WÜRZBURG

Nach Axt-Attentat: Konferenz für Pflegefamilien

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich, sie ist als „Konferenz“ angekündigt, trägt den Titel „Salafismus“ – und soll vor allem Familien, in den junge Flüchtlinge untergebracht sind, die Möglichkeit zum offenen Austausch über Sorgen, Probleme und Erfahrungen geben.

Knapp zwei Monate nach dem Axt-Angriff eines 17 Jahre alten Flüchtlings in einem Regionalzug haben die Bezirksregierung Unterfranken und der Landkreis Würzburg Pflegefamilien von jungen Flüchtlingen zu einem Treffen eingeladen. Zu der Konferenz werden an diesem Dienstag mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Unterfranken erwartet.

Derzeit 16 Pflegefamilien im Landkreis

„Die Veranstaltung ist nicht öffentlich, weil wir den Pflegefamilien in einem geschützten Umfeld die Möglichkeit geben wollen, all die Fragen zu stellen, die sie gerade haben“, heißt es aus dem Landratsamt. Derzeit gibt es im Landkreis Würzburg 16 Pflegefamilien, die minderjährige unbegleitete Flüchtlinge betreuen. „Nach dem Attentat ist niemand abgesprungen“, sagt die Sprecherin.

Doch es gebe natürlich eine gewisse Verunsicherung bei einigen Familien. Deshalb sei die Konferenz mit dem Titel „Salafismus – Eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft“ ins Leben gerufen worden.

Der 17 Jahre alte Flüchtling hatte am 18. Juli im Regionalzug von Ochsenfurt nach Würzburg und auf der Flucht mit einer Axt und einem Messer fünf Menschen schwer verletzt. Ein 30 Jahre alter Tourist aus Hongkong schwebte danach lange Zeit in Lebensgefahr. Der Täter hatte zuletzt bei einer Pflegefamilie in Gaukönigshofen gelebt und soll die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats begangen haben. Er wurde bei der Attacke erschossen.

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