WÜRZBURG

Musik und Städtepartnerschaft: Jürgen Pfarr und Michael Stolz ausgezeichnet

Anerkennung für außergewöhnliche Einsatzbereitschaft: Benita und Michael Stolz, Jürgen und Waltraud Pfarr (von rechts) m... Foto: Georg wagenbrenner

Für einen Sänger ist er besonders wichtig: der lange Atem. Im Fall von Jürgen Pfarr gilt dies im doppelten Sinne des Wortes. Er hat nicht nur eine beachtliche Gesangskarriere hingelegt, sondern auch über fünf Jahrzehnte seine Künste weitervermittelt und vielen Mitmenschen mit Auftritten erfreut. Bürgermeister Adolf Bauer würdigte seine Verdienste mit der Verleihung des Goldenen Stadtsiegels bei einem Empfang im Wenzelsaal. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Michael Stolz, Vorsitzende M.W.A.N.Z.A.-Vereins.

Sein „Leben im Dienst der Musik“ begann Pfarr bereits 1952 als Sänger im berühmten Chor der Regensburger Domspatzen. 1963 gründete er mit seinen Brüdern ein Gesangsquintett, das bis 1999 existierte und mit A-capella-Musik außergewöhnliche Erfolge feierte. Davon zeugten Fernsehauftritte und CD-Einspielungen, schreibt die städtische Pressestelle. Ebenfalls 1963 übernahm er als 19-Jähriger die Leitung des gemischten Chors der Sängergesellschaft Heimgarten. Seit einem halben Jahrhundert schwingt er nun den Taktstock.

1987 ergab sich zudem für ihn die Möglichkeit, Beruf und künstlerische Berufung miteinander zu verbinden: als Leiter des Polizeichors. Höhepunkte dieses Wirkens dürften eine Floridareise im Jahr 2000 und ein Auftritt bei einer Papstaudienz 2006 gewesen sein. Damals überzeugte Pfarr auch als Komponist der „Missa Sorrentina“, die in Neapel uraufgeführt wurde. Zu den bereits verliehenen Auszeichnungen für dieses seltene Engagement zählen die Kulturmedaille der Stadt und die Chorleiter-Ehrennadel in Gold des deutschen Sängerbundes.

Einen langen Atem hat auch Michael Stolz. Er war die zweite Würzburger Persönlichkeit, die für ehrenamtliche Engagement geehrt wurde. Adolf Bauer überreichte dem Mitgründer und seit der Gründung im Jahr 2000 auch Vorsitzenden des Vereins M.W.A.N.Z.A. für seine Verdienste die Partnerschaftsmedaille. Der Städteaustausch mit Mwanza in Tansania bedurfte nach einem zunächst hoffnungsvollen Beginn 1966 – aufgrund fehlender Ansprechpartner – nach einigen Jahren einer „Wiederbelebung“. Michael Stolz und seiner Frau, der Stadträtin Benita Stolz, kam dabei eine Schlüsselrolle zu.

Sie knüpften seit Anfang der 90er Jahre ein neues und vor allem nachhaltiges deutsch-tansanisches Netzwerk. Der Verein unterstützt beispielsweise bereits seit 2000 die Montessori-Schule und das Shalom Care House, ein Aids-Waisen-Projekt, in Mwanza. Meist zu den Schwerpunkten Bildung, Erziehung, Kultur oder Umweltschutz fand eine Vielzahl von Austauschprogrammen und Initiativen statt. Bei Reisen nach Mwanza und bei Praktika, Fortbildungen und Studienaufenthalten in der Partnerstadt half der Verein mit seiner gesamten Organisationskraft.

Und auch bei den Gegenbesuchen räumte Stolz viele Hürden und Herausforderungen aus dem Weg – beispielsweise in den Jahren 2011 und 2013 für die Schülerinnen der VETA-Berufsschule oder die 20 Fußballer der „Tanzanian Street Children“ (TSC) Football Academy, die 2012 bei einer Tour durch Süddeutschland ihr Können zeigten. Hinzu kommt eine sehr engagierte Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, der beispielsweise auch durch Vorträge, Spendenaktionen oder Messe-Auftritte regelmäßig für die Städtepartnerschaft wirbt.

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