RÖTTINGEN

Nach Jahrzehnten zurück in die Schule

Wie in alten Tagen: Bäcker Martin Roth verkaufte Pausebrot aus der Heckklappe seines Lieferfahrzeugs. Foto: Hannelore Grimm

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Klassentreffen

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„Und weißt du noch?“ – diese Frage war die wohl am häufigsten gestellte bei dem großen Klassentreffen in der Röttinger Hauptschule. Für die einigen hundert ehemalige Schülerinnen und Schülern, die sich auf für dem Pausenhof und in den Klassenräumen tummelten, drehte sich das Rad der Zeit teilweise um Jahrzehnte zurück.

Für den Großteil der einstiegen Mädchen und Buben gab es nach langen Jahren ein Wiedersehen mit früheren Klassen- und Schulkameraden. Ebenso wie für die Lehrkräfte, die in den Jahren von 1981 bis 2014 in dem Schulhaus rund 5800 Schüler unterrichtet haben.

In dem Gebäude, das über Stunden hinweg widerhallte von fröhlichem Stimmengewirr, wurde in einer umfangreichen Bild- und Textausstellung die 33-jährige Geschichte der Schule lebendig. Wie die junge Mutter ihren zwei kleinen Töchtern erklärt: „Es war eine besondere Schule“, schwärmt ein Papa seinem Nachwuchs vor: „Die Schule war Klasse.“

Beste Erinnerungen an ihre zweijährige Schulzeit in Röttingen hat auch Mitglied im Würzburger Kreistag Martina Schmitt. Die junge Auberin, die auf einem der ausgestellten Fotos ihren Bruder Philipp entdeckt, hat sich, wie sie sagt, in der Hauptschule gut aufgehoben und behütet gefühlt.

Eine interessante und amüsante Zeitreise bot sich bei den Diapräsentationen. Dabei wurden in Hunderten von bunten Bildern Schulerlebnisse wie Landschulaufenthalte und Projektarbeiten ebenso lebendig wie Sport- und Schulveranstaltungen.

Bei der Hausführung mit Schulleiter Wolfgang Schmock nach langen Jahren wieder die Luft im Klassenzimmer schnuppern, dafür begeisterten sich die Besucher ebenso wie als Aktive oder Zuschauer bei einem Handballspiel. Während die Eltern der Grundschüler und die jugendlichen Mitglieder der Trachtenkapelle Bieberehren die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen und herzhaften Gerichten übernahmen, brachte die Riedenheimer Bäckerei Roth die nostalgische Note in das Klassentreffen: Wie damals versorgte Bäckermeister Martin Roth jetzt die Großen mit Mini-Pizza, Würstchen im Brot sowie Brezeln und Brötchen aus dem Verkaufsraum im Heck seines Bäckereifahrzeuges heraus.

Der ehemalige Rektor Erwin Gotthard lenkte die Gedanken zurück auf die zahlreichen fröhlichen Feste, die im Pausenhof gefeiert wurden und nicht zuletzt auf den Tag der offenen Tür bei dem das Schulgebäude zwei Tage nach seiner offiziellen Einweihung am Sonntag, dem 20. September 1981, von Besuchern förmlich überrannt wurde. An den Anfang seiner Ausführungen stellte er den Dank an seinen Nachfolger Wolfgang Schmock.

Schmock, inzwischen Leiter der Grundschule, hatte die Idee zu dem Klassentreffen. Zusammen mit den ehemaligen Schülerinnen Sabine Fellner (Gathof), Manu Weiß (Weiß), Anja Kleinschrot (Neureither), Anja Mönikheim (Jacob), Bärbel Deppisch (Melber), Wolfgang Schmock, Petra Carl (Betz), Petra Bartlotti (Kemmer) und Daniela Jobst vormals Haaf wurde das große Vorhaben verwirklicht.

Erwin Gotthard ging in seinem Rückblick auf die Entwicklung der Schule ein. Vor Gründung des Schulverbands im Jahr 1969 waren die Gemeinden im damals südlichen Landkreis Ochsenfurt von Osthausen bis Tauberrettersheim und von Buch bis Stalldorf noch mit Schulhäusern übersät.

Die Ausstattungen, die, so Gotthard, teilweise aus napoleonischen Zeiten stammten, standen dem modernen Bildungsanspruch völlig entgegen. Die Gründung des Hauptschulverbands Röttingen brachte schließlich die Wende. Neben dem Zugang zum Wissen hatten sich, so Erwin Gotthard, die Lehrkräfte auf die Fahne geschrieben, die Schule mit Leben zu erfüllen und als aktive Schule zu gestalten. Das Ziel, die Entwicklung der Schüler in den Phasen ihrer Selbstfindung zu unterstützen und ihnen Grundwerte und Orientierung zu vermitteln, habe nicht an Gültigkeit verloren.

Zum Abschluss des offiziellen Teils ließen die Mitorganisatorinnen, die sich selbst scherzhaft als „Hühnerschar“ und Wolfgang Schmock als ihren „Gockel“ bezeichneten, die Zeit der Vorbereitungen auf unterhaltsame Art Revue passieren.

Hunderte von Bildern machten die Erinnerungen an die Schulzeit wieder lebendig. Foto: Hannelore Grimm

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