Würzburg

Multifunktionsarena: Weiter Angst um die Parkplätze

Die Mieter des Novum sorgen sich um ihre Parkplätze, wenn die Arena an der Grombühlbrücke gebaut wird. "Wir haben das im Blick", versichern die Planer.
Blick von der Grombühlbrücke auf eine Brachfläche neben den Gleisen. Auf dem Gelände im Vordergrund soll eine Eventhalle entstehen, anstelle der Parkplätze im Hintergrund ein Parkhaus. Die Mieter des Novum (rechts) fürchten um ihre Kunden- und Patientenparkplätze. Foto: Daniel Peter

Es geht weiter voran: Kurz vor Weihnachten  hat der Stadtrat, wie berichtet, die erneute Auslegung des Bebauungsplanes für die geplante Multifunktionsarena an der Grombühlbrücke beschlossen. Nach jüngsten Informationen aus dem Umwelt- und Planungsausschuss möchte die Projektgesellschaft, die die Halle baut, sogar schon im Frühjahr 2019 Baurecht haben. Doch noch ist nicht alles eitel Sonnenschein, sagen die Mieter des Novums in der Schweinfurter Straße. Sie fürchten um den Erhalt ihrer Kunden- und Patientenparkplätze. 220 Stellplätze seien es,  um die es gehe, sagt Dr. Werner Stürmer, der seine Praxis in der Schweinfurter Straße 7 hat.  Betroffen sind die Mieter der Schweinfurter Straße 7 bis 11, darunter Arztpraxen, Anwaltskanzleien und weitere Geschäftsleute mit hoher Kundenfrequenz. 

Bereits im August haben sie sich zusammengesetzt und als Mietergemeinschaft eine Stellungnahme samt Verkehrsplan zu den Hallenplänen verfasst – und diese anschließend an die Stadt Würzburg geschickt. Abgesehen  von den Behinderungen während einer rund zweijährigen Bauphase befürchten die Mieter nämlich auch nach der Fertigstellung der Halle erhebliche Probleme bei der Verkehrssituation im Bereich Schweinfurter Straße und Kohlenhofstraße, heißt es da.

Sie fordern in der Stellungnahme den Erhalt des Status Quo, was die Zahl und die Erreichbarkeit der 220 Parkplätze betrifft. Diese sollen dort bleiben, wo sie derzeit sind, nämlich im Bereich hinter dem Novum. "Das muss in einem abgegrenzten Bereich des dort für VIP-Gäste geplanten Parkhauses möglich sein", sagt Stürmer. Und dies auch, wenn in der Halle Veranstaltungen stattfinden werden. "Wenn die Parkplätze für die Patienten nicht erreichbar sind, dann ist das für uns ein Desaster."

"Wenn die Parkplätze für die Patienten nicht erreichbar sind, dann ist das für uns ein Desaster."
Werner Stürmer, Novum-Mieter

Denn mit diesen leicht zu erreichenden Parkplätzen seien die Mieter von Gerold Bader, Investor und Vermieter des Novums, als Mieter geworben worden. "Dafür zahlen wir auch eine stolze Miete", sagt Stürmer. Schon jetzt gebe es nämlich Probleme, wenn zusätzlich zur normalen Kundenfrequenz der Mieter auch noch Veranstaltungen im Conference Center im Novum stattfinden würden. 

Zu einer Lösung des Problems  gehört in den Augen der Mieter auch eine intelligente Verkehrsführung im Vorfeld, die Staus in der Zufahrt der Kohlenhofstraße vermeiden soll, so wie es jetzt bereits durch das Parkleitsystem der Stadt möglich sei. Auch sollten in einer dreispurigen Kohlenhofstraße vor einer Veranstaltung zwei Spuren zur Einfahrt und danach zwei Spuren zur Ausfahrt nutzbar sein. Interessant findet Werner Stürmer Folgendes:Im Rahmen der früheren Planungen für ein reines Facharzt-Zentrumauf dem jetzigen Novum- Gelände seien vor Jahren schon trotz einer geringeren Gesamt-Nutzungsfläche von der Stadt Würzburg erhebliche Einwände bezüglich eines dadurch verursachten Verkehrschaos vorgebracht worden, erinnert er sich.

Eine Multifunktionsarena (Baukosten rund 30 Millionen Euro) soll nahe dem Würzburger Hauptbahnhof hinter dem Hotelturm in der Schweinfurter Straße entstehen und je nach Nutzung – bei Basketballspielen um die 6000 Zuschauern, bei Konzerten bis zu 7500 Besuchern – Platz bieten. Foto: AS+P

"Wir sind im produktiven Austausch mit der Stadtverwaltung, diese Themen wurden doch bereits vorgebracht und werden geklärt", zeigt sich Thomas Oehler, Geschäftsführer der Projektgesellschaft , die die Halle plant und bauen will, auf Anfrage verwundert. "Auch die Belange anderer Beteiligter, mit denen ich im Austausch stehe, wie die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer und die Grombühler Runde, die offizielle Vertretung der Grombühler Bürger, werden besprochen und geklärt", sichert er zu. Auf die Stellungnahme der Novum-Mieter werde in der erneuten Auslegung des Bebauungplanes eingegangen.  

"Die Stellungnahme ist bei uns eingegangen und wurde bearbeitet", bestätigt Christian Weiß, Pressesprecher der Stadt Würzburg. "Sie hat auch ihren Niederschlag im Bebauungsplan gefunden, der jetzt ja neu ausliegt. Denn was zum Beispiel die Anbindung an das Verkehrsleitsystem betrifft, tritt man bei uns offene Türen ein", sagt der Stadtsprecher. 

Bebauungsplan liegt aus
In die neue Auslegung sind die Stellungnahmen sowohl von Behörden als auch aus der Öffentlichkeit eingearbeitet worden, die nach der ersten Auslegung eingegangen sind. Die Planung wurde daraufhin überarbeitet und entsprechend angepasst, hieß es aus dem Rathaus. Die geänderten Planungen können noch bis zum 21. Januar 2019 im Bauhaus in der Veitshöchheimer Straße 1a, 1. Stock, Zimmer 116, oder im Rathaus im Grafeneckart, 3. Stock, vor den Zimmern 28 a,b,c eingesehen werden. Laut den geltenden Richtlinien und Gesetzen können Stellungnahmen jedoch nur zu den geänderten oder ergänzten Teilen abgegeben werden.

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