Würzburg

Nach Hanau: Schweigemarsch in Würzburg gegen Rechtsextremismus

Zehn Tage nach den Anschlägen von Hanau hat am Samstag ein Schweigemarsch der Opfer gedacht. Eine Forderung der Demonstranten richtete sich auch an die Kommunalpolitik.
Gedenken an die Opfer und ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus: Rund 100 Menschen zogen am Samstag schweigend durch die Würzburger Innenstadt.
Gedenken an die Opfer und ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus: Rund 100 Menschen zogen am Samstag schweigend durch die Würzburger Innenstadt. Foto: Patrick Wötzel

In schweigendem Gedenken an die neun Opfer der rassistisch motivierten Anschläge auf zwei Shisha-Bars im hessischen Hanau vor einer guten Woche sind am Samstagnachmittag rund hundert Menschen durch die Innenstadt gezogen. Zu dem Schweigemarsch hatten der Verein "KUlturS e.V." und das Referat gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit der Universität aufgerufen.

Vier OB-Kandidaten unter den Teilnehmern

Vom Barbarossaplatz aus zogen Teilnehmer aller Altersstufen und unterschiedlicher Hautfarbe durch die Fußgängerzone zu einer Kundgebung vor dem Rathaus. Insgesamt vier OB-Kandidaten beteiligten sich: Kerstin Westphal (SPD) und Sebastian Roth (Die Linke) waren von Anfang an dabei, Martin Heilig (Grüne) und Amtsinhaber Christian Schuchardt (CDU) stießen später dazu.

Die Namen der neun Hanauer Mordopfer standen auf einem Schild an der Spitze des Zugs und wurden zu Beginn der Kundgebung am Vierröhrenbrunnen unter dem Motto "Kein Vergeben – kein Vergessen" verlesen. In einem an die Teilnehmer verteilten Manifest fordern die Veranstalter unter anderem die konsequente Bekämpfung des Rechtsextremismus durch den deutschen Staat und einen "radikalen Ausbau der Ressourcen für den Schutz der Menschen und gegen Hetze im Internet".

Sprecher fordert Kommunalpolitiker zur Abgrenzung von der AfD auf

Baris Yüksel forderte als Sprecher der Veranstalter außerdem alle Kommunalpolitiker dazu auf, sich klar von der AfD abzugrenzen: "Mit Faschisten kann man nicht reden, Faschisten muss man verdammt nochmal bekämpfen", sagte der SPD-Stadtratskandidat.

Auch Kerstin Westphal, Sebastian Roth und Christian Schuchardt meldeten sich kurz zu Wort: "Es freut mich, dass wir hier gemeinsam stehen und gemeinsam Position beziehen. Das ist eine Stärke unserer Stadtgesellschaft", betonte der OB. Würzburg könne stolz darauf sein, dass die AfD bei Wahlen bisher immer eines der schlechtesten Ergebnisse in bayerischen und deutschen Großstädten eingefahren habe.

Schweigemarsch in der Würzburger Innenstadt: Auf Schildern wurden die Namen der Opfer genannt und der Kampf gegen Rassismus gefordert. 
Schweigemarsch in der Würzburger Innenstadt: Auf Schildern wurden die Namen der Opfer genannt und der Kampf gegen Rassismus gefordert.  Foto: Patrick Wötzel

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