WÜRZBURG

Mozartschule: SPD jetzt doch für Erhalt

Mal hüh, mal hott: Will der Stadtrat nun Teile der alten Mozartschule gegenüber der Residenz erhalten, oder nicht? Foto: Thomas Obermeier
Keine drei Wochen vor dem Bürgerentscheid hat die SPD am Montag den Investorenplänen für Mozartareal und Faulhaberplatz eine Absage erteilt. Partei und Fraktion unterstützen jetzt die Bürgerinitiative „Rettet das Moz“ und das Bürgerbegehren für einen Gesamterhalt der Mozartschule. Von einem Teilabriss, wie bisher vertreten, will die Fraktion nichts mehr wissen. Der Faulhaber-Platz soll, entkoppelt von der Mozartschule, über Erbaurecht vergeben und „maßvoll“ für Einzelhandel und Hotels bebaut werden.

Spekuliert wurde über die mögliche Wendung schon länger. Bei einer Pressekonferenz ließen Würzburgs SPD-Vorsitzender Muchtar Al Ghusain und Fraktionschef Alexander Kolbow die Katze aus dem Sack. Mit großer Mehrheit habe sich der SPD-Vorstand für das Bürgerbegehren ausgesprochen. Die Partei will nun die Mozartschule sanieren, dort ein Mittelschulzentrum einrichten und Räume fürs Mainfranken Theater und die Sing- und Musikschule unterbringen.

Würzburgs Schul- und Kulturreferent Al Ghusain rückt als SPD-Chef damit auch von Plänen für eine Theatersanierung ab: Durch die Nutzung der Mozartschule entfiele der Anbau für eine zweite Spielstätte am Theatervorplatz. Al Ghusain bringt als Räume für das Theater die jetzige Turnhalle als zweite Spielstätte, die Aula bzw. den Kinosaal und den heutigen Gymnastikraum für das Ballett ins Spiel.

Den Bedarf für ein Mittelschulzentrum sieht die SPD trotz rückläufiger Schülerzahlen. „Zwei bis drei andere Standorte könnten zentral in der Innenstadt zusammengefasst und frei werdende Gebäude für Grundschulen genutzt werden. Durch die vom Freistaat avisierte Garantie von Ganztagesplätzen brauche man hier mehr Raumkapazität. Für Theater und Schulen gebe es eine hohe Förderung.

Warum Al Ghusain und die SPD so spät mit diesen Plänen herausrücken? Die Sachlage habe sich verändert. Al Ghusain: „Ein Einkaufszentrum dort ist mausetot. Sie müssen irgendwann die Informationen bilanzieren.“ Erst seit März seien die Pläne des möglichen Investors Strabag bekannt, verteidigt Alexander Kolbow die Wendung seiner Fraktion. Er bedauere, dass er die gebotene Kaufsumme für das Areal öffentlich nicht nennen dürfe. Aber er kritisiert: „Hier soll ein städtisches Grundstück verramscht werden, damit ein Investor teure Wohnungen bauen kann.“ Neu ist die pauschale Ablehnung eines Verkaufs durch die SPD. „Wir würden die Gestaltungsmöglichkeit für alle nachfolgenden Generationen aus der Hand geben“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans Werner Loew.

Dass die BI „Rettet das Moz“ vor allem auf eine kulturelle und nicht unbedingt schulische Nutzung zielt, irritiert Al Ghusain nicht: „Das Nutzungskonzept war nie Sache der BI.“

Rückblick

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  2. Bürgerinitiative begrüßt neues Nutzungskonzept für das Moz
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  4. OB: Sanierung der Mozart-Schule auf der Zielgeraden
  5. Reitberger-Stiftung: Moz öffentlich nutzen
  6. Kritik an Moz-Plänen
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  9. VR-Bank soll bei Mozartschule einsteigen
  10. VR-Bank will Teile der Mozartschule erwerben
  11. Die Gesichter der Nacht
  12. Katharina Strein ist neue Geschäftsführerin des Mozartfests
  13. Olga Scheps und Chopins Träumerei
  14. Der Stadtrat hat einen Plan fürs Moz
  15. Musik soll in die Mozartschule
  16. Standpunkt: Vom Müllhaufen der Moz-Geschichte
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  21. Neue Idee: Ein Sozialrathaus in die Mozartschule
  22. Mozartschule wieder mal im Stadtrat
  23. Junge Würzburger wollen Moz-Zukunft gestalten
  24. So geht es nach dem Ja zur Mozartschule weiter
  25. Tag der Entscheidung: Die Bürger bestimmen die Zukunft der Mozartschule
  26. Ratsbegehren und Bürgerbegehren: Das sind die Ziele
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  30. Standpunkt: Warum das Moz nervt und der Bürgerentscheid trotzdem wichtig ist
  31. Vor Bürgerentscheid: Starke Nachfrage nach Briefwahl
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  33. Mozartschule: Stadtbaurat nimmt Stellung
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  37. Vor Bürgerentscheid: Denkmal oder 140 Wohnungen?
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  47. Mozartschule: SPD jetzt doch für Erhalt
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