Würzburg

NS-Morde an Behinderten: Die Zeit heilt nicht alles

Euthanasie: Jetzt erst beginnt die Uni Würzburg, sich ihrer Komplizenschaft beim nationalsozialistischen Massenmord an behinderten Menschen zu stellen. Aber nicht nur sie ist spät dran.
Vision: Franz Karl Bühler, ein preisgekrönter psychisch kranker Offenburger Kunstschmied, zeichnete sich und nannte das Porträt „Das Selbst“. Am 6. April 1940 vergasten ihn Ärzte in der Tötungsanstalt Grafeneck. Foto: Foto: Inv. Nr. 3018, Museum Sammlung Prinzhorn Heidelberg
Sie kommen mit dem Zug. Im Schloss erwartet man sie schon, zwölf Männer aus Würzburg, andere aus anderen Städten mit ihnen. Jemand schickt sie zum Duschen. Sie ziehen sich aus, betreten nackt einen großen, gekachelten Raum; Duschköpfe hängen unter der Decke. Aber im großen Bad des Schlosses Hartheim bei Linz fließt kein Wasser. Ärzte leiten Gas in den Raum. Durch einen Schlitz in der Wand schauen sie ihren Opfern beim Verrecken zu. Es ist der 27. Juni 1941. Hartheim ist eine von sechs Tötungsanstalten, in denen die Nationalsozialisten zwischen Januar 1940 und August 1941 etwa 70000 behinderte Menschen ...
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