatten die beiden erstanden: „Und wir werden bestimmt etwas gewinnen!“

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Wildwasser Entenrennen

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Gleich vier Quietschetiere schickte ein Vater zweier acht und zehn Jahre alter Mädchen ins Rennen. „Im vergangenen Jahr waren wir schon bei den Gewinnern“, erzähle der Würzburger. Da durften die Mädels in den Funpark nach Lengfeld gehen. Sexueller Gewalt vorzubeugen ist dem Mann sehr wichtig: „Deshalb war ich auch froh, als meine Kinder im Kindergarten aufgeklärt wurden. Sie haben gelernt, sofort zu sagen, wenn ihnen einmal etwas merkwürdig vorkommt oder unangenehm ist.“

Das Rennen selbst fand der Vater „nur relativ spannend“. Nun ja, es ließ sich wirklich schlecht behaupten, dass die Post abgegangen wäre. Volle 24 Minuten benötigte die erste Ente, um die keineswegs ambitionierte Strecke von der Alten Mainbrücke zum Viehmarktplatz zurückzulegen. Die meisten ihrer Kameradinnen und Kameraden dümpelten derweil immer noch gemütlich im ersten Zehntel der Distanz herum. „Darum heißt es also, ,lahme Ente'“, witzelte Moderator Christoph Grütz, Marketingleiter der Mediengruppe Main-Post, die das Entenrennen als Hauptsponsor unterstützt.

Für Laune vom Wildwasser-Boot aus sorgte Sarah Gössel. Die junge Frau schlüpfte ins gelbe Kostüm der riesigen Maskottchenente und winkte den Schaulustigen am Ufer zu. Gössel studiert im vierten Semester Soziale Arbeit an der Fachhochschule in Würzburg. Für ihr Praktikum entschied sie sich bewusst dafür, Erfahrungen in der anspruchsvollen Arbeit der Beratung von Mädchen und Frauen, denen sexuelle Gewalt angetan wurde, zu sammeln.

Neben Land und Wasser spielte heuer erstmals auch die Luft eine Rolle beim Entenrennen: Der Wettbewerb der kleinen und großen Ducks wurde von einem Privatmann durch eine Drohne aufgezeichnet. Während das Fluggerät über das Wasser surrte, hatten die Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der Wasserwacht alle Hände voll zu tun, abgetriebene Plastiktiere einzufangen.

Am Ziel war Entenfee Carolin zum zweiten Mal mit von der Partie. Nach und nach fischte die Zehnjährige die eingeschwommenen Enten heraus.

Die Big Ducks ließen sich genauso viel Zeit wie ihre jüngeren Geschwisterchen. Offenbar war es ihnen wichtiger, bewundert zu werden in ihrer Pracht. Und prächtig, originell und manchmal auch reichlich skurril war die Deko, mit denen sie sich ins Badevergnügen stürzten. Ach ja, einer kleinen schwarzen Piratenente gelang es, sich ebenfalls ins Rennen zu schmuggeln. Leider ohne Lizenz und demnach außer Konkurrenz. Sie wurde herausgefischt und wird ab Montag den Schreibtisch von Oberbürgermeister Christian Schuchardt zieren. Als Dankeschön dafür, dass der zum zweiten Mal die Baggerschaufel voller Enten mit vollendeter Präzision bedient hat.

Prost: Begleitet von einer kleinen Ente schipperte diese Winzerduck gemütlich Richtung Viehmarkt. Foto: Pat Christ

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