WINTERHAUSEN

Musikkapelle und Musikalischer Verein proben schon im eigenen Haus

Keine Hammer-, Klopf- oder Meißel-Geräusche mehr, nein: Musik dringt an die Ohren der Spaziergänger, die an frühen Abenden in Winterhausen den lichtdurchfluteten Sportplatz passieren. Nach rund zweijähriger Bauzeit bezogen die Musikkapelle Winterhausen und der Musikalische Verein ihr neues Domizil und feierten dies am Freitag beim Helferfest.
Endlich im eigenen Heim: Musikalischer Verein und Musikkapelle feierten ihr neues Domizil mit einem Helferfest.
Endlich im eigenen Heim: Musikalischer Verein und Musikkapelle feierten ihr neues Domizil mit einem Helferfest. Foto: HEINZ HOFFMANN

Über 150 aktive und passive Mitglieder, Freunde und Gönner der beiden Musikgruppen folgten der Einladung. Und die Erleichterung, dass sie endlich in ihren eigenen Räumen proben können, war den beiden Vorsitzenden der Musikkapelle, Jörn Braungardt und Matthias Hörner am Gesicht abzulesen.

„Spätestens seit wir 2007 aus der alten Schule raus mussten, wurden unsere Planungen, ein eigenes Musikheim zu bauen, konkreter“, erzählt Braungardt. Der Proberaum im Bürgerhaus sei nicht wirklich komfortabel gewesen.

Doch einen geeigneten Platz im Hochwassergebiet Winterhausens zu finden, gestaltete sich als nicht gerade einfach. „Eigentlich galt das Gebiet, in dem das Musikheim nun steht, als unbebaubar“, berichtet Matthias Hörner, den hier alle nur „Disi“ nennen. Mit einem Gutachten und ein paar Stelzen, auf denen das neu errichtete Haus steht, konnten die beiden Vereine aber doch im Mai 2011 mit dem Bau beginnen. „Die Nutzungsebene des Hauses liegt über dem Niveau des Jahrhunderthochwassers“, so Braungardt. „Sollte wieder eine Flut kommen, können wir trockenen Fußes weiter proben“, lacht Disi Hörner.

Auf über 250 000 Euro schätzt Braungardt den Wert des Hauses. Was es genau gekostet habe, könne man gar nicht sagen, weil so viel Eigenleistung drin stecke. Zwei Jahre lang standen jedes Wochenende bis zu 40 Musikanten auf der Baustelle, nicht zum Musik machen, sondern zum Hämmern, Meißeln und Mauern. Einen großen Teil des Geldes für den Bau steuerten die beiden Vereine, die Musikkapelle Winterhausen und der Musikalische Verein bei. Unterstützt wurden sie vom Kulturfonds Bayern, aber auch von der Kauzen-Brauerei in Ochsenfurt.

„Viele Winterhäuser haben uns mit Spenden enorm geholfen“, betonen die beiden Vorsitzenden. Auch die ortsansässigen Baufirmen halfen, indem sie Werkzeug zur Verfügung stellten. Insgesamt waren an den Baumaßnahmen lediglich drei Firmen beteiligt. Den Rest, auch Maurerarbeiten, übernahmen die Vereinsmitglieder. Auf 16 mal 12,5 Metern proben nun drei Chöre des musikalischen Vereins und zwei Musikkapellen allabendlich im Musikheim, dem übrigens noch der passende Name fehlt.

In Anspielung an Matthias „Disi“ Hörner, der in besonderem Maße an dem Gebäude mitgebaut hat, bezeichnen einige Mitglieder der Kapelle das Haus als „Musikpara-Disi“. Offiziell ist dies allerdings nicht. Allzu lange Zeit für die Haustaufe bleibt indes nicht mehr. Vom 28. bis 30. Juni bedanken sich die Winterhäuser Musiker bei ihren Mitbürger mit einem großen Einweihungsfest, und bis dahin sollte der Name gefunden sein.

Das nächste Mal zu hören ist die Musikkapelle Winterhausen am 12. April, beim „Böhmischen Abend“ im Bürgerhaus. Oder wenn man abends am Sportplatz spazieren geht.

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