Würzburg

Multifunktionsarena: Novum-Mieter fürchten um Parkplätze

Blick auf das Gelände der künftigen Multifunktionsarena neben der Grombühlbrücke. Auf dem Parkplatz im Hintergrund soll ein Parkhaus mit 420 Stellplätzen entstehen. Das weiße Gebäude rechts ist die Schweinfurter Straße 7. Foto: Patty Varasano

Lang hat man in der Stadt auf diese Chance gewartet: Ein Multifunktionsarena für Konzerte, Sport und Tagungen. Nie schien deren Verwirklichung in den letzten Jahren näher als zurzeit. Am Donnerstag gab der Stadtrat bei nur einer Gegenstimme grünes Licht für die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans für das Areal östlich der Grombühlbrücke. Aber es gibt auch Menschen, denen treibt dieser Gedanke Sorgenfalten auf die Stirn. Diese sind zumeist Mieter im Novumgebäude in der Schweinfurter Straße Nummer 7, in Steinwurfweite von der geplanten Halle entfernt. Das Problem: Bei der Erreichbarkeit der Halle setzt die Stadt auf den ÖPNV. Dessen Nutzung wird für die Patienten und Kunden der Mieter in der Nummer 7 aber oft nicht möglich sein.

Hausaufgaben von der Verwaltung gefordert

Die Praxis von Dr. Werner Stürmer und seinen Kollegen zum Beispiel liegt im zweiten Stock des Gebäudes. Er war einen der ersten Mieter und ist seit September 2013 im Novum.  Zu uns kommen im Laufe eines Jahres rund 10 000 Patienten", sagt er. Manche davon kämen als Diabetiker mehrmals im Quartal. "Viele Patienten müssen unter Narkose untersucht werden oder machen eine Chemotherapie. Diese Menschen müssen zwingend von jemandem mit dem Auto abgeholt werden und der muss parken können."

Sechs Arztpraxen gibt es im Haus, dazu das Predia Sport- und Gesundheitszentrum, den Mainstyle-Club für Fitness und Beauty, ein Kullmanns-Restaurant und weitere Büros mit Publikumsverkehr, dazu im Erdgeschoss noch eine Apotheke. Deren Filialleiterin ist die CSU-Stadträtin Sonja Buchberger, die wegen des Verkehrsproblems im Umwelt- und Planungsauschuss  gegen die Auslegung des Bebauungsplanes für die Halle stimmte, im Stadtrat dann aber dafür, wobei sie von der Verwaltung forderte, noch Hausaufgaben in Sachen und Parkplätze und Verkehr abzuliefern.

"Im Moment funktioniert das einigermaßen"

"Wir haben hier 120 Stellplätze in der Tiefgarage, davon sind 86 an Dauerparker vermietet, die hier arbeiten. Auf dem Außenparkplatz mit 220 Stellplätzen sind 145 dauerhaft vermietet, bleiben 109 ,freie' Plätze für die Kunden und Patienten", rechnet Stürmer vor. "Im Moment funktioniert das einigermaßen", sagt Stürmer. "Bei Tagungen im Nachbargebäude allerdings sind alle Plätze voll und mit dem Lieferverkehr wird es oft grenzwertig. Wir sind nicht gegen die Halle, aber nachmittags wird es hier jetzt schon eng." Auch Horst Weigand vom Mainstyle kennt das Problem: "Wir hatten auch schon vormittags Kunden, die angerufen haben, dass sie keinen Parkplatz finden und deswegen nicht kommen", berichtet er.

Arena Würzburg Foto: Arena Würzburg Projektgesellschaft

In den ersten Plänen der Multifunktionsarena direkt nebenan sei ein Parkhaus mit 800 Stellplätzen auf dem jetzigen Außenparkplatz vorgesehen gewesen, weiß Stürmer. Die habe die Stadt aber auf 420 reduziert. Die Begründung: Mehr Parkplätze würden auch mehr Verkehr anziehen. Bei einem Treffen zwischen dem Eigentümer des Areals und Würzburger Unternehmer Gerold Bader und den Mietern der Schweinfurter Straße 7 am vergangenen Montag habe dieser dann auch nur den Erhalt aller Dauerparkplätze zusichern können. Dass trotz Veranstaltungen in der Halle tagsüber auch noch ausreichend Parkraum für Kunden und Patienten vorhanden sei, könne er nicht garantieren, erinnert sich Stürmer. "Es kann also nicht einmal der Status Quo garantiert werden", sagt der Mediziner. "Dabei war es immer das Badersche Argument: Ich biete ihnen genügend Parkplätze. Und wenn uns Parkplätze wie jetzt garantiert würden, hätten wir kein Problem. Wir haben ja auch nichts gegen die Halle", wiederholt er.

"Ich verstehe diese Bedenken"

"Ich verstehe diese Bedenken", sagt Thomas Oehler, Geschäftsführer der Arena Würzburg Projektgesellschaft, die die Halle bauen will. "Aber natürlich werden die Interessen der Mieter berücksichtigt werden. Wir wollen doch keine Arena ins Leben rufen, die an anderer Stelle für Probleme sorgt", versichert er. "Ich glaube, dass diese Bedenken auf noch nicht ausreichenden Informationen beruhen." Deswegen sei für Ende Juni ein gemeinsamer Temin mit Mietern und  Planern vereinbart worden. "Da wollen wir den Mietern eine Grundlage für eine bessere Einschätzung der Situation geben", fährt er fort. "Dann wäre immer noch genügend Zeit, um während der Auslegungsfrist des Bebauungplanes ihre Bedenken offen zu äußern." 

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