WÜRZBURG

Mr. Blues beherrscht mehr als die blauen Töne

Manche Menschen schenken sich zu ihrem 50. Geburtstag eine teure Reise, andere erfüllen sich einfach einen großen Wunsch. Wie Jochen Volpert, der exzellente Würzburger Blues- und Rockgitarrist. Er hat sich ein paar Musikerfreunde ins Studio eingeladen und seine erste CD „Session 50.1“ unter eigenem Namen aufgenommen. Und was für eine!

In der regionalen Jazz-, Blues- und Rockszene ist der nun 50-Jährige seit drei Jahrzehnten umtriebig und ein gefragter Mann. Ob zusammen mit Hugo Gündling in dessen „Bluesladen“, in Dennis Schützes „Electric Combo“ oder bei „The Best of Eric Clapton“ – Jochen Volpert steht mit seinem virtuosen Gitarrenspiel im Mittelpunkt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das wäre auch nicht seine Art.

Auf „Session 50.1“ hat er sich mit Musikern der regionalen Szene zusammengetan und die Songs in drei Tagen live im Studio eingespielt. Das tut den acht Stücken und zwei Bonustracks hörbar gut. Denn Jochen Volpert ist in erster Linie ein Live-Musiker, der am liebsten vor Publikum die Saiten zum Glühen bringt.

Natürlich dreht sich auf „50.1“ vieles, ja sehr vieles um Jochen Volperts gitarristische Meisterschaft, aber er lässt auch seinen Mitmusikern genügend Raum, sich zu entfalten. Allen voran Linda Schmelzer und Carola Thieme, die sich abwechselnd das Gesangsmikro teilen. Los geht's mit dem Jeff Beck-Instrumental „Brush with the Blues“, das wesentlich von Volperts Gefühl für Dynamik und Spannung lebt. „The wind cries Mary“ (Jimi Hendrix) zelebriert Linda Schmelzer mit rauchiger Stimme, während im funkigen „Inner City Blues“ Carola Thieme den Gesang übernimmt.

Dass man Hendrix' „Voodoo Chile“ im Stile eines akustischen Country Blues spielen kann, darauf muss man erst mal kommen. „Stratus“ von Billy Cobham ist Jazzrock pur und zeigt die stilistische Bandbreite, die Volpert beherrscht. Dass man dem abgenutzten „Stormy Monday Blues“ doch noch neue Facetten abgewinnen, zeigt Volpert in einer sehr eigenständigen achteinhalbminütigen Version. Dann noch mal Funk und der Slow Blues „I'd Rather Go Blind“ – und der offizielle Teil ist zu Ende. Dazu gibt's zwei Alternativ-Versionen aus der CD-Session.

Das macht summa summarum 68 Minuten feinsten Blues-Rock mit Jazz- und Funkabstechern. Natürlich steht die Gitarre im Zentrum, doch Volpert weiß immer genau, wann's genug ist. Und obwohl es sich ausschließlich um Cover-Versionen handelt, versteht er es, allen Songs seine eigene Handschrift zu geben. „Session 50.1“ ist ein sehr feines, sehr gelungenes und sehr abwechslungsreiches Album geworden, das nicht nur Gitarristen zu empfehlen ist. Denen aber besonders. Und dass die Scheibe gerade einmal zehn Euro kostet (erhältlich ist sie in der Musik Butik in der Neubaustraße), ist eigentlich ein Witz. Aber ein guter.

Live ist Jochen Volpert am Donnerstag, 1. August, um 20 Uhr beim Hafensommer zu hören. Dort tritt er gemeinsam mit Joe Krieg und Band mit dem Programm „Mr. Jazz meets Mr. Blues“ auf.

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