WÜRZBURG

Monteverdichor präsentiert Händels Oratorium „Israel in Ägypten“

Als Würzburger Erstaufführung auf historischen Instrumenten hat sich der aus Studenten der Universität und Musikhochschule rekrutierte Monteverdichor unter seinem Leiter Matthias Beckert ein Oratorium ausgesucht, das wegen der nur sporadisch eingesetzten Gesangsolisten hauptsächlich als Chorwerk bezeichnet werden kann.

Auf barocken Instrumenten wurde in der Neubaukirche Händels Oratorium „Israel in Ägypten“ vom Monteverdichor Würzburg schlank und agil musiziert – und vor allem ohne lang gezogene klebrige Bogenstriche.

Die Gesangsolisten ordneten sich stilgerecht in die gesamte durchwegs ansprechende Musizierweise ein. Statt der Herausstellung einzelner Personen ist ein ganzes Volk der Hauptakteur.
 
Die Sänger stellten sich aufmerksam den nicht unerheblichen Anforderungen und begeisterten durch eine überwiegend dezente, jedoch nicht ausdrucksarme Interpretation der Partitur.

Beckert leitete die Gruppen mit sensibler, da und dort auch mit der gebotenen emotionalen Hingabe. Sein exakter Dirigierstil war bei aller Musizier- und Sangesfreude jederzeit spürbar.

Opulente Szenen und glanzvolle Arien liefert Händel in diesem Werk nicht.

Deshalb konnten die Sopranistinnen Anna Nesyba und Johanna Klinger, der Altus Christian Rohrbach, der Tenor Robert Morvai und die Bassisten Sven Fürst und Mathias Möller im ersten Teil nur verstreut kürzere Proben ihres Könnens bei überwiegend kultiviertem Vortrag geben.

Erst ab dem nächsten Teil gelangen den bei – den hohen und tiefen Stimmen hervorragend harmonisch zusammenwirkende Duette als Steigerung.

Den Monteverdichor empfand man nirgends überstrapaziert. Beckert war es gelungen, die Stimmbänder seiner Sängerinnen und Sänger dem seidigen Klang der Barockinstrumente anzugleichen.

Es gab auch opulente Ausbrüche des Chors und auffallend deutliche rhythmische Akzentuierungen bei dynamisch stärkeren Gestaltungsszenerien.
 
Matthias Beckert zeigte sich einmal mehr als begabter Pfadfinder auf dem Feld selten aufgeführter, doch zweifellos wertvoller Werke.

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